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E-Commerce

Fairnopoly: Alternative zu eBay, Stuffle & Co. setzt auf fairen Handel

Fairnopoly will sich als „fairer“ Online-Marktplatz positionieren. Neben geringeren Angebotsgebühren für Fairtrade-Produkte soll sich das auch über das Genossenschaftsmodell erreicht werden.

Der Online-Marktplatz Fairnopoly – ein ungewöhnliches Startup

Die Dienstleistung, die Fairnopoly ab dem 24. September 2013 anbieten will, ist keine sonderlich ausgefallene. Nutzer – egal ob Privatleute oder Unternehmer – sollen über die Plattform Produkte zum Kauf anbieten können. Dafür zweigt sich der Anbieter von jedem getätigten Verkauf ein paar Prozent ab. Spannend klingt das zugegebenermaßen erst mal nicht, doch Fairnopoly ist tatsächlich ein eher ungewöhnliches Startup.

Der Online-Marktplatz hat sich dem fairen Handel verschrieben und verfolgt dieses Ziel auf verschiedenen Wegen. So geht ein Prozent der Einnahmen jedes Produkts, das über die Webseite verkauft wird, an eine gemeinnützige Organisation. Im Einklang mit dem Fairness-Motto soll das zunächst Transparency International sein, eine Nichtregierungsorganisation, die sich für den Kampf gegen Korruption einsetzt. Später soll das sogenannte „faire Prozent“ allerdings auch anderen gemeinnützigen Zwecken zugutekommen. Die erste Anschubfinanzierung konnte man übrigens per Crowdfunding einsammeln.

Fairnopoly: Will sich als faire Alternative zu bestehenden Handelsplattformen positionieren. (Bild: Fairnopoly)
Der Online-Marktplatz Fairnopoly will sich als faire Alternative zu bestehenden Plattformen positionieren. (Bild: Fairnopoly)

Fairnopoly: Genossenschaft 2.0?

Als weiteres Unterscheidungsmerkmal zu bestehenden Handelsplattformen weist Fairnopoly darauf hin, dass es sich um eine Genossenschaft handelt. Laut der Selbstbeschreibung soll es sich sogar um eine Genossenschaft 2.0 handeln. Jeder, der Anteile zeichnet, hat also zumindest indirekten Einfluss auf die Ausrichtung der Plattform und kann an etwaigen Profiten teilhaben. Allerdings sollen von diesen Gewinnen 25 Prozent wiederum an gemeinnützige Organisationen gespendet werden. Knallharte Geschäftsinteressen scheinen nicht die Sache der Macher zu sein. Außerdem sollen Nutzer in eigenen Arbeitsgruppen selbst neue Features entwickeln können. Ob man deswegen wirklich auf die recht abgenutzte 2.0-Endung zurückgreifen muss, wage ich zumindest zu bezweifeln.

Federführend beim Aufbau des Berliner Projekt ist Geschäftsführer Felix Weth, der in seinem bisherigen Leben unter anderem für die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit und Transparency International aktiv war. Die technische Leitung hat die studierte Informatikerin und Co-Geschäftsführerin Anna Kress inne. Für das Projektmanagement zeichnet der Politikwissenschaftler und VWLer Bastian Neumann verantwortlich.

Fairnopoly: Fair und öko oder klein und edel?

Der Marktplatz selbst ist derzeit nur insofern geöffnet, dass man zwar Produkte einstellen kann, einkaufen aber ist erst ab dem 25. September möglich. Produkte lassen sich dabei in drei Kategorien unterteilen. Die erste lautet – wenig überraschend – „fair“ und bezieht sich auf Produkte, die dem Fairtrade-Standard entsprechen. Zugelassen sind alle Produkte mit Fairtrade-Siegel, aber auch Produkte deren Verkäufer in einem Fragebogen erklären, den Ansprüchen an fairen Handel der WFTO zu entsprechen. Außerdem gilt die Kategorie auch für gemeinnützige Organisationen oder Sozialunternehmen. Hier setzt der Anbieter übrigens auf Vertrauen und Kontrolle durch den Kunden. Eigene Kontrollmechanismen scheinen nicht zu existieren. Die zweite Kategorie nennt sich „öko“ und gilt naturgemäß für Produkte aus ökologischer Erzeugung. Die letzte Kategorie, „klein und edel“, bezieht sich auf selbsterstellte Kunsthandwerksprodukte. Gerade solche Waren scheinen derzeit zusammen mit gebrauchten Gütern einen Großteil des verfügbaren Sortiments auszumachen.

Fairnopoly: Online-Marktplatz als Alternative zum Weltladen

Die Zielgruppe für den Online-Marktplatz Fairnopoly dürfte relativ klar sein. Wer gerne in Weltläden stöbert und über kleine Kunsthandwerksmärkte oder Flohmärkte flaniert, kann das auf Fairnopoly zukünftig auch virtuell tun. Und das, ohne dabei eine der großen börsennotierten Verkaufsplattformen zu unterstützen.

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Normale Produkte wären auch interessant, wenn man sie dadurch länger im Wirtschaftskreislauf hält bevor sie verschrottet werden.

Da gäbe es viele nette Projekt-Ideen.

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