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Fairphone 3 Plus ist da: Neues Smartphone mit verbesserter Kamera – optional Google-frei

Fairphone 3. (Foto: t3n)

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Ein Jahr nach Vorstellung des Fairphone 3 hat das Social-Business eine neue Generation seines fairer produzierten Smartphones vorgestellt. Das 3 Plus basiert auf dem 2019er Modell, hat aber eine neue Kamera an Bord – die gibt es sogar als Modul für Besitzer des Vorgängers.

Das niederländische Social Business – so die Selbstbezeichnung des Startups Fairphone – um den Gründer Bas van Abels arbeitet seit 2013 an Smartphones, die fairer als die der Mitbewerber und mit einem Nachhaltigkeitsaspekt produziert werden. Der Plan: Mit den eigenen Produkten die gesamte Branche zu mehr Verantwortungsbewusstsein motivieren. Mit dem 3 Plus (3+) zeigt das Unternehmen, dass man nicht unbedingt ein neues Smartphone kaufen muss, um ein womöglich besseres Gerät zu erhalten. Dank der modularen Bauweise der Smartphones können Besitzer eines 2019er Modells ihr Gerät gegen einen gewissen Preis zu einem 3 Plus umwandeln.

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Fairphone 3 Plus: Besitzer des 3 können ihr Gerät nachrüsten

Fairphone 3. (Bild: Fairphone)

Fairphone 3. (Foto: Fairphone)

Wie das Fairphone 3 (Test) besitzt das neueste Modell ein 5,7-Zoll-Display mit Full-HD+-Auflösung (2.160 x 1.080 Pixel) und ein Seitenverhältnis von 18:9 – die Pixeldichte beträgt 427 ppi. Als Prozessor steckt im leicht zu öffnenden Gehäuse abermals ein Snapdragon-632-Mittelklasse-Prozessor mit acht Kernen, der etwa auch im recht betagten Moto G7 verbaut wird. Unterstützt wird der Chip von vier Gigabyte RAM, der Flashspeicher ist 64 Gigabyte groß und lässt sich mittels Micro-SD-Karte um bis zu 400 Gigabyte erweitern.

Das Fairphone 3 hat eine 12-Megapixel-Kamera. (Foto: t3n)

Das Fairphone 3 hat eine Zwölf-Megapixel-Kamera – das neue 3 Plus einen Sensor mit 48 Megapixeln. (Foto: t3n)

Bei der Kamera setzt der Hersteller im Unterschied zum Fairphone 3 auf einen 48-Megapixel-Sensor mit Dual-Pixel-Technologie und Dual-LED-Blitz. Das 2019er Modell kam mit Zwölf-Megapixel-Sensor daher. Die Frontkamera besitzt ferner anstelle eines Acht-Megapixel-Sensors 16 Megapixel. Laut Hersteller liefern die neuen Sensoren eine „erheblich verbesserte Foto- und Videoqualität sowie eine verbesserte Objektverfolgung“. Ferner soll der Autofokus schneller sein und die Bildstabilisierung sorgt für scharfe Aufnahmen trotz Bewegung. Neben den technischen Verbesserungen enthalte das neue Modell „einen mehr als viermal so hohen Anteil an recyceltem Kunststoff im Vergleich zum Vorgänger“, erklärt das Unternehmen.

Der Clou: Besitzer des Fairphone 3 können sich für knapp 94 Euro das neue Kameramodul besorgen und es in ihr 2019er Modell schrauben und es so in ein 3 Plus umwandeln. Auf diesem Wege soll dem Gerät ein „lebensverlängerndes Hardware-Update“ verpasst werden. Das erklärte Ziel des Unternehmens ist es, Fairphone-3-Nutzer anzuregen, ihrem aktuellen Gerät ein Hardware-Update zu verpassen, anstatt ein neues Gerät zu kaufen.

Fairphone 3 in Bildern
Fairphone 3. (Foto: t3n)

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Fairphone 3 Plus kommt mit Android 10 – optional Google-frei

Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Miktrointegration (IZM) wurden die Umweltauswirkungen des Fairphone 3 über seinen gesamten Lebenszyklus untersucht. Dabei kam heraus, dass die Nutzung eines Smartphones über einen Zeitraum von fünf bis sieben Jahren die CO2-Emissionen um etwa 28 bis 42 Prozent reduzieren kann. Dem Unternehmen zufolge ist eine wichtige Schlüsselkomponente für die Verlängerung der Lebensdauer die „fortlaufende Unterstützung von Software- und Sicherheitsupdates sowie die Sicherstellung der Verfügbarkeit von Hardware“.

Hinsichtlich der Software-Updates und Sicherheitspatches versucht Fairphone, seine Geräte bis zu fünf Jahre zu unterstützen. Allzu schnell ist das Unternehmen jedoch noch nicht mit der Update-Bereitstellung: Das 2019er Fairphone 3 soll erst im Laufe des September das von Google im September 2019 veröffentlichte Update auf Android 10 bekommen. Derweil liefert Google schon bald Android 11 aus, das Fairphone 3 Plus wird mit Android 10 ausgeliefert.

Immerhin: Fairphone installiert auf seinen Geräten keinerlei Bloatware oder Partner-Apps, die das System „vollmüllen“ könnten. Zudem bietet Fairphone neben einer nahe an Googles Android-Oberfläche orientierten OS-Version mit Google-Diensten eine Variante mit dem Google-freien Android-Fork /e/ an. Die Android-Version basiert auf dem Custom-ROM LineageOS. Die Entwickler der Software versprechen, keinerlei Daten an Google zu senden. Darüber hinaus soll eine Reihe Open-Source-Apps vorinstalliert sein, zudem gibt es optionale Cloud-Dienste auf Nextcloud-Basis sowie einen eigenen App-Store.

Zur weiteren Ausstattung des 187,4 Gramm schweren Geräts gehört ein austauschbarer Akku mit 3.000 Milliamperestunden, der per USB-C-Port mit Quick Charge 3.0 geladen werden kann. Weiter sind Bluetooth 5, NFC, Stereolautsprecher und – mittlerweile ein aussterbendes Feature – ein 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss an Bord. Darüber hinaus bietet das Smartphone Dual-SIM-Unterstützung.

Fairphone 3 Plus: Unternehmen setzt sich für faire Arbeitsbedingungen ein

Fairphone hebt sich von den anderen Smartphone-Herstellern durch ein neues „Fair Specs“-Label ab. So baue Fairphone mit jedem neue entwickelten Gerät bestehende Projekte aus und führe neue Initiativen ein, um die Lieferketten für alle beteiligten Unternehmen fairer zu gestalten, erklärt das Unternehmen.

Der Verkauf des Fairphone 3 Plus und dem aufgerüsteten Kameramodul trägt dem Hersteller zufolge dazu bei, Elektroschrott in Europa und im Ausland zu sammeln und Fairtrade-Gold, faires Kobalt und konfliktfreies Zinn sowie Wolfram aus Hochrisikogebieten und recyceltes Kupfer zu beschaffen. Ferner gibt Fairphone an, bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen in kleinen Kobaltminen in der Demokratischen Republik Kongo und sowie in Goldminen in Uganda zu helfen.

Zudem hat der Hersteller ein „zirkuläres Modulprogramm“ für die Fairphone-3- und 3-Plus-Geräte eingeführt, mit dem Kunden motiviert werden sollen, ihre alten oder kaputten Module kostenlos zurückzuschicken. Den alten Modulen soll ein „zweites Leben“ ermöglicht werden, so Fairphone. Das neue Programm wird derzeit in Deutschland mit iFixit und in Frankreich dem Reparaturpartner Cordon gestartet. Weitere Länder sollen bald folgen. Überdies setzt Fairphone sich für Programme zur besseren Mitarbeiterzufriedenheit und für Boni für existenzsichernde Löhne für Fabrikarbeiter in China ein.

Die neuen Kameramodule lassen sich auch einzeln erstehen. Das 48-Megapixel-Modul schlägt mit 59,95 Euro zu Buche. (Screenshot: t3n)

Das neue Modell sowie die Kamera-Nachrüst-Module für das 3 sind laut Hersteller ab sofort zu Preis von 469 Euro respektive 94,90 Euro über die Fairphone-Website bestellbar. Bei den Partnern Mobilcom-Debitel und Galaxus in Deutschland, Digitec in der Schweiz und Magenta in Österreich kann das neue Fairphone vorbestellt werden. Offizieller europaweiter Marktstart ist der 14. September 2020. Das Fairphone 3 wird für 419 Euro weiterhin verkauft.

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4 Kommentare
Marcel Epp
Marcel Epp

Im Fairphone Shop wird das Kamera Plus Modul (48MP) für 59,95€ angeboten. Wie kommt den der Preis von 94€ im Artikel zustande?

Antworten
Gerrit
Gerrit

Wenn man den Preis beider Module addiert und den Rabatt ignoriert kommt man auf die 94€ ;)

Antworten
Andreas Floemer

Aus der Pressemitteilung: „Ab sofort können das Fairphone 3+ zum Preis von 469 Euro UVP sowie die neuen Kameramodule ab einem Preis von 94,90 Euro UVP über die Fairphone Website …“ Als ich den Artikel schrieb, waren die Module noch nicht gelistet.

Und: 59,95 Euro für das Hauptmodul und 34,95 Euro für die Frontkamera ergeben …. Na? Genau! 94,90 Euro

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Marcel Epp
Marcel Epp

Ahhh, Danke! Hatte überlesen das es auch ein Frontmodul gibt. ;) Ich habe nur das Modul für die Hauptkamera bestellt.

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