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Schluss mit Fakes? Amazon-Rezensionen nur noch von Kunden mit 50-Dollar-Umsatz

Amazon will Fake-Rezensionen einen Riegel vorschieben – mit einer Umsatzhürde. Nur wer Produkte im Wert von 50 US-Dollar gekauft oder verkauft hat, darf künftig bewerten.

Amazon: Rezensionen nur bei 50-Dollar-Umsatz

Gefälschte Amazon-Rezensionen sind ein großes Problem für den E-Commerce-Riesen. Sie verunsichern die Kunden und verärgern die Händler. Amazon geht daher immer strenger dagegen vor: Im April 2015 auch gerichtlich gegen Händler vorgeht, die Fake-Bewertungen kaufen. Jetzt schiebt Amazon den gefälschten Bewertungen einen weiteren Riegel vor: eine Umsatzhürde.

Amazon-Rezensionen: Mit Fake soll dank Umsatzhürde bald Schluss sein. (Screenshot: Amazon.de)

Amazon-Rezensionen: Mit Fake soll dank Umsatzhürde bald Schluss sein. (Screenshot: Amazon.de)

Vorerst in den USA gilt: Nur jene Käufer oder Verkäufer auf der Amazon-Plattform dürfen Produkte bewerten, die einen Umsatz in der Höhe von 50 US-Dollar auf ihrem Account haben. Das bedeutet, sie müssen Produkte im Wert von 50 US-Dollar ge- oder verkauft haben. Damit sollen vor allem Fake-Accounts von der Möglichkeit ausgeschlossen werden, Rezensionen abzugeben. Bei Accounts mit erfolgreich getätigten Käufen oder Verkäufen hat Amazon bestätigte Daten und damit eine juristische Handhabe.

Amazon: Umsatzhürde für Rezensionen auch in Deutschland?

Konkret heißt es auf der Support-Seite von Amazon: „Um eine Rezension zu veröffentlichen, müssen Kunden mindestens 50 US-Dollar über eine valide Kredit- oder Debitkarte ausgegeben haben.“ Prime-Abos und Werberabatte zählen dabei offenbar nicht. Zudem soll nur ein Kunde pro Haushalt eine Rezension für dasselbe Produkt abgeben. In den USA scheinen die neuen Regeln schon zu gelten. Ob und wann die Umsatzhürde in Deutschland eingeführt wird, ist nicht bekannt. Unsere diesbezügliche Anfrage bei Amazon läuft. Sobald es dazu eine Antwort gibt, werden wir den Artikel entsprechend aktualisieren.

Zudem soll Amazon schon länger an Algorithmen arbeiten, die Fake-Bewertungen erkennen und sie automatisch vor anderen Kunden verbergen sollen. Wann diese zum Einsatz gebracht werden, steht noch nicht fest. Seit Juni 2015 haben Kunden außerdem die Möglichkeit, Produktrezensionen zu bewerten. Hilfreiche Bewertungen sollen mit diesem Hebel prominenter angezeigt werden. Allerdings bergen natürlich auch Bewertungen von Bewertungen ein gewisses Betrugspotenzial.

Auch interessant in dem Zusammenhang: Datenanalyse zeigt: Amazon-Rezensionen sind Bullshit

via etailment.de

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4 Kommentare
Matthias

Auch in Deutschland gibt es ja einige Firmen, die Testprodukte rabattiert oder kostenlos gegen eine Bewertung abgeben. Bei allen die ich kenne muss mittlerweile erwähnt werden, dass es sich um einen Produkttest handelt. Somit würde sich das hier ja etwas leichter filtern lassen. Das schützt natürlich nicht vor den Hardcore-Fakebewertungen.
Mit fallen in letzter Zeit bei mittelpreisigen Elektroartikeln aber oft grauenhaft übersetzte Bewertungen mit 5 Sternen auf. Da scheinen einige China-Händler wohl auch kräftig nachzuhelfen.

Antworten
Kay
Kay

Das ist Amazon aber auf dem Holzweg. Das ganze funktioniert (ich kenne drei Firmen) etwas anders und mit realen Kundenkonten.. die ganz normal wie jeder andere mal mehr oder weniger im
Monat bei Amazon lassen.

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caloro

Ich muss aber ganz ehrlich sagen, dass manche der Fake-Bewertungen wirklich amüsant sind. Publicity bringen sie ebenfalls mit sich, wenn man sich mal die Social Media’s anschaut zu diesem Thema.
Was ich allerdings nach wie vor nicht ganz verstehe: Warum lässt Amazon überhaupt Bewertungen von Nutzern zu die das Produkt gar nicht gekauft haben?!

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Matthias

Ich denke das ist eine besondere Kalkulation. Lässt man nur Bewertungen eigener Kunden zu, fallen mit Sicherheit wesentlich weniger Bewertungen an. Und die Menge an Bewertungen ist auch für Amazon wichtig. Zudem einige viele der Produkttester-Portale direkt einen Gutschein für das Produkt an, damit dann der Zusatz „Verifizierter Kauf“ erscheint.

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