News

Fake News und die Europawahlen: EU fordert Facebook und Google zum Handeln auf

EU-Kommission sieht weiteren Handlungsbedarf. (Foto: dpa)

Facebook, Google, Mozilla, Twitter und Online-Werbeverbände haben der EU ihre ersten Fortschrittsberichte zum Kampf gegen Desinformationen vorgelegt. Die Kommission ist damit aber noch nicht zufrieden.

Im Dezember 2018 hat die EU-Kommission einen Aktionsplan zur Bekämpfung von Desinformationen im Internet vorgelegt. Ein Teil des Plans sieht vor, dass die Unterzeichner des Verhaltenskodex zur Bekämpfung von Desinformation regelmäßige Updates über ihre Bemühungen nach Brüssel liefern. Zu der Selbstverpflichtung hatten sich Facebook, Google, Twitter, Mozilla sowie mehrere Industrieverbände der Werbebranche (EACA, IAB, WFA) bekannt. Am gestrigen Dienstag, den 29. Januar 2019, haben die Firmen und Verbände jetzt ihre ersten Fortschrittsberichte vorgelegt.

Die EU-Kommission zeigt sich darüber zufrieden, ruft die Beteiligten aber zu weiteren Schritten auf. „Die Europawahlen stehen kurz bevor, daher ist jeder Fortschritt im Kampf gegen Desinformation zu begrüßen. Aber wir müssen noch vor Mai weitere und schnellere Verbesserungen erzielen. Wir wollen nicht am Tag nach der Wahl aufwachen und uns bewusst werden, dass wir mehr hätten tun müssen“, erklärt beispielsweise Julian King, Kommissar für die Sicherheitsunion.

Auch die für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft zuständige Kommissarin Mariya Gabriel sieht in dem Bericht einen Anfang. Fordert aber von den Unterzeichnern des Verhaltenskodex, „dass sie ihre Überwachung und Meldung intensivieren und ihre Zusammenarbeit mit Faktenprüfern und Forschern verstärken.“ Věra Jourová, Kommissarin für Justiz, Verbraucher und Gleichstellung, mahnt derweil, die Unternehmen müssten ihren Worten „nun auch in vollem Umfang Taten folgen lassen“.

Facebook, Google, Twitter, Mozilla: Die bisherigen Maßnahmen gegen die Verbreitung von Desinformationen

Der Verhaltenskodex sieht vor, dass Online-Unternehmen die ökonomischen Anreize zur Verbreitung von Falschmeldungen minimieren und die Anzahl von Fake-Accounts reduzieren. Facebook, Google und Twitter haben nach eigenen Angaben entsprechende Schritte unternommen. Die EU-Kommission fordert die drei Firmen darüber hinaus jedoch dazu auf, stärker mit unabhängigen Forschern zu kooperieren.

Zumindest bei Facebook lässt sich derzeit allerdings eine gegenläufige Entwicklung feststellen. Wie der Guardian und Propublica berichten, verhindert das soziale Netzwerk durch eine Ende Januar 2019 eingeführte Änderung, dass zur Überwachung politischer Werbekampagnen genutzte Tools auf Facebook weiterhin funktionieren.

Die EU-Kommission lobt derweil die beteiligten Berufsverbände der Werbebranche dafür, dass sie ihre Mitglieder für den Verhaltenskodex sensibilisieren. Allerdings weist man in Brüssel auch darauf hin, dass kein einziges großes Mitgliedsunternehmen den Kodex selbst unterzeichnet habe. Mozilla wiederum, die als Entwickler des Open-Source-Browsers Firefox ein wenig aus der Reihe von Werbeunternehmen herausstechen, erhalten lobende Worte von der Kommission für die geplante Ausweitung des Tracking-Schutzes.

Ebenfalls interessant:

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.