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Fake-Shops: Wie ein Einzeltäter rund 440.000 Euro ergaunerte

Das schnelle Geld mit Fake-Shops machen wollte ein Münchner, der sich jetzt vor dem LG München verantworten muss. (Foto: Shutterstock).

Rund 750 Kunden prellte ein 35-Jähriger aus München um rund 440.000 Euro. Doch die Masche mit Fake-Shops und teurer Technik, die es gar nicht gab, machte wohl vor allem jemand anderen reich.

100.000 Euro Umsatz in 14 Tagen, welcher Shopbetreiber wünscht sich das nicht. Doch was nach einem erfolgreichen Online-Shop klingt, war im Falle eines Münchners, der derzeit vor Gericht steht, Betrug. Insgesamt 219 Kunden verkaufte der 35-Jährige teure Kaffeemaschinen, die es in Wahrheit gar nicht gab, über einen Fake-Shop namens Kaffeetraum.at.

Fake-Shops: 440.000 Euro Schaden für 750 Kunden

Doch das ist nicht alles: Insgesamt soll er zwischen 2010 und 2015 mit 21 verschiedenen Webshops rund 750 Kunden um 440.000 Euro geprellt haben. Versprochen wurden stets hochpreisige Waren, die dann zwar bezahlt, aber nicht geliefert wurden. Rund vier Stunden dauerte allein die Verlesung der 47 Seiten umfassenden Anklageschrift, in der jede der 750 Transaktionen aufgelistet ist.

Nun muss sich der 35-jährige Mark-Thomas E. vor dem Münchner Landgericht verantworten. Der Angeklagte handelte dabei vor allem mit technischen Geräten von Kaffeemaschinen über Smartphones bis hin zu Solarmodulen. Sein erster Fake-Shop 2010 war bereits so erfolgreich, dass ein Kunde bei ihm Solarmodule für 63.000 Euro bestellte. Doch das sei ihm zu heiß geworden, erklärte der Angeklagte, der sich laut Süddeutsche Zeitung in der Verhandlung kooperativ und reumütig zeigte. Erst 2015 habe er wieder aufgrund von Geldproblemen mit den krummen Geschäften angefangen.

Hilfe für den Betreiber der Fake-Shops im Darknet

Den Löwenanteil der Beute, so erklärt er, habe aber ein Komplize aus dem Darknet eingestrichen. Dieser habe ihm Finanzagenten besorgt, also Leute, über deren Konto die Zahlungen liefen und die hierfür ihren Kopf hinhalten mussten. Von den über 400.000 Euro seien lediglich zwischen 20.000 und 30.000 Euro bei ihm gelandet, sagte Mark-Thomas E. aus. Die Staatsanwaltschaft forderte in einem Vorgespräch eine Haftstrafe von mindestens sieben Jahren. Hinzu kommen können auch noch Zivilklagen der Opfer, die ihr Geld zurückfordern.

Alles in allem zeigt der Fall, wie gutgläubig viele Kunden sind, wenn sie ein Schnäppchen wittern: Einen drei- bis fünfstelligen Betrag an einen nicht etablierten Webshop zu zahlen, der über keine Zertifizierungen verfügt oder im besten Fall wie Ebay oder Amazon Marketplace den Kauf ganz oder teilweise absichert, ist mindestens leichtsinnig. Zwar kann auch hier Betrug drohen, doch der Kunde bleibt eben meist nicht auf dem Schaden sitzen. Hinzu kommt die Gewährleistungsfrage – denn bei einem solchen Shop ist es eben nicht selbstverständlich, dass dieser auch noch in zwei Jahren verfügbar ist, wenn die Gewährleistungsfrist abläuft. Kunden sollten daher nicht nur auf den Preis schauen, sondern auch Zertifizierungen wie Trusted Shops im Blick behalten und im Internet nach Erfahrungen anderer suchen, wie sie beispielsweise bei Google oder Preisvergleichsportalen wie Idealo zu finden sind.

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