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Fast jede dritte Website deutscher Politiker ist unsicher

(Foto: TACstock1 / Shutterstock)

32 Prozent der Politiker-Websites in Deutschland haben kein gültiges SSL-Zertifikat und sind nicht per HTTPS verschlüsselt. Damit stehen die Deutschen aber im Vergleich sogar noch gut da.

Anfang dieses Jahres hatte die Veröffentlichung von Millionen teils sensiblen Daten von Politikern, Parteien und Prominenten bundesweit für Aufregung gesorgt. Dass es auch Politiker mit der Cybersicherheit nicht so genau nehmen, zeigt jetzt eine Analyse der Vergleichsseite Comparitech. Demnach nutzen 61 Prozent der persönlichen Websites von über 7.500 untersuchten Politikern in 37 Ländern keine gültigen SSL-Zertifikate und verschlüsseln damit Daten nicht per HTTPS.

Politiker-Websites: Die Hälfte verlangt Daten, aber viele sind ungesichert

Dabei verfügen rund die Hälfte der Politiker-Websites über irgendeine Form von Onlineformular, über die Nutzer sich registrieren, für den Newsletter anmelden oder Nachrichten senden können. In diese Formulare müssen normalerweise persönliche Daten wie Name und E-Mail-Adresse eingetragen werden. Ohne HTTPS können solche Daten nicht sicher übertragen werden. Entsprechend weisen Sicherheitsexperten darauf hin, dass jede Website, die von Nutzern die Eingabe von Daten verlangt, per HTTPS gesichert sein solle.

Die Ergebnisse sind vor allem deshalb befremdlich, weil die Ausstellung eines SSL-Zertifikats und die Implementierung von HTTPS weder kostspielig noch kompliziert sind. Auch bemerkenswert: Deutschland steht mit 32 Prozent unsicheren Politiker-Websites laut der Untersuchung nicht einmal schlecht da. Nur in den USA und Großbritannien verwendet ein größerer Anteil der Politiker für die persönliche Website eine SSL-Verschlüsselung.

Anteil der unsicheren Politiker-Websites nach Ländern. (Grafik: Comparitech)

Ganz hinten in dem Ranking finden sich mit Südkorea (92 Prozent), Polen (91), Ungarn (91), Kanada (86) und Malta (86) technologisch hochentwickelte Industriestaaten, in denen dennoch nur wenige Politiker auf die Sicherung der eigenen Website zu achten scheinen. Zum Vergleich: In Indien, Kolumbien, Nigeria oder Peru liegt der Anteil der gesicherten Politiker-Websites deutlich höher.

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Eine Reaktion
Micha

Also sind rund die Hälfte davon DSGVO-Verstöße?

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