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Nach Datenklau bei Politikern und Prominenten: Der vorläufig festgenommene Mann ist wieder frei

(Foto: Shirmanov Aleksey / Shutterstock)

Nach der aufsehenerregenden Veröffentlichung von persönlichen Politikerdaten haben die Ermittler einen jungen Mann nach seiner Festnahme wieder auf freien Fuß gesetzt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist er geständig.

Nach dem massiven Online-Angriff auf Politiker und Prominente ist ein 20-Jähriger aus Mittelhessen vorläufig festgenommen worden. Das hat das Bundeskriminalamt (BKA) am Dienstag in Wiesbaden mitgeteilt. Nach einem umfassenden Geständnis wurde er wegen fehlender Haftgründe am Montagabend wieder auf freien Fuß gesetzt. Seine Wohnung war am Sonntag durchsucht worden. Den genauen Ort teilte das BKA nicht mit.

Rund 1.000 Politiker, Prominente und Journalisten sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums von dem Online-Angriff betroffen. Etwa 50 Fälle seien schwerwiegender, weil größere Datenpakete wie Privatdaten, Fotos und Korrespondenz veröffentlicht wurden.

Wohnungsdurchsuchung in Heilbronn

BKA-Beamte hatten außerdem am Sonntag die Wohnung eines Zeugen in Heilbronn durchsucht. Auch weitere Zeugen wurden vernommen.

Der vorübergehend festgenommene 20-Jährige hat in einer Vernehmung Ärger über Äußerungen seiner Opfer als Motiv für seine Taten genannt. Das teilte Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk, der Sprecher der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, am Dienstag in Wiesbaden mit. Zudem habe er erklärt, dass er alleine gehandelt habe. Die bisherigen Ermittlungen hätten keine Hinweise auf eine Beteiligung weiterer mutmaßlicher Täter gegeben, ergänzte Ungefuk.

Der Verdächtige soll über das inzwischen gesperrte Twitter-Konto @_0rbit im Dezember zahlreiche persönliche Daten von Politikern und Prominenten als eine Art Adventskalender veröffentlicht haben. Manche Informationen hatte er auch schon früher ins Netz gestellt. Das wurde allerdings erst in der Nacht zu Freitag öffentlich – und somit auch vielen Betroffenen – bekannt.

Die Bundesregierung will aus dem Fall Konsequenzen ziehen und die Cybersicherheit verbessern. Dazu soll in den nächsten Monaten unter anderem ein „Cyber-Abwehrzentrum plus“ geschaffen werden. dpa/brr

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