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Figo und Finreach fusionieren zur Plattform: Mega-Fintech entsteht

Figo und Finreach werden zu einer Finance-As-A-Service-Plattform. Die neue Geschäftsführung, von links nach rechts: CEO Markus Dränert, CRO Cornelia Schwertner CPO Taner Akcok. (Foto: Robert Lehmann)

Die beiden Fintech-Startups Figo und Finreach fusionieren unter dem Dach von Finleap. Gemeinsam wollen Sie eine Plattform bilden.

Nach Recherchen von Finanz-Szene.de soll das API-Fintech Figo mit Finreach verschmelzen. Finreach ist ein Tochterunternehmen des Fintech-Inkubators Finleap, der API-Infrastruktur bisher extern eingekauft hat. Zusammen sollen die beiden Unternehmen eine Finance-as-a-Service-Plattform mit B2B-Fokus entwickeln. Potenzielle Kunden wären, neben Banken und Versicherungen, auch Unternehmen, die Finanzlösungen für Endkunden entwickeln und anbieten wollen.

Figo und Finreach bilden ein Joint Venture

Der Berliner Fintech-Inkubator Finleap soll nach Informationen von Finanz-Szene die Mehrheit an dem neuen Joint Venture halten, die bisherigen Mehrheitsanteilseigner von Figo erhalten einen Minderheitsanteil am neuen Unternehmen. Der bekannte Fintech-Kopf André M. Bajorat wechselt von der Figo-Unternehmensführung in den Aufsichtsrat und soll eine Position bei Finleap einnehmen. Der bisherige Finreach-Solutions-Chef Markus Dränert soll dann das neue Joint Venture führen.

Laut Finanz-Szene soll die Plattform mit 90 Mitarbeitern nach der Solarisbank das zweitgrößte B2B-Fintech in Deutschland werden. Die Solarisbank hat nach eigenen Angaben über 200 Mitarbeiter.

Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt einer Genehmigung durch die Finanzaufsicht.

Finreach und Figo: Neues Unternehmen wird zur Finance-as-a-Service-Lösung

Finreach wurde im vergangenen Jahr vom Kontowechselanbieter für Endkunden zu einem Dienstleister, der Unternehmen mit Anwendungen für ihre eigenen Endkunden versorgen sollte. Mit Figo kommt jetzt die notwendige Infrastruktur dazu, um eine echte Plattform mit API-First-Ansatz zu schaffen.

Der Inkubator Finleap macht sich damit auch ein stückweit unabhängig von externen Fintech-API, denn bisher hat der Inkubator API-Infrastruktur für seine Unternehmen extern eingekauft.

Figo hat im Jahr 2017 noch einen Fehlbetrag von 4,5 Millionen Euro im Bundesanzeiger ausgewiesen und auch der Cashflow von Finreach müsste nach Meinung von Finanz-Szene negativ sein. An das neue Joint Venture werden deshalb hohe Erwartungen gestellt.


t3n meint:
Ein spannendes Joint Venture mit einer erfolgversprechenden Ausgangsposition. Figo startete mal als Endkundenprodukt und wandelte sich dann zum API-Dienstleister, Finreach war auf einem ähnlichen Weg. Der nächste Schritt zur Plattform musste irgendwann kommen. Im volatilen Fintech-Markt einen B2B-Fokus in Richtung Infrastruktur einzuschlagen, ist eine weise Entscheidung. Fintech-Startups mögen scheitern – die Infrastruktur bleibt und verdient immer am Markt mit.
Jochen G. Fuchs

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