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Finanzinvestoren ziehen sich zurück: Bahn frei für Osram-Übernahme durch AMS?

Osram und AMS wollen, aber wollen die Aktionäre auch? (Foto: Shutterstock)

Der AMS-Aufsichtsrat hat der Firmenleitung grünes Licht für ein neues Übernahmeangebot an den Optoelektronik-Konzern Osram gegeben. Zeitgleich haben sich die zunächst mit AMS konkurrierenden Finanzinvestoren zurückgezogen.

Die Gerüchte der letzten Tage haben sich offenbar bestätigt. AMS wagt einen weiteren Übernahmeversuch, nachdem sie vor rund zwei Wochen gescheitert waren. Wir haben hier darüber berichtet.

Mindestannahmeschwelle auf 55 Prozent gesenkt, sonst identisches Angebot

An den Konditionen ändert AMS übereinstimmenden Medienberichten zufolge nichts. Weiterhin bietet das Unternehmen Osram-Aktionären 41 Euro pro Aktie. Anders als beim ersten Versuch will sich AMS jetzt schon mit 55 Prozent Mindestannahme bescheiden.

Die im ersten Versuch angepeilten 62,5 Prozent hatte AMS deutlich verfehlt. Nur knapp 52 Prozent der Aktionäre wollten das Angebot des Chip-Herstellers aus Österreich annehmen. Insofern ist fraglich, wie AMS die jetzt niedrigere Schwelle von 55 Prozent erreichen will.

Die rechtlich bindende Sperre von einem Jahr für ein neues Angebot nach dem Scheitern eines Übernahmeversuches hat AMS schon mal kreativ gelöst. So wird das neue Angebot von der eigens dafür gegründeten AMS Offer GmbH, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft, unterbreitet.

Amerikanisches Konsortium gibt auf

Möglicherweise spielt es den Österreichern in die Karten, dass sich die Finanzinvestoren um Bain Capital und Advent jetzt endgültig zurückgezogen haben. So könnten sich Anteilseigner, die bislang mit einem Verkauf an die amerikanische Gruppe geliebäugelt hatten, jetzt vielleicht doch zu einem Abschluss mit AMS geneigt sehen.

Der offizielle Rückzug des Konsortiums überrascht nicht. Immerhin hatte AMS an der Börse bereits rund 20 Prozent der Osram-Anteile erworben. Damit war es für andere Übernahmeinteressenten schwer geworden, sich gegen AMS durchzusetzen.

Auch Osram sieht Übernahme durch AMS inzwischen positiv

Die Chefs von AMS und Osram geben sich inzwischen geeint. Olaf Berlien von Osram bekräftigte seine Zuversicht, „dass sich beide Seiten auf ein zukunftsfähiges strategisches Konzept verständigen werden“. AMS-Chef Alexander Everke hatte ohnehin nie seinen Glauben an die Erfolgsaussichten und die Sinnhaftigkeit des Unterfangens verloren.

Generelle Bedenken, wie die Frage nach der Kompetenz der AMS-Firmenleitung bezogen auf Osrams Portfolio oder die Skepsis wegen des bereits sehr hohen Verschuldungsgrads bei AMS, sowie die Sorge vor umfangreichem Personalabbau und der Filetierung der Osram-Geschäftsbereiche, sind nach wie vor unadressiert. Insofern gilt für den Hintergrund dieser t3n-Bericht uneingeschränkt weiter.

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