News

Finden wir diesen Lenkradersatz in den Autos der Zukunft?

(Foto: Felix Ros)

Selbstfahrende Autos verzichten auf Lenkräder. Das bedeutet aber nicht, dass es keine neuen Interface-Möglichkeiten geben könnte, um zumindest leicht in das Fahrverhalten einzugreifen.

Von der Google-Schwester Waymo bis zum Automobilkonzern GM: Nach dem Willen ihrer Entwickler sollen vollständig autonome Fahrzeuge keine Lenkräder mehr besitzen. Dahinter steckt vor allem die Sorge um die Sicherheit. Die meisten Experten halten es nicht für ratsam, einem Menschen die direkte Kontrolle über ein selbstfahrendes Auto zurückzugeben, da er dem Verkehr kaum noch die notwendige Beachtung schenken würde. Als Beleg dafür könnten die Unfälle herhalten, die Nutzern von Teslas semi-autonomer Autopilot-Funktion zugestoßen sind. Die waren, als sie die Kontrolle wieder übernehmen sollten, schlicht nicht mehr ausreichend auf den Verkehr konzentriert und reagierten daher zu spät.

Gleichzeitig bleibt aber der Fakt bestehen, dass wir Menschen grundsätzlich gerne das Gefühl der Kontrolle haben. Aus diesem Grund gibt es beispielsweise sogenannte Placebo-Knöpfe, deren Betätigung zwar keinen Einfluss auf automatisierte Funktionen hat, uns aber wenigstens das Gefühl gibt, wir hätten Einfluss darauf. Gerade bei einer Autobahnfahrt in einem Auto ohne Eingriffsmöglichkeit könnte uns dieses Gefühl fehlen. Aber wenn eine direkte Eingriffsmöglichkeit tatsächlich gefährlich ist und der Mangel an Eingriffsmöglichkeiten zumindest gefühlt ein Risiko darstellt, welche Optionen bleiben dann noch?

https://vimeo.com/251069731

Mit Scribble hat der niederländische Designer Felix Ros eine mögliche Lösung für dieses Problem entwickelt. Sein Bedienkonzept erlaubt zumindest eine indirekte Steuerung: So könnten menschliche Passagiere beispielsweise ein Überholmanöver anstoßen, dessen genaues Timing und Durchführung dann aber der Software überlassen wird. Der Nutzer sieht eine vereinfachte Darstellung des unmittelbaren Streckenverlaufs und kann dann über ein haptisches Interface Änderungen an der geplanten Strecke anstoßen.

Für Ros liegt der Vorteil vor allem darin, dass die Passagiere eines selbstfahrenden Autos dank Scribble auch spontan von der festgelegten Reiseroute abweichen könnten. So soll es auch möglich sein, unterwegs einfach ein bisschen die Gegend zu erkunden. Vor allem bei Urlaubsfahrten wäre das durchaus interessant, zumal der Passagier in einem autonomen Fahrzeug auch die Möglichkeit hat, sich ausgiebig die Landschaft anzuschauen, ohne auf den Verkehr achten zu müssen.

Ob Autohersteller Konzepte wie Scribble aufgreifen werden, wenn die ersten vollständig autonomen Fahrzeuge massentauglich werden, bleibt abzuwarten. Für den Passagier könnten sie jedoch einen echten Mehrwert darstellen.

Scribble in Bildern
(Foto: Felix Ros)

1 von 5

Zur Startseite
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung