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Capgemini rät: „Fintechs und Banken, verbündet euch!”

Vielgelobt, aber schon jetzt am Scheitern? Capgemini hat ein paar Tipps für Fintechs – und für etablierte Banken. (Bild: Panchenko Vladimir/Shutterstock)

Die meisten Fintechs sieht der World-Fintech-Report schon jetzt scheitern. Und rät: Partnerschaft müsse das neue Paradigma der Banken-Branche werden. Das hat Gründe.

Die wirklichen Nutznießer der Revolution im Bankenwesen seien ja die Verbraucher, heißt es vom Beratungsunternehmen Capgemini. Sie seien es, die in erster Linie vom starken Fintech-Wachstum im Finanzdienstleistungsbereich profitieren würden.

Mittlerweile schließlich gebe es „breitere Angebote“, „neue Technologien“ und, ganz allgemein, „ein besseres Kundenerlebnis“. Doch trotz all dieser guten Service-Leistungen müssten die Fintechs nun tunlichst auf Kooperationskurs mit den traditionellen Finanzinstituten gehen, um selbst erfolgreich zu sein und zu bleiben, raten die Studienautoren.

Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls die neueste Ausgabe des sogenannten World-Fintech-Report, der von Capgemini und Linkedin in Zusammenarbeit mit der European-Financial-Management-Association (Efma) herausgegeben worden ist.

Vertrauen als Stärke etablierter Banken

Während beide Seiten zunächst konkurrierten, laute das Paradigma der Branche heute Partnerschaft. Die „symbiotische Zusammenarbeit“ von Fintechs und Finanzinstituten betone die „komplementären Stärken“ beider Seiten und helfe, „ein Gegengewicht für den möglichen Markteintritt der sogenannten Bigtechs im Finanzdienstleistungssektor zu bilden“, wie es von Capgemini wörtlich heißt.

Zwar seien Fintechs mit ihren neuen Technologien innovativ und stellten das Kundenerlebnis bei Finanzdienstleistungen in den Mittelpunkt. Laut dem World-Fintech-Report genießen die traditionellen Finanzdienstleister jedoch nach wie vor ein größeres Vertrauen bei Kunden als die neueren Startups.

Für den Erfolg in der Zukunft müssten Finanzdienstleister also darauf achten, sich „weiterhin stark nach den Wünschen ihrer Kunden zu richten, Vertrauen zu bewahren und digitale, agile und effiziente Prozesse bereitzustellen“, rät Capgemini.

Fintechs: Agilität als Schlüsselfaktor

Unstrittig ist wohl, dass Fintechs unbelastet sind von Unternehmenskulturen vergangener Tage. Sie könnten neue Technologien demzufolge direkt zum Wohl ihrer Kunden einsetzen. Laut World-Fintech-Report betrachten folglich wenig überraschend über 90 Prozent der Startups „Agilität“ und „ein neues Kundenerlebnis“ als Schlüsselfaktoren für eine bessere Wettbewerbsposition.

Darüber hinaus würden mehr als 76 Prozent die Fähigkeit, Neues zu entwickeln und Bestehendes zu verbessern, als erfolgsentscheidend ansehen, heißt es. Die große Herausforderung sei, höhere Skalierbarkeit sowie finanziell tragfähige Geschäftsmodelle zu schaffen. Und eben hier kommen offensichtlich die traditionellen Finanzdienstleister ins Spiel.

Bericht sieht Fintechs scheitern

Obwohl Fintechs seit 2009 mit 110 Milliarden US-Dollar finanziert worden seien, sieht der Bericht die meisten von ihnen scheitern. Und zwar weil sie kein effektives Partner-Ökosystem aufgebaut hätten.

6 Fragen, die sich jedes Unternehmen in der Digitalisierung stellen sollte

Nutze ich effiziente Software?

1. Haben meine Mitarbeiter mobil Zugriff auf wichtigste Unternehmensdaten wie CRM, ERP und Business Intelligence?

2. Gibt es ein Software-Tool wie Slack, mit dem die interne Kommunikation effizienter werden kann?

3. Für welche Dinge wird im Unternehmen Microsoft Excel eingesetzt? Gibt es eine bessere Software?

4. Gibt es On-Premise-Lösungen, die in eine Public Cloud ziehen könnten?

(Foto: © Rawpixel.com Adobe Stock)

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Gleichzeitig würden traditionelle Finanzinstitute viele Weiterentwicklungen des Kundenservice aus dem Fintech-Bereich adaptieren und dabei ihre Stärken wie Risikomanagement, Infrastruktur, regulatorische Expertise, Kundenvertrauen, Zugang zu Kapital und vieles mehr beibehalten.

Von einer symbiotischen, kooperativen Partnerschaft könnten letztlich also beide Seiten profitieren, heißt es von Capgemini. „Drei Viertel der Fintechs sehen ihr primäres Geschäftsziel in der Zusammenarbeit mit traditionellen Finanzfirmen.“

Daher sei es „unerlässlich“, dass beide ihre Geschäftsmodelle für die Kooperation miteinander öffnen, um gemeinsame Innovationen voranzutreiben und dabei das Vertrauen der Kunden weiterhin zu erhalten, rät Klaus-Georg Meyer, ein Herr mit dem etwas sperrigen Titel „Leiter Business & Technology Consulting Financial Services Deutschland“ bei Capgemini.

Fehle es hingegen an einem agilen und engagierten Kooperationspartner, egal von welcher Seite, könnte der Erfolg auf der Strecke bleiben.

Fintechs beanstanden „mangelnde Agilität“

Laut dem World-Fintech-Report haben mehr als 70 Prozent der Fintech-Führungskräfte angegeben, dass ihre größte Herausforderung bei der Zusammenarbeit mit traditionellen Finanzunternehmen deren „mangelnde Agilität“ sei. Gleichzeitig hätten traditionelle Unternehmen negative Auswirkungen auf das Kundenvertrauen, die Marke und die Veränderung der internen Kultur als ihre größte Herausforderung wahrgenommen.

„Eine große Herausforderung ist auch die Auswahl des Fintechs, mit dem man am besten zusammenarbeiten kann“, kommentiert Vincent Bastid, Generalsekretär der Efma. Und die Zeit drängt möglicherweise, denn schon jetzt zeichne sich ein Umbruch der Branche durch Bigtechs ab, heißt es, also jenen großen, multinationalen Technologieunternehmen mit einem riesigen Kundenstamm im Einzelhandel.

„Fokus auf die Sichtweisen der Fintechs“

Der World-Fintech-Report basiert auf den Ergebnissen einer globalen Umfrage, die Antworten von traditionellen Finanzdienstleistungsunternehmen und Fintech-Firmen aus dem Umfeld von Banken und Kreditgewerbe, Zahlungsverkehr und Transfers, Investmentmanagement und Versicherungen umfasst.

Durch die Fragestellungen sollte sowohl die Perspektive der Fintechs als auch die der traditionellen Finanzdienstleistungsunternehmen erfasst werden. Dabei sei man vor allem auf unterschiedliche Aspekte der Kundenerfahrung als auch wichtige Erfolgsfaktoren für ein besseres Kundenerlebnisses eingegangen, heißt es von den Studienautoren.

Die Studie beleuchte die sich entwickelnde Beziehung zwischen etablierten Betreibern und New-Age-Playern „mit Fokus auf die Sichtweisen der Fintechs“. Weiterhin sei analysiert worden, wie beiden Seiten zum Geschäftserfolg verholfen werden könne.

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