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Jobwunder: Hype um Kryptowährungen lässt Fintechs wachsen

Sorgt die zunehmende Bedeutung von Kryptowährungen dafür, dass Fin-Techs wachsen? (Foto: Axel Springer)

Marktkonsolidierung? Während die Anzahl an Neugründungen in der deutschen Fintech-Branche im Jahr 2017 rückläufig ist, stellen die schon tätigen Unternehmen zunehmend Mitarbeiter ein. Das hat Gründe.

Wie ist es um die Fintechs in Deutschland bestellt? Die Meta-Jobsuchmaschine Joblift will herausgefunden haben, dass in der jungen Branche im vergangenen Jahr jede Woche durchschnittlich fast drei neue Startups gegründet worden sind. Im laufenden Jahr 2017 hingegen seien es bisher nicht mehr als 30 insgesamt gewesen.

Darüber hinaus hat Joblift den Stellenmarkt des jungen Finanzsektors in den vergangenen 24 Monaten untersucht. Ziel sei gewesen, das Wachstum der Fintech-Branche zu bewerten, wie es heißt. Trotz der gesunkenen Zahl an Neugründungen würden die Ergebnisse zeigen, dass bis Oktober 2017 schon 60 Prozent mehr Stellen ausgeschrieben worden seien als im gesamten Vorjahr.

Gesuche mit Bezug zu Kryptowährungen

Besonders Unternehmen, die sich mit alternativen Bezahlmethoden beschäftigen, wachsen mit einem durchschnittlichen monatlichen Anstieg von 13 Prozent merklich und inserieren schon heute jedes dritte Jobgesuch in der Fintech-Branche, schreiben die Studienautoren. Dies sei vor allem auf eine Vervierfachung der Gesuche mit Bezug zu Kryptowährungen im vergangenen Jahr zurückzuführen.

Der Personalbedarf der Fintech-Unternehmen nehme stetig zu, heißt es. Seien 2016 noch insgesamt 3.088 Gesuche veröffentlicht worden, waren es nach Angaben von Joblift von Januar bis einschließlich Oktober 2017 schon 4.927.

Der Stellenmarkt der Fintechs (Grafik: Joblift)

Der Stellenmarkt der Fintechs (Grafik: Joblift)

Bei der Analyse sei aufgefallen, welche Segmente der Branche am meisten neue Mitarbeiter suchen. Der Bereich „Payments”, wo man sich mit der Entwicklung neuer Bezahlmethoden beschäftigt, habe 2017 ganze 33 Prozent aller Fintech-Stellenausschreibungen veröffentlicht.

Auf Platz zwei mit 23 Prozent: der Bereich „Finanzierung und Banking”, in den etwa Online-Kredit-Unternehmen oder Lösungen zur mobilen Kontoführung fallen. 14 Prozent der Anzeigen seien in den Bereich „Investment” gefallen, dem es zum Beispiel um die mobile Verwaltung von Aktiendepots geht, neun Prozent in den Bereich „Insurtech” (moderne Versicherungsmodelle).

Konventionelle Finanzbranche mit Problemen

Während das durchschnittliche monatliche Stellenwachstum im Jahr 2017 in der konventionellen Finanzbranche mit minus einem Prozent sogar rückläufig gewesen sei, würden alle Fintech-Sektoren mindestens genauso stark wie der allgemeine gesamtdeutsche Stellenmarkt wachsen, was eine dreiprozentige Zunahme pro Monat bedeute, hat Joblift errechnet.

Betrachtet man alle Fintechs zusammen, so falle das monatliche Wachstum der Ausschreibungen mit sieben Prozent in den vergangenen 24 Monaten ebenfalls deutlich überdurchschnittlich aus. Während der Sektor „Payments” 2016 noch 20 Prozent des Stellenmarktes ausgemacht habe, sei er mittlerweile der wichtigste Wachstumstreiber in der Fintech-Branche, sagt Joblift.

Diese Entwicklung sei „vermutlich auf die aktuelle Wertsteigerung der Kryptowährung Bitcoin zurückzuführen”, heißt es. Die damit verbundenen Chancen für Blockchain-Lösungen im Zahlungsverkehr „könnten den starken Anstieg von Vakanzen im Payment-Bereich verursachen”.

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Tatsächlich hätten sich jene Jobausschreibungen in der Fintech-Branche mit explizitem Bezug zu Kryptowährungen 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als vervierfacht, sodass ein weiteres starkes Wachstum für diesen Fintech-Sektor zu erwarten sei, schreiben die Studienautoren.

Marktkonsolidierung in der Fintech-Branche?

Trotz der geringen Zahl an Neugründungen im Jahr 2017 schrumpfe der Fintech-Sektor also keineswegs. Vielmehr sei es so, dass offensichtlich eine Art Marktkonsolidierung stattfinde und die bestehenden Unternehmen derzeit wachsen.

So würden die Top drei Arbeitgeber Wirecard, Hotfox und Smava zusammen 20 Prozent aller Stellen ausschreiben. Mit großem Abstand sei Berlin mit 38 Prozent aller Stellenanzeigen der beliebteste Standort für Fintech-Unternehmen. Darauf folgen mit großem Abstand Frankfurt/Main und München mit jeweils zehn Prozent der Inserate.

Während die deutsche Hauptstadt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in den ersten drei Quartalen jedoch nur ein Wachstum von 16 Prozent verzeichnen konnte, hätten Frankfurt/Main und München in derselben Zeit ihre Stellenangebote in der Fintech-Branche verdoppelt, rechnet Joblift vor.

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