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Berlin und München liegen bei Fintechs vorn – Frankfurt fällt zurück

Skyline von Frankfurt am Main. Beim Thema Fintechs sind Berlin und München führend in Deutschland. (Foto: Vichie81/Shutterstock)

Für Banken und Börse ist die Finanzstadt Frankfurt bekannt, Gründer zieht es bisher eher selten an den Main. Das wollen Politik und Wirtschaft ändern. Doch der Wettbewerb mit anderen deutschen Städten ist hart.

Die Bankenstadt Frankfurt kann trotz aller Bemühungen um mehr junge Finanzfirmen nicht mit der Konkurrenz Schritt halten. Bei der Zahl der ansässigen Finanz-Startups, also Fintechs, habe München 2018 Frankfurt überholt, heißt es in einer Studie der Bank Comdirect, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach haben sich am Main 95 Fintechs angesiedelt, etwas weniger als in der bayerischen Landeshauptstadt (100). Vor einem Jahr lagen Frankfurt und München noch gleichauf. Unangefochten bleibt Berlin mit 249 Finanz-Startups. Die Zahlen bedeuten Gegenwind für die Initiativen der Politik für mehr Gründer am Main.

„Frankfurt bleibt als Fintech-Standort hinter den eigenen Ansprüchen zurück“

„Frankfurt bleibt als Fintech-Standort hinter den eigenen Ansprüchen zurück“, sagte Comdirect-Chef Arno Walter. München hingegen überzeuge mit einem ausgewogenen Mix aus Gründern und Kapitalgebern. So seien in den Jahren 2017 und 2018 in München 22 Fintechs gegründet worden, in Frankfurt hingegen nur 17. Und während Finanz-Startups an der Isar in dem Zeitraum 174 Millionen Euro Wagniskapital von Investoren einsammelten, kamen Gründer am Main nur auf ein Fünftel davon (36 Millionen). Damit steht Frankfurt beim Wagniskapital auf Platz vier hinter München, Hamburg (236) und dem Gründer-Mekka Berlin (854).

Deutsche Bank, Deutsche Börse und Commerzbank fördern Fintechs

Fintechs haben in den vergangenen Jahren Innovationen in der Finanzbranche angestoßen. Sie bieten Verbrauchern etwa neue digitale Zahlverfahren und Hilfe beim Sparen und Investieren mit Online-Vermögensverwaltungen oder Vergleichsportalen für Tagesgeld. Etliche Banken kooperieren mit Startups, um sich in Zeiten der Digitalisierung besser auf die Bedürfnisse der Kunden einzustellen.

Frankfurt versucht, mit zahlreichen Initiativen attraktiver für Fintechs zu werden und verweist dabei auf die verkehrsgünstige Lage, den starken Finanzplatz und den örtlichen Internetknoten. Die Deutsche Börse bietet ferner Wachstumsfirmen die Chance zum Börsengang im eigenen Segment Scale. Die Deutsche Bank wiederum hat eine Digitalfabrik gegründet, die Kreative einbindet, und die Commerzbank investiert mit dem Main Incubator in Startups.

Grafik: Comdirect

Grafik: Comdirect

Erst im Februar hatte die hessische Landesregierung eine Allianz aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft ins Leben gerufen, um Frankfurt binnen fünf Jahren zu einer international führenden Region für Startups machen. Bis 2022 sollen demnach in der Finanzstadt und Umgebung 1.000 Wachstumsfirmen sitzen, davon die Hälfte Fintechs – ein ambitioniertes Ziel. Dazu sollen bis zu 20 Millionen Euro fließen.

Frankfurt habe die Startup-Szene relativ spät entdeckt und in kurzer Zeit viel erreicht, sagte der Berater Peter Barkow, auf dessen Daten die Studie beruht. Gerade in Sachen internationaler Vernetzung habe sich etwa mit dem Gründerzentrum Techquartier viel getan. In München gebe es jedoch eine größere und gewachsene Szene an Investoren und den Vorteil von zwei international führenden Versicherungen. „Frankfurt wächst in Sachen Startups, nur München wächst schneller.“ dpa

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