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Firefox hält an Plänen zur Blockierung von Nutzer-Tracking fest

Auch wenn es noch etwas dauern könnte, langfristig möchte Mozilla in Firefox nur noch wenige Cookies automatisch zulassen. Mithilfe einer von der Universität Stanford bereitgestellten Liste sollen zukünftige Versionen des Browsers wissen, welche Cookies zugelassen werden sollen und welche nicht. Darüber hinaus wird man das aus Safari bekannte Prinzip übernehmen, und Cookies von regelmäßig besuchten Seiten weiterhin zulassen.

Firefox soll nur noch wenige Cookies zulassen

In Apples Safari-Browser gibt es seit längerem eine Funktion, die dafür sorgt, dass nur Cookies von Seiten zugelassen werden, die man auch selbst besucht hat. Dadurch wird die Speicherung von Cookies die von Drittanbietern kommen unterbunden. Nach Meinung von Brendan Eich, seines Zeichens CTO der Mozilla Corporation, ergeben sich daraus allerdings ein paar Probleme. Das Erste wäre eine falsch negative Diagnose. Wenn man zum Beispiel eine Seite namens t3n-beispiel-domain.de besuchen würde, der Cookie aber von einer anderen Domain desselben Anbieters, also zum Beispiel t3n-beispiel-domain-cdn.de käme, dann würde ein solcher Mechanismus den Cookie blocken. Dies wäre unter Umständen nicht im Interesse des Nutzers. Ein zweites Problem wäre eine falsch negative Diagnose. So geht man bei Mozilla davon aus, dass man nicht von jeder Seite die man mal besucht hat, auch Cookies zulassen möchte.

Cookie Clearinghouse: Firefox will zukünftig auf die Liste aus Stanford setzen. (Bild: Stanford CIS)
Cookie Clearinghouse: Firefox will zukünftig auf die Liste aus Stanford setzen. (Bild: Stanford CIS)

Cookie Clearinghouse: Firefox nutzt Liste aus Stanford

Um den geschilderten Problemen zu entgehen, setzt Firefox auf ein Projekt der Universität Stanford namens Cookie Clearinghouse. Dieses wurde am Center for Internet and Society entwickelt und bietet einen Mechanismus um Cookies je nach Einschätzung der Macher zu erlauben oder zu blockieren. Dadurch sollen die beiden erwähnten Problemfälle gelöst werden. Neben Firefox kooperiert auch der Browser-Hersteller Opera mit dem Projekt. Derzeit befindet sich das Projekt noch im Aufbau, daher wird Mozilla auch bei seiner Firefox Version 23, welche in vier Tagen die Beta-Phase erreicht, bei dem System von Apple bleiben. Langfristig will man aber auf die Unterstützung der Elite-Universität setzen.

Die Werbeindustrie kritisiert die Pläne des Browser-Herstellers

Vertreter der Werbeindustrie stehen den Plänen kritisch gegenüber. Laut ihnen sind Cookies unabdingbar um Menschen zielgerichtete Werbung zu liefern. Außerdem würden viele Menschen auch genau dies wünschen. Generell hält man die bestehenden Möglichkeiten zum Schutz vor ungewollten Cookies für ausreichend.

Wann wir die erwähnten Funktionen in einer Stable-Release des Firefox Browsers sehen werden, ist derzeit ungewiss. Mit 20 Prozent Marktanteil im Browser-Markt könnte es jedoch deutliche Auswirkungen auf die Werbebranche haben.

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6 Reaktionen
ChristE

20% Marktanteil? Ich komme eher auf 35-40% Anteil an Desktopbrowsern. Und um genau diese Gruppe geht. Im Mobilebereich sind AdBlock, Ghostery und Ähnliches noch lange nicht üblich oder gar möglich.

Saenic

@Tom:
Subdomain des Werbetreibenden? Funktionieren sollte es damit schon, nur klingt mir das als sehr hoher Aufwand, nur um den Benutzern Sachen zu präsentieren, die er eigentlich gar nicht will.

Aber wenn die Industrie dann von angeblichen Millionen- oder gar Milliardenverlusten spricht, dann frage ich mich, welcher Ottonormaluser die Zielgerichtete Werbung überhaupt anklickt.

Meiner Meinung nach ist die beste Werbung einfach ein gutes Produkt. Dann wird das in Tests und Berichterstattung von allein erwähnt, ohne dass man Millionen ausgeben muss, um Hans Werner ne animierte Rasensprenkler Werbung zu präsentieren.

Tom

@Niko:
Bin ich nicht mal sicher. Retargeting setzt die Cookies auf der Seite des Werbetreibenden und da sind es First-Party-Cookies. Das Werbenetzwerk selbst benötigt dann für das Auslesen zwar eine Sub-Domain des Werbetreibenden, aber damit müsste sich der Block eigentlich umgehen lassen, oder nicht?

Tom

Die Wirkung ist eh fraglich. Man kann zwar Rücklauf merken, allerdings ist die Frage, ob die Leute nicht auch so gekauft hätten.
U.a. werden aber auch Abrechnungsmodell wie PostView unter dem Block leiden. Personen-bezogene Daten interessieren hier zwar weniger, aber man muss ja zumindest mal feststellen können, ob jemand ein Werbemittel theoretisch gesehen hat. Der Nutzen für die Werbetreibenden ist zwar eh fraglich, allerdings war das Erlösmodell wohl ganz gut für die Publisher.

Nico

Ich begrüße die Entscheidung sehr! Endlich ist schluss mit dieser zielgerichteten Werbung.

Saenic

"Laut ihnen sind Cookies unabdingbar um Menschen zielgerichtete Werbung zu liefern. Außerdem würden viele Menschen auch genau dies wünschen. "

Zeig mir mal einen Menschen, der gerne personalisierte und zielgerichtete Werbung sehen will. Wenn ich mir etwas kaufe, dann lese ich meist Testberichte durch und vergleiche. Abgesehen davon hab ich eh keine Werbung im Internet, Adblock und Adfree sei dank.

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