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Die Firma von Peter Thiel gerät in den Sog des Facebook-Skandals

Investor und Milliardär Peter Thiel. (Foto: dpa)

Der Datenskandal um Cambridge Analytica zieht immer weitere Kreise. Nachdem Facebook seit Tagen in der Kritik steht, rückt nun auch die Firma von Aufsichtsrat Peter Thiel in den Fokus. 

Bei der Suche nach Wegen, an die Daten von Facebook-Nutzern zu kommen, soll Cambridge Analytica Hilfe von einem bekannten Unternehmen aus der Techszene bekommen haben: Palantir, die Firma von Facebook-Aufsichtsrat Peter Thiel. Ein Mitarbeiter des Dienstleisters soll die Idee aufgebracht haben, mit einer eigenen App die Daten von Usern und ihren Freunden abzugreifen. Das geht aus Dokumenten hervor, die der New York Times vorliegen.

Die Verbindung zwischen den Unternehmen hatte zuvor der Whistleblower Christopher Wylie in einer Anhörung in Großbritannien offengelegt. „Es gab Senior-Mitarbeiter bei Palantir, die mit Facebook-Daten gearbeitet haben“, sagte der Mitgründer von Cambridge Analytica vor einem Untersuchungsausschuss des britischen Parlaments. Gemeinsam arbeiteten sie in den Büros von Cambridge Analytica „an den Daten“, auch Besuche der Cambridge-Mitarbeiter bei Palantir habe es gegeben.

Palantir: Firma von Peter Thiel bestreitet Verbindungen – zunächst

Interessant: Zustande gekommen sein soll die Zusammenarbeit über Sophie Schmidt, Tochter des damaligen Google-Chefs Eric Schmidt. Sie war Praktikantin der SLC-Gruppe, einer britischen Intelligence-Firma, bei der Wylie 2013 beschäftigt war und die später gemeinsam mit der Milliardär und Trump-Unterstützter Robert Mercer wiederum Cambridge Anayltica gründete. Sophie Schmidt soll SLC dazu gedrängt haben, mit Palantir zusammenzuarbeiten, wie aus E-Mails hervorgeht.

Die Firma von Peter Thiel bestritt jegliche Verbindungen zunächst, räumte aber später ein, dass ein Mitarbeiter eigenständig mit Cambridge Analytica zusammengearbeitet hat. Wylie spricht von mehreren Mitarbeitern. Eine Palantir-Sprecherin bestätigte gegenüber der New York Times zudem, dass es Überlegungen zu einer offiziellen Zusammenarbeit gegeben habe, sie aber nicht zustande gekommen sei, weil Führungskräfte nicht in den Wahlkampf mit hineingezogen werden wollten. Auch Wylie sagt, dass es keinen offiziellen Vertrag gab.

Die Website von Cambridge Analytica. (Screenshot: cambridgeanalytica.org/t3n.de)

Peter Thiel ist bekannt dafür, dass er die liberale Haltung des Silicon Valley nicht teilt. Im US-Wahlkampf 2016 war er der einzige bekannte Investor aus der Techszene, der Donald Trump öffentlich unterstützte. Mehr als eine Million US-Dollar soll der Paypal-Gründer für die Kampagne des heutigen US-Präsidenten gespendet haben, wie Medien berichten. Damit hatte er sich Kritik eingehandelt – unter anderem von seinem Facebook-Aufsichtsratskollegen Reed Hastings.

Cambridge Analytica war nach Berichten der New York Times und des Guardian in die Kritik geraten, weil das Unternehmen mit Hilfe einer eigenen App die Facebook-Daten von Nutzern und ihren Freunden abgegriffen haben soll. Die Daten sollen wiederum im US-Wahlkampf 2016 zur Beeinflussung bestimmter Zielgruppen im Sinne Donald Trumps genutzt worden sein. Schon 2016 hatte ein Bericht des Schweizer Magazins nahegelegt, dass Cambridge Analytica durch gezieltes Targeting die Wahlen in Richtung des republikanischen Präsidentschaftskandidaten gelenkt haben soll. An der tatsächlichen Wirksamkeit der Methode gibt es aber nach wie vor Zweifel.

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