Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

News

Die Flatrate für Lebensmittel-Lieferungen kommt

E-Commerce: Das Geschäft mit Lebensmittel-Lieferungen boomt. (Foto: aluxum – Shutterstock)

Die Lieferkosten für Lebensmittelbestellungen nach Hause sind hoch. Bei Amazon Fresh kommt man auf knapp 300 US-Dollar pro Jahr. Doch es geht auch günstiger.

Lieferkosten sind den Kunden ein Gräuel. In Umfragen zeigt sich immer wieder, dass zu hohe Liefergebühren Kunden vom Bestellen abhalten. Der Branchenverband Bitkom hat im Januar 2016 eine Studie veröffentlicht, der zufolge die Versandkosten für Lebensmittelieferungen für circa 32 Prozent der Befragten ein Hindernis für Online-Bestellungen sind.

Um gegenzusteuern, experimentieren die Lieferdienste mit Flatrates: Für eine monatliche Pauschalsumme darf man sich Ware aus dem Supermarkt kommen lassen, so oft man will. Nun hat Peer Schader in seinem Supermarktblog Flatrate-Konzepte von Rewe/Billa und Amazon Fresh verglichen.

Vom Supermarkt frisch nach Hause (Foto: Billa)
Vom Supermarkt frisch nach Hause. (Foto: Billa)

Lieferkosten bei Rewe: je nach Liefergeschwindigkeit

In Deutschland wird bislang pro Lieferung abgerechnet. Bei Rewe beispielsweise ist das nicht ganz einfach: Da richten sich die Lieferkosten nach Bestellwert und Zeitfenster, in dem geliefert werden soll. Edeka berechnet 4,90 Euro und liefert per DHL. Wer da frischen Salat bestellen will, überlegt sich das vermutlich zwei Mal.

In den USA sind wiederum die Amazon-Fresh-LKWs  unterwegs. One-Hour-Delivery, die Lieferung binnen einer Stunde, gehört zum Service. Doch das Liefervergnügen ist teuer: Erstens muss der Kunde Prime-Mitglied sein und dafür schon mal 99 Dollar pro Jahr berappen. Und zweitens kostet die Liefer-Flatrate noch mal 14,99 US-Dollar im  Monat, wie Peer Schader in seinem Supermarktblog beschreibt. Summa summarum macht das 278,98 Dollar im Jahr für Food-Lieferungen. Dafür kann man ganz schön viel Steak essen.

Dabei geht das alles auch schlauer, findet Peer Schader vom Supermarktblog. In Österreich testet die Supermarktkette Billa, die zur Rewe Group gehört, ein eigenes Flatrate-Modell: den Billa Lieferpass. Ähnlich wie eine Fahrkarte oder einen Skipass löst der Kunde einen Monatspass für Supermarktlieferungen für 9,99 Euro. Dann darf man liefern lassen, bis der Auspuff abfällt.

Nach 30 Tagen verfällt der Pass. Wer weiter von Billa liefern lassen will, kauft einen neuen Flatrate-Pass. Inzwischen gibt es auch Drei- und Sechsmonatspässe. Drei Monate kosten derzeit 26,99 Euro, sechs Monate 44,99 Euro. Auch bei Billa müssen sich Kunden anmelden, beim sogenannten „Billa Vorteilsclub“. Aber der ist im Gegensatz zu Amazon Prime kostenlos. Insgesamt kommt man, wenn man bei Billa bleibt, mit 90 Euro im Jahr (zwei Sechsmonats-Pässe für 44,99 Euro) hin. Das ist ein Drittel dessen, was Amazon Fresh verlangt.

Ihr Mindestbestellwert ist da (Foto: Billa)
Ihr Mindestbestellwert ist da. (Foto: Billa)

Lieferkosten-Flatrate bewahrt nicht vor Mindestbestellwert

Kleiner Wermutstropfen: Sowohl Amazon Fresh als auch Billa verlangen einen Mindestbestellwert. Milch vergessen – ach, dann sag ich es schnell Amazons Sprachassistent Alexa – so funktioniert das Konzept noch nicht. Amazon Fresh in Großbritannien fordert einen Bestellwert von mindestens 40 Pfund. Billa hat 30 Euro Minimum-Bestellwert festgelegt. Und damit eignet sich der Lieferdienst auch schon nicht mehr für Singles, deren Warenkorb meist um die 20 Euro liegt.

Spannend wird es, wie Amazon Fresh 2017 in den deutschen Markt einsteigen will und wie Rewe und andere deutsche Supermärkte und Discounter reagieren. Potenzial bietet der Handel mit Produkten aus dem Supermarkt auf alle Fälle, schließlich haben bislang erst rund 28 Prozent aller Online-Shopper Lebensmittel oder Getränke im Internet gekauft. Für den Handel ist das ein riesiges Marktpotenzial, das darauf wartet, erschlossen zu werden – zu vernünftigen Konditionen.

Ebenfalls interessant: Aldi als Vorbild – Amazon plant eine Reihe von Supermärkten für Fresh-Kunden

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

3 Reaktionen
Karl Marx

Was bringt mir ein Rewe lieferdienst, der hier im PLZ Gebiet nicht liefert... NICHTS.

Antworten
happyfun

Wenns nur die zusätzlichen Lieferkosten wäre, die Online-Lebensmittel-Preise sind zudem auch gepfeffert, da kommen locker nochmals 200€ als versteckte Preiserhöhung in den Ware selbst dazu.

Sowas kommt doch nur für Stars ala Madonna günstiger, die ohne Bodyguard nicht mal um die Ecke beim Bäcker ein Brötchen holen können.

Antworten
Saša

finde ich auch.

der Restaurant-Besuch ist die teuerste Königsdisziplin. Danach abgeleitet kommt das Fastfood per Lieferdienst. Da beides auf dauer ungesund, Langweilig und Kostspielig wird, übernimmt man selbst die arbeit in Form der Kochzubereitung. Einen Lieferdienst nun dafür zu etablieren schlägt meiner Meinung nach in die umgekehrte Kerbe und treibt die Kosten erneut hoch.

Letztendlich kann es nur darauf hinauslaufen, wie bei Restaurants, Großküchen und anderen Großabnehmern, einen Plan und Wochen oder gar Monatsmenüplan zu haben, was wann und wieviel geordert werden soll. Sind also nicht ohne weiteres die IoT-Kühlschränke als Hoffnungsträger angekündigt.

Aber ich denke noch etwas weiter und prophezeihe für die weitere Entwicklung letztendlich entweder sowas wie einen Kühlschrank, der einem nicht gehört - sondern nur in die Wohnung oder als gemeinschaftskühlschrank im Keller eines Mietshauses eingebaut wird. Dieser wird von Lieferanten aufgefüllt und die Entnahme technisch durch RFID oder anderes getrennt nach Mieter festgehalten. Die Abrechnung erfolgt nach Verbrauch am Monatsende. Welche Artikel gefragt sind, rechnet das System automatisch aufgrund Statistiken aus oder fängt mit kleinen Stückzahlen an und errechnet indiviualisiert je nach Entnahme die Häufigkeit

Nicht ohne Grund will hier REWE hier in Rhein-Main in fast jede Straße so nah am Kunden sein wie nur möglich.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n-Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Abbrechen

Finde einen Job, den du liebst