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Flattr wagt umfangreichen Neustart

(Foto: Flattr)

Der Micropayment-Dienst Flattr will es nochmal wissen und hat sich als Browser-Erweiterung neu erfunden. Dahinter steckt mit Eyeo der Anbieter eines bekannten Werbeblockers.

Flattr 2.0: Der Social-Payment-Anbieter verändert sein Konzept

2010 schickte sich Peter Sunde, der Mitbegründer der Torrent-Plattform the Pirate Bay, an, Inhaltsanbietern eine alternative Einnahmequelle zur Verfügung zu stellen. Diesen Dienst taufte er Flattr. Das Prinzip: Über einen kleinen Button, den Inhaltsanbieter in ihre Website integrieren konnten, konnte unkompliziert ein Kleinstbetrag an den Ersteller gespendet werden. Nach einem anfänglichen Hype ließ das Interesse der Netzgemeinde jedoch schnell nach und nur wenige dürften dauerhaft nennenswerte Einnahmen mit Flattr generiert haben.

Darauf hat Flattr jetzt reagiert und das Modell grundlegend überarbeitet. Ab sofort ist Flattr eine Browser-Erweiterung, die genau mitschneidet, welche Seiten ihr besucht und wie viel Zeit ihr darauf verbringt. Anhand dieser Daten verteilt Flattr dann einen von euch festgelegten monatlichen Betrag an die Urheber der Seiten. Allerdings auch nur, wenn die sich über die Flattr-Website als Urheber registriert haben. Besucht ihr ausschließlich Websites, die das nicht getan haben, dann bleibt euer Geld im Topf und ihr erspart euch die Zahlung des Betrags im darauffolgenden Monat.

Flattr basiert jetzt auf einer Browser-Erweiterung für Chrome und Firefox. (Grafik: Flattr)

Flattr 2.0: Vorteile und Nachteile des neuen Systems

Für Nutzer ist es natürlich praktisch, dass sie sich nicht mehr manuell darum kümmern müssen, wer von ihren Besuchen profitiert. Allerdings steht das neue Flattr vorläufig nur für die Desktop-Varianten von Chrome und Firefox zur Verfügung. Außerdem bleibt die Frage des Datenschutzes. Die Flattr-Erweiterung sendet nach Angaben der Macher nur die URLs an den Anbieter, bei denen es theoretisch auch zu einer Auszahlung an den Betreiber der Seite käme. Davon explizit ausgeschlossenen sollen beispielsweise Mail-Accounts, Online-Banking-Seiten oder Porno-Websites sein. Dennoch erhält Flattr aber natürlich einen gewissen Einblick in euer Surfverhalten.

Für Inhaltsanbieter wichtig: Flattr behält 7,5 Prozent aller Einnahmen für sich. Der Payment-Dienstleister, der die Kreditkarteneinzahlungen für den Dienst vornimmt, behält überdies neun Prozent der Einnahmen ein. Dazu kommt eine Gebühr von drei US-Dollar für jede Auszahlung von Flattr. Der Mindestauszahlungsbetrag beläuft sich derzeit auf zehn US-Dollar. Ein geringerer Betrag würde bei der Höhe der Auszahlungsgebühr aber auch kaum Sinn ergeben.

Seit April 2017 ist Flattr eine hundertprozentige Tochter von Eyeo. Das deutsche Unternehmen ist vor allem als Entwickler des Werbeblockers Adblock Plus bekannt. Deren Geschäftsmodell basiert darauf, dass die Werbeindustrie gegen Bezahlung und unter Einhaltung gewisser Standards Anzeigen durch den Werbeblocker schleusen kann. Ein Geschäftsmodell, das durchaus Kritiker hat und bereits mehrfach deutsche Gerichte beschäftigte. Zuletzt hatte das Oberlandesgericht München zugunsten von Eyeo entschieden, und damit mehrere zusammengefasste Klagen großer deutschen Medienhäuser abgewiesen, die auf ein Verbot von Adblock Plus gedrängt hatten.

Weiterlesen: Flattr von Eyeo übernommen – Warum Adblock Plus zu Flattr passt

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Eine Reaktion
Rudi

Flattern bedeutet Nutzungsdaten sammeln und auswerten. Wen ich das machen lasse, dem muss ich vertrauen. Das Konzept klingt zwar recht vernünftig aber es gibt genau eine Firma, der ich noch weniger traue als Facebook und Google und das ist Eyeo.

Deren Adblocking Konzept ist einfach parasitär und zweigt von den vermutlich ohnehin spärlichen Gewinnen aus einem ziemlich kranken Geschäft (Content gegen Werbeplatzierung) nochmal einen gehörigen Anteil ab.

Ergo: Nein, nicht mit Eyeo.

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