News

New Work – vor allem Chefs arbeiten flexibel

Führungskräfte fühlen sich freier in der Gestaltung ihres Arbeitsalltags. (Foto: Shutterstock-Baranq)

Die Digitalisierung verspricht mehr Flexibilität bei Arbeitszeit und Einsatzort. Jedoch sind es vor allem Führungskräfte, die derzeit profitieren, wie diese Umfrage zeigt.

Die Welt der Arbeit verändert sich. Die Digitalisierung bewirkt, dass immer mehr Routineaufgaben automatisiert werden und Berufstätige mehr Zeit für Wesentliches bekommen. Der Siegeszug des Personal Computers hat zudem zur Folge, dass wir nicht mehr ortsgebunden arbeiten müssen. All diese Vorteile sollen uns freier machen. So hat es der Philosoph Frithjof Bergmann bereits in den 70ern prophezeit, als er die New-Work-Bewegung begründete. Flexible Arbeitszeiten und Einsatzorte sowie persönliche Entscheidungsfreiheit – damit locken gegenwärtige Versprechen. Doch wie beurteilen Arbeitnehmer diese Verheißungen eigentlich?

Führungskräfte fühlen sich freier in der Gestaltung ihres Arbeitsalltags

Die Personalberatung Kienbaum und die Online-Stellenbörse Stepstone haben dazu eine aktuelle Umfrage unter rund 13.500 Führungs- und Fachkräften durchgeführt. Das Ergebnis: In der Sache herrscht eine große Uneinigkeit zwischen Vorgesetzten und ihren Team-Mitgliedern. Erstere erleben ihre Arbeit zumeist völlig anders als Letztere. Geht es um Flexibilität, Zufriedenheit oder Organisationsstruktur, sind Chefs und Chefinnen positiver gestimmt als ihre Gefolgschaft. Einig ist man sich nur bei einer Sache: Der Arbeitsplatz ist inzwischen völlig durchdigitalisiert – sowohl Medien als auch Technologien sind täglich im Einsatz.

Zu den Zahlen: Etwa 36 Prozent der Vorgesetzten fühlen sich durch die Digitalisierung freier in der Gestaltung ihres Arbeitsalltags. Unter den Fachkräften gaben nur 16 Prozent an, in ihren täglichen Arbeitsabläufen flexibel zu sein. Das schlägt sich laut der Umfrage auch auf die Zufriedenheit nieder. Solide 63 Prozent der Führungskräfte gaben an, dass sie ihre tägliche Arbeit mögen. Unter den Fachkräften haben sich 47 Prozent entsprechend geäußert. Satte 54 Prozent der Fachkräfte hegen ernsthafte Kündigungsabsichten, was jedoch auf diverse Gründe zurückzuführen ist. Einer davon: unterschiedliche Wertevorstellungen.

„Es reicht demnach nicht, die Mitarbeiter nur mit den nötigen Technologien zu versorgen.“

Dass Teams nach wie vor überwiegend hierarchisch organisiert sind, bestätigen beide Teilnehmergruppen. Während 63 Prozent der Führungskräfte ihrem Arbeitgeber hierarchische Strukturen nachsagen, sind es unter den Fachkräften annähernd gleiche 68 Prozent. Je größer ein Unternehmen ist, desto mehr nehmen Arbeitnehmer etablierte Rangordnungen wahr. Unterschiede gibt es jedoch auch in den Branchen. Während Mitarbeiter in Agenturen oder IT-Unternehmen ihrem Arbeitgeber flache Hierarchien attestieren, sprechen Fach- und Führungskräfte aus dem Öffentlichen Dienst eindeutig von hierarchischen Strukturen.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Umfrage lautet, dass Führungskräfte zufriedener sind, sich stärker mit ihrer Arbeit identifizieren und deutlich mehr Arbeit 4.0 erleben dürfen als Fachkräfte. Dabei sollten Organisationen mehr Flexibilität für alle wagen, lautet eine Empfehlung. „Es reicht demnach nicht, die Mitarbeiter nur mit den nötigen Technologien zu versorgen“, schreiben die Studienführer. „Vielmehr muss der Umgang mit ihnen auch aktiv kommuniziert und gefördert werden, damit die Mitarbeiter mit diesen von unterwegs oder zu Hause aus arbeiten und kooperieren können.“

Erfolgreicher im Job: Diese Apps helfen euch bei der Karriere
Jobsuche: Die kostenlose Truffls-App für iOS und Android ist ein Tinder für Bewerber. Wer auf der Suche nach einem interessanten Job ist und fündig wird, swipt einfach nach rechts und schickt einen Lebenslauf ab. Antwortet das Unternehmen, kommt es zum Match. (Grafik: t3n / dunnnk)

1 von 13

Übrigens, auch dieser Beitrag könnte dich interessieren: Einen Tag lang Chef sein – Was Mitarbeiter anders machen würden

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.