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Flixmobility bekommt halbe Milliarde – und startet Flixcar

Flixtrains fahren seit einem Jahr durch Deutschland. (Foto: Sergio Monti Photography / Shutterstock)

Flixmobility, die Firma hinter den Marken Flixbus und Flixtrain, erhält eine Finanzspritze von 500 Millionen Euro und will expandieren.

Rekordfinanzierung für deutsches Startup

Es ist die bisher größte Finanzierungsrunde für ein deutsches Startup. Flixmobility erhält 500 Millionen Euro und will damit vorrangig nach Asien und Latein-Amerika expandieren. Zusätzlich soll ein Ridesharing-Dienst in direkter Konkurrenz zum französischen Blablacar entstehen. Dessen Name steht schon fest – Flixcar. Flixcar ist eine konsequente Fortsetzung des Transportkonzepts von Flexmobility, die bislang auf eine Kombination aus Flixbus und Flixtrain setzen.

Wie Firmengründer Jochen Engert der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte, soll Flixcar dabei eine Ergänzung und kein Ersatz der beiden anderen Dienste sein. So könnten Kunden Flixcar etwa nutzen, um die zentralen Bahnhöfe zu erreichen, von denen aus sie dann per Bus oder Bahn weiterreisen würden. Das konkrete Konzept für Flixcar soll bis Ende des Jahres stehen. Zum Start soll der Betrieb zunächst auf ein bis zwei europäische Länder begrenzt werden.

Flixmobility bleibt privat, kein IPO geplant

Flixmobility ist nicht börsennotiert und hat Pläne zu einem Börsengang nach umfangreichen Beratungen im letzten Jahr zunächst ad acta gelegt. Stattdessen wolle man, so Engert, mit Investoren arbeiten, die die „strategische Vision“ des 2013 unter dem Namen Flixbus gegründeten Unternehmens teilen.

Damit kann Flixmobility jetzt Namen wie Daimler, Holtzbrinck Ventures, die European Investment Bank, TCV, Permira, General Atlantic, Silver Lake und Morgan Stanley zu seinem Unterstützerkreis zählen. Laut Engert arbeitet Flixmobility bereits in ungefähr der Hälfte aller Märkte, in denen das Unternehmen aktiv ist, profitabel. Da Flixmobility keine Zahlen zu den Unternehmensfinanzen veröffentlicht, ist die Aussage nicht überprüfbar.

t3n meint:

Junges Unternehmen, starke Investoren, hohe Expansionsgeschwindigkeit. Das kann im Grunde keine gesunde Form von Wachstum sein. Schaut man zudem auf das eigentliche Produkt, so besteht es in einer Kannibalisierung bereits bestehender Transport-Dienstleistungen durch absolute preisliche Aggressivität. Es fällt mir schwer, darin einen nachhaltigen Ansatz zu erkennen. Vor allem die Präkarisierung der beteiligten Berufe macht mir Sorge.

Dieter Petereit

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2 Kommentare
Daniel
Daniel

„Präkarisierung“ kommt von pre­kär also Prekarisierung.
Kennt sogar die Rechtschreibprüfung meines Browsers ;)

Antworten
Dieter Petereit

Vollkommen richtig. Danke für den Hinweis.

Antworten

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