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Silicon-Valley-Star investiert in Startup von „Jugend forscht“-Gewinner

Mesosphere-Gründer Florian Leibert. (Foto: dpa)

Mit seinem Cloud-Startup Mesosphere wurde Florian Leibert im Silicon Valley zum Star. Jetzt investiert er in eine mobile Grafiksoftware – programmiert von einem 19-Jährigen.

Als „Bill Gates des Cloud-Computings“ hat sich Florian Leibert einen Namen weit über das Silicon Valley hinaus gemacht. Zuerst half der gebürtige Schweinfurter dem Micro-Blogging-Dienst Twitter bei Serverproblemen, dann baute er die IT-Infrastruktur von Airbnb auf – und gründete mit Mesosphere letztlich sein eigenes Milliardenstartup.

Mesosphere hilft Unternehmen mit einer quelloffenen Software dabei, Rechenprozesse zwischen verschiedenen Datenzentren zu verteilen. Das soll die Auslastung erhöhen und die Kosten erheblich senken. Zu den Kunden von Leiberts Firma gehören nicht nur Techkonzerne wie Netflix und Uber, auch die Liste an Investoren ist lang: Knapp 250 Millionen Dollar flossen seit 2013 in Mesosphere. Sogar ein Kaufangebot von Microsoft schlug der Gründer zwischenzeitlich aus.

Investment in die App eines 19-Jährigen

Stattdessen beteiligt sich Florian Leibert seit kurzem selbst an Startups – zuletzt etwa am Berliner Chatbotanbieter Rasa. Nach t3n-Informationen kommt jetzt mit Linearity aus Karlsruhe eine weitere Jungfirma aus Deutschland hinzu. Dahinter steht der erst 19-jährige Gründer Vladimir Danila, der die Grafik-App Vectornator entwickelt hat.

Vladimir Danila entwickelte eine Grafik-App fürs iPad – jetzt erhält er Geld von Silicon-Valley-Star Florian Leibert. (Foto: dpa)

Vladimir Danila entwickelte eine Grafik-App – jetzt erhält er Geld von Silicon-Valley-Star Florian Leibert. (Foto: dpa)

Mit der Software können Designer ihre Zeichnungen auf dem iPad oder iPhone beliebig stark vergrößern, ohne dass sie unscharf werden. Auf mobilen Endgeräten keine Selbstverständlichkeit: Normalerweise sind dafür teure Computerprogramme und leistungsstarke Prozessoren notwendig. Danila hingegen will mit seiner App Vectornator eine lang bestehende Marktlücke schließen und auch Profi-Designern ermöglichen, ihre Arbeiten auch unterwegs im Café oder in der Bahn zu erledigen. „Adobe hat nach wie vor kein vollwertiges Grafik-Tool für das iPad auf den Markt gebracht“, erklärt Danila gegenüber t3n. Mit seiner Software wolle er das ändern.

Die Idee überzeugte nach einem Telefonat auch Valley-Star Leibert. „Im Grafikbearbeitungssoftware-Markt gab es lange kaum Innovation und etablierte Firmen wie Adobe haben das iPad und iPhone stets nur als Consumer-Device betrachtet. Mit Vectornator kann man direkt am iPad professionelle Vektorgrafiken erstellen und auf Adobe Illustrator verzichten“, erklärt der Investor auf Anfrage von t3n. „Zudem sprechen die App-Store-Bewertungen für sich – ein so neues Produkt mit 4,7 Sternen bei mehr als 7.000 Reviews gibt es selten.“ Einen sechsstelligen Betrag habe er deshalb in das Startup des 19-Jährigen investiert, erklärt Leibert.

Bei „Jugend forscht“ gewonnen

Vectornator-Erfinder Vladimir Danila, der im Alter von zehn Jahren seine ersten Codezeilen schrieb, ist in der deutschen Gründerszene übrigens kein Unbekannter. Der Abiturient gewann mit seiner App bereits 2017 den renommierten Technikwettbewerb „Jugend forscht“ in der Kategorie Mathematik und Informatik. Mit dem Preisgeld gründete Danila danach seine erste Firma – und holte schnell Promi-Investoren an Bord. So stiegen im vergangenen Jahr etwa Idealo-Gründer Martin Sinner und Philip Magoulas von Zalando als Unterstützer bei Vectornator ein.

Auch Florian Leibert will den Jungunternehmer künftig mit mehr als nur Kapital helfen. Er sei gut im Silicon Valley vernetzt, kenne durch seine Zeit bei Twitter und Airbnb viele hochrangige Designer. „Die will ich alle auf das Produkt aufmerksam machen“, sagt Leibert. Und: „Als Gründer einer Firma will ich auch helfen, wenn es mal nicht so gut läuft – viele Investoren,die nie gegründet haben, haben oft weder Empathie noch Verständnis dafür, wie schwierig es ist eine Firma aufzubauen.“

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