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Wie Forscher aus Atommüll Batterien machen wollen

(Screenshot: Youtube/University of Bristol/t3n)

Britische Forscher haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sie aus Atommüll Batterien machen können. Diese sollen etwa für Satelliten oder Drohnen verwendet werden können.

Radioaktive Abfälle werden zu Batterien

Radioaktive Abfälle aus Atommeilern sinnvoll weiterverwenden, zugleich grünen Strom liefern und das Problem der Haltbarkeit von Akkus lösen? All das wollen britische Wissenschaftler von der University of Bristol mit ihrem Verfahren geschafft haben. Dabei werden aus einem Abfallprodukt von Kernkraftwerken Batterien hergestellt, die zwar nur vergleichsweise wenig Energie liefern, das aber für Tausende von Jahren.

Batterien aus Atommüll leisten weniger als eine herkömmliche, halten aber Jahrtausende. (Bild: Shutterstock.com)
Batterien aus Atommüll leisten weniger als eine herkömmlich Batterie, halten aber Jahrtausende. (Bild: Shutterstock.com)

Die Forscher verwenden für den von ihnen entwickelten Prozess das bei der nuklearen Kettenreaktion anfallende Kohlenstoffisotop C 14, das normalerweise als Teil des Atommülls entsorgt werden müsste. Die Isotop-C-14-Blöcke werden erhitzt, die äußere hochradioaktive Schicht dadurch gasförmig. Dieses Gas wird anschließend unter hohem Druck und bei hoher Temperatur zu künstlichen Diamanten gepresst, die einen schwachen elektrischen Strom erzeugen.

Strahlende Batterien mit Schutzschicht

Eine einzelne Batterie aus einem Gramm C 14 soll den Forschern zufolge rund 15 Joule pro Tag liefern, weniger als eine AA-Batterie. Allerdings würde die Diamanten-Batterie auch nach einigen Tausend Jahren noch Strom erzeugen. Die Halbwertszeit von C 14 beläuft sich auf 5.730 Jahre. Um die interne Strahlung nach außen hin abzublocken, wird eine Schutzhülle aus nichtradioaktivem Kohlenstoff um das strahlende Batterieinnere gelegt.

Als Einsatzzweck für ihre Batterien sehen die Forscher etwa Herzschrittmacher, Satelliten, Raumsonden oder Drohnen. Also Geräte, bei denen der Wechsel von Batterien nicht ohne Weiteres möglich wäre, die aber auf einen Dauerbetrieb angewiesen sind. Der Atommüll verschwindet mit der Verwandlung in Batterien natürlich nicht – die übrigbleibenden Graphitblöcke strahlen ja (leicht) weiter –, aber immerhin, meinen die Forscher, wäre mit ihrer Methode ein Teil des radioaktiven Abfalls entsorgt.

Auch interessant in diesem Zusammenhang: Revolutionäre Akku-Technologie für Wearables – Swatch-Batterie soll Monate halten.

via futurezone.at

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Eine Reaktion
M. B.

Das klingt interessant – aber was ist, wenn gerade diese wichtige Schutzhülle um den radioaktiven Stoff im Körper bei einem im Artikel erwähten Herzschrittmacher zerstört wird? Dann gelangt radioaktive Strahlung direkt in den Körper, wenn ich das richtig verstanden habe. Wer kann hierzu Auskünfte geben?

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