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Frankreich: Amazon gibt Digitalsteuer an Verkäufer weiter

(Foto: Shutterstock)

Die von Frankreich beschlossene Digitalsteuer für Tech-Konzerne könnte nach hinten losgehen – zumindest was Amazon angeht. Der E-Commerce-Riese hebt die Verkäufergebühren an.

Im Juli hatte die französische Regierung eine Digitalsteuer in der Höhe von drei Prozent auf die Umsätze von – meist US-amerikanischen – Tech-Konzernen wie Google, Amazon und Facebook beschlossen. Zuvor war die Einführung einer EU-weiten Digitalsteuer gescheitert. Die US-Regierung unter Donald Trump sowie vor allem Amazon hatten heftig gegen den Alleingang Frankreichs in Sachen Steuer auf digitale Services protestiert. Jetzt scheint der E-Commerce-Riese die Abgabenlast kurzerhand an die Verkäufer auf seinem Marketplace weiterreichen zu wollen.

Amazon gibt Digitalsteuer an Verkäufer weiter

Einem Bericht von CNBC nach haben Tausende französische kleine und mittelständische Marketplace-Verkäufer ein Schreiben erhalten, in dem steht, dass Amazon die Gebühren ab Oktober um drei Prozent erhöhen wolle. Als Grund für die Erhöhung der Verkäufergebühren gab Amazon in der Ankündigung die kommende Digitalsteuer in Frankreich an. Sollten die Verkäufer die höheren Abgaben über eine Steigerung der Preise an ihre Kunden weitergeben, würden sich die Befürchtungen von Wirtschaftsexperten bewahrheiten. Auch die Tech-Konzerne hatten vor Preissteigerungen gewarnt.

Die französische Digitalsteuer hat vor allem in den USA für Wirbel gesorgt. Amazon-Manager Peter Hiltz, verantwortlich für die internationale Steuerpolitik und Abgabenplanung des Konzerns, hatte die dreiprozentige Steuer als „schädlich“ und „diskriminierend“ bezeichnet. Außerdem kündigte Hiltz an, dass die Digitalsteuer negative Auswirkungen auf Hunderttausende kleine und mittelständische haben werde, darunter die über 10.000 französischen Marketplace-Verkäufer. Amazon wies in einem Statement zudem darauf hin, dass man erkenne, dass die Weitergabe der Digitalsteuer gerade für kleine Verkäufer einen Wettbewerbsnachteil gegenüber ihren Konkurrenten in anderen Ländern bedeute.

Amazon, Facebook und Google bei Anhörung zur Digitalsteuer

Am Montag sind Verantwortliche von Amazon, Facebook, Google und weiteren Konzernen zu einer Anhörung bei der US-Regierung geladen, bei der es um die französische Digitalsteuer gehen soll. Die USA erwägen laut CNBC neue Zölle für Waren aus Frankreich oder andere Restriktionen, sollte Frankreich an der Steuer festhalten. Die französische Regierung will mit der Digitalsteuer internationale Konzerne mit einer ähnlichen Belastung konfrontieren, wie sie auch heimische Firmen schultern müssen. Immer wieder wird gerade den US-Tech-Konzernen vorgeworfen, mithilfe von Taktiken zur Steuervermeidung deutlich weniger Steuern zu zahlen als kleinere Konkurrenten.

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