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Frauen in Führungspositionen: Deutschland blamiert sich auf ganzer Linie

Frauen in Führungspositionen: Deutschland gehört zum Schlusslicht. (Foto: Shutterstock-Rawpixel.com)

Der Anteil an Frauen in Führungspositionen hierzulande ist im internationalen Vergleich extrem gering. Jetzt zeigt eine Studie: Zuletzt ist er in den Vorständen sogar noch gefallen.

Deutsche Männer kokettieren gerne damit, wie sehr sie ihre Frauen respektieren und wie fortschrittlich es in der Heimat zugeht. Dieser Respekt kennt jedoch Grenzen. Nämlich spätestens da, wo es um entscheidende Führungspositionen geht. „Schlusslicht Deutschland“, titelt deswegen die Allbright Stiftung in einer aktuellen Studie, die den Frauenanteil in den DAX-30-Unternehmen untersucht und mit den ebenfalls 30 größten Konzernen anderer Ländern verglichen hat. Deutschland schneidet demnach brachial schlecht ab. Die Frauenquote in den Vorständen der Dax-Konzerne liegt gerade einmal bei 12,1 Prozent. Deutschland befindet sich damit in etwa auf einer Stufe mit Indien oder der Türkei, die beide auf rund zehn Prozent Frauen in den Top-Firmen kommen.

Frauen in Führungspositionen: Deutschland gehört zum Schlusslicht

Besser läuft das anderswo: Die USA und Schweden liegen immerhin bei 24,8 beziehungsweise 24,1 Prozent. Das ist zwar immer noch zu weit entfernt von einer gerechten Verteilung, jedoch lässt sich ein Wille ausmachen. Und der allein lässt bereits tief blicken. Gegenüber dem SPIEGEL sagt die Allbright-Geschäftsführerin Wiebke Ankersen beispielsweise: „Frauen an der Konzernspitze sind ein guter Indikator dafür, wie veränderungsfähig die Unternehmenskultur insgesamt ist.“ Firmen, die es nicht schaffen würden, Frauen in Führungspositionen zu bringen, hinken oft auch bei der Digitalisierung hinterher, so die Frauenlobbyistin weiter. „Ein weiteres Zurückbleiben bei Diversität und Digitalisierung wäre mit Blick auf den internationalen Wettbewerb gefährlich.“

Der geringe Frauenanteil in den deutschen Vorständen ist immer wieder Thema. Zuletzt kam auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung zu einem ähnlichen Ergebnis. Damals zeigte sich, dass sich zwar in den Aufsichtsräten, in denen inzwischen eine Frauenquote von 30 Prozent gilt, einiges getan habe, in den Vorständen passiere jedoch kaum etwas. Schlimmer noch: Die Allbright Stiftung zeigt sogar Rückschritte auf, denn zwischen September 2017 und April 2018 sei der Frauenanteil sogar von 13,4 Prozent auf 12,1 Prozent gefallen. Mindestens die 30-Prozent-Marke zu erreichen, so die Autoren, sei jedoch wichtig. Der Wert gilt als magische Grenze für eine Veränderung in der Team-Dynamik. Gehe es jedoch im bisherigen Tempo voran, würde Deutschland erst in neun Jahren aktuelle amerikanische Verhältnisse erreichen.

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