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Frauenquote: Erstmals 30-Prozent-Marke in Dax-Aufsichtsräten erreicht

Frauenquote in Aufsichtsräten: Dax-Konzerne erstmals 30-Prozent-Marke erreicht. (Foto: Shutterstock-YanLev)

Vor drei Jahren saßen 27 Frauen in den Dax-Aufsichtsräten. Heute sind es 81 Frauen. Die gesetzliche vorgeschriebene Frauenquote ist damit schneller erreicht als erwartet.

Erstmals gibt es mehr als 30 Prozent Frauen in den Dax-Aufsichtsräten. Mit der Wahl von drei Frauen in den Aufsichtsrat von SAP hat die Anzahl der Frauen allgemein in den 30 Dax-Unternehmen die gesetzlich vorgeschriebene Quote von 30 Prozent erreicht. Das geht aus einer Erhebung der Personalberatung Russell Reynolds hervor. Auf der Hauptversammlung in Mannheim wählten die Aktionäre des Software-Konzerns die Merck-Managerin Friederike Rotsch, die Intel-Managerin Aicha Evans und die Google-Managerin Diane Greene in den Aufsichtsrat von SAP. Das Unternehmen sendet damit ein starkes Signal.

Frauenquote in Aufsichtsräten ein voller Erfolg

Frauenquote mehr als erreicht: Das Softwareunternehmen SAP hat drei weitere Frauen in den Aufsichtsrat geholt. (Foto: dpa)

Der Frauenanteil in dem Kontrollgremium wächst damit nämlich von 22 Prozent im Vorjahr auf jetzt 56 Prozent. SAP setzt zum größten Sprung aller Dax-Unternehmen an. Auch andere Unternehmen haben die Frauenquote jedoch erfüllt. Auf jeweils 40 Prozent kommen beispielsweise die Commerzbank und Munich Re. Jens-Thomas Pietralla von Russell Reynolds wertet die Frauenquote als Erfolg: „Schneller und geräuschloser als allgemein erwartet wurde die Frauenquote in den wichtigsten Aufsichtsräten Deutschlands erreicht“. Die Personalberatung prophezeit, dass der Frauenanteil noch weiter auf 35 Prozent steigt.

„Schneller als allgemein erwartet wurde die Frauenquote in Aufsichtsräten erreicht.“

Seit Januar 2016 gilt für Aufsichtsräte von börsennotierten und voll mitbestimmungspflichtigen Unternehmen in Deutschland eine Frauenquote von 30 Prozent. Die frühere Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) hat das Gesetz einst vorgelegt. Während damals nur 27 Frauen in den Dax-Aufsichtsräten saßen, sind es inzwischen 81 von 256 Aufsichtspositionen. Aktuell erfüllen nur wenige Unternehmen die Frauenquote noch nicht: Adidas, Henkel, Infineon, Merck und Continental. Das ist zwar zulässig, aber die Unternehmen sind angehalten, freiwerdende Stellen bei Neuwahlen jetzt mit Frauen besetzen.

Schlechter sieht die Entwicklung jedoch bei Vorstandspositionen aus. Der Frauenanteil in den Dax-Vorständen liegt derzeit bei 12,1 Prozent, wie die Allbright-Stiftung vor wenigen Tagen bekannt gab. Damit hat sich der Anteil zum Vorjahr sogar noch um einen Prozentpunkt verschlechtert. Deutschland befindet sich damit in etwa auf einer Stufe mit Indien oder der Türkei. Die Vereinigten Staaten und Schweden führen das Ranking an. In deren Vorständen der 30 führenden Börsenunternehmen liegt der Frauenanteil bei rund 24 Prozent. In Deutschland ist keine gesetzliche Quote für Vorstandsgremien vorgeschrieben.

Die 30-Prozent-Marke zu erreichen, so die Autoren der Allbright-Stiftung, sei enorm wichtig. Denn der Wert gilt als magische Grenze für eine Veränderung in der Team-Dynamik. Gehe es jedoch im bisherigen Tempo voran, würde Deutschland erst in neun Jahren aktuelle amerikanische beziehungsweise schwedische Verhältnisse erreichen. Politiker, Unternehmer und Bürgerrechtsbewegungen diskutieren insofern auch seit Jahren darüber, eine Frauenquote auch in anderen wichtigen Wirtschaftsgremien zu etablieren. Ein weiteres Zurückbleiben bei Diversität sei mit Blick auf den internationalen Wettbewerb gefährlich.

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