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Fritz-Labor-Version: AVM baut Mesh-WLAN in seine Router und Repeater ein

Fritzbox 7590. (Bild: AVM)

Mit einer Labor-Version bietet der Berliner Routerhersteller AVM einen Ausblick auf die kommende Mesh-WLAN-Fähigkeit seiner Fritzboxen, Repeater und Powerline-Adapter.

AVM bringt Mesh-WLAN in seine Router

AVM hat zum Marktstart von Googles Wifi seine eigene erste Mesh-Version für einige bestehende Produkte veröffentlicht. Es handelt sich jedoch erst einmal nur um eine Labor-Version, die dafür aber nicht nur Mesh-ähnliche Leistungen bieten soll, wie das noch zur Cebit 2017 das Motto war. Stattdessen wird ein richtiges Mesh-WLAN versprochen mit einer individuellen Wegefindung der Daten. Eine Grafik von AVM zeigt beispielsweise eine kreisförmige Datenverbindung zwischen einer Fritzbox, einem Repeater und einem Powerline-Adapter an. Es kann also ein Funkweg gestört werden, ohne die eigentliche Datenverteilung im Heim oder Büro zu stören.

Unterstützt werden mit der Labor-Version zunächst 7590 sowie der Repeater 1750E und der Powerline-Adapter 1240E. Diese Geräte der Oberklasse von AVM werden dann zu Mesh-WLAN-Access-Points. Jedes einzelne Gerät muss mit der neuen Labor-Version bespielt werden, die eine Beta-Version ist. Es ist also Vorsicht geboten. Zudem müssen laut AVM zuerst Fritzboxen aktualisiert werden. Erst danach sollen die anderen Geräte aktualisiert werden.

Mit der neuen Labor-Version lässt sich unter anderem die Fritzbox 7590 mit Mesh-WLAN ausrüsten. (Bild: AVM)

Mesh-WLAN zu geringen Preisen

Der Ansatz von AVM, seine bestehende Infrastruktur auf Mesh-Fähigkeit zu erweitern, ist interessant. Vor allem für Besitzer der Hardware kommen deutlich weniger Kosten zustande. Während normale Mesh-Systeme im Dreierpack deutlich über 300 Euro kosten können, muss der Besitzer einer Fritzbox nur noch die vergleichsweise günstigen Repeater oder Powerline-Adapter nachkaufen. Das ist in der Regel mit 70 Euro je Einheit möglich.

Mesh-WLAN von AVM – so wird es in der Heimnetzübersicht der Weboberfläche angezeigt. (Bild: AVM)

Der Nachbau der Mesh-Fähigkeit dürfte für AVM einen recht großen Aufwand bedeuten, da sich das Unternehmen nicht auf eine fertige Plattform beziehen kann, wie das die Konkurrenz tut. Dafür dürfte die Leistungsfähigkeit allerdings nicht so hoch sein. Qualcomms Mesh-Plattform arbeitet beispielsweise meist mit drei Funkeinheiten. Eine wird für die Kommunikation zwischen den Mesh-Einheiten genutzt. AVM hat die Möglichkeit nicht, sondern muss die vorhandenen Funkeinheiten verwenden. Das geschieht der Beschreibung nach aber dynamisch und mit Funktionen, die den Mesh-Systemen entsprechen. Zudem hat es den Anschein, dass eine Powerline-Verbindung ebenfalls genutzt werden kann. Mesh-WLAN mit alternativem Backhaul-Kanal bietet erst Qualcomms zweite Plattform, die Eero in Kürze veröffentlicht.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit dürfte AVMs eigenhändig gebaute Lösung bei sehr großen Installationen Nachteile haben. Allerdings lässt sich das aufgrund des Beta-Status noch nicht abschließend einschätzen. Qualcomms Mesh-Plattform ist hingegen für den Einsatz von Dutzenden Mesh-WLAN-Access-Points vorgesehen. Allerdings zu einem hohen Preis, der aber immer noch deutlich günstiger ist, als eine richtige Controller-basierte WLAN-Installation.

Autor des Artikels ist Andreas Sebayang.

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2 Kommentare
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Verstehe die Rechnung und die ganze Aufregung nicht? Eine Fritz!Box 7590 (270 €) und 2x Repeater (2x 75 €) sollen billiger sein als das Set von Google. Der Preis einer Fritz!Box kommt schon nahe an die 300 € Grenze und das ohne Zweit- und Drittgerät.

Wer bereits eine der Top Fritz!Boxen gekauft hat ohne mit der Mesh-WLAN-Funktion gerechnet zu haben, bekommt natürlich ein schönes Zusatzfeature, hat aber dann auch schon einiges an Geld investiert. Und ob die Fritz!Box 7490 (habe selbst insgesamt zwei mit jeweils einem Repeater am laufen) das Mesh-WLAN von der Prozessorleistung her packt, wage ich zu bezweifeln. Der Prozessor ist jetzt schon an der Grenze, und dies mit lediglich zwei Dect-Telefonen im permanenten Eco-Modus und sonst alles außer AB ausgeschaltet. Wer Mesh-WLAN will kommt wahrscheinlich nicht um die neueren AVM-Modelle herum. Das ganze ist also eine Milchmädchenrechnung.

Gemeinsame SSIDs von Router und Repeater gingen bisher auch schon, nur halt nicht immer so tadellos wie ein Mesh-Verbund.

Wer allerdings bisher keine Fritz!Box hat, kommt bei AVM nicht gerade billig davon.

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Thomas D.

Wobei man fairerweise sagen muss, dass eine 7580 ca. 100 Euro weniger kostet und wesentlich mehr als nur WLAN bzw. das Google-Ding kann.

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