Ratgeber

Immer schön kooperativ? Wann du als Führungskraft besser durchgreifst

Ohne Diskussion: Wenn es um Sicherheit und punktgenaue Ausführung geht, braucht es klare Anweisungen. (Foto: Cineberg/Shutterstock)
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Befehl und Gehorsam sind Schnee von gestern? Nicht ganz. Auch die moderne Unternehmensführung braucht hin und wieder klare Ansagen.

Moderne Unternehmen zeichnen sich insbesondere durch eine gut funktionierende Diskussionskultur aus. Mitarbeiter sind mit einem hohen Maß an Eigenverantwortung ausgestattet und werden in die unternehmerischen Entscheidungen einbezogen. Schön. Aber ist das immer richtig? Im Gespräch erlebt Geschäftsführer-Coach Bernd Geropp regelmäßig, dass die kooperative Art, Mitarbeiter zu führen, als Allheilmittel ins Rennen geschickt wird. Natürlich müsse man in einem dynamischen Marktumfeld Kreativität zulassen und mit den Mitarbeitern um die beste Lösung ringen. Doch das sei nur die halbe Miete, so Geropp. Daneben gäbe es Situationen, in denen klare Ansagen zwingend notwendig seien.

Klappe halten, bitte

Direktives Führen in Reinkultur erlebe man beim Militär. Doch auch im Wirtschaftsalltag haben Befehl und Gehorsam ihre Berechtigung, so Geropp. Dabei müsse es noch nicht einmal ein Betriebsunfall sein, der Ausfall einer Produktionsanlage reiche vollkommen aus, um den „General“ auf die Bühne zu holen. „In einer solchen Notsituation ist schnelles Handeln gefragt“, so Geropp. „Es gibt genaue Vorschriften, die einzuhalten sind. Ohne Wenn und Aber.“ Routinen würden immer wieder geübt, damit sie im Ernstfall hundertprozentig funktionieren. Wenn es auf Sicherheit und auf die Minute ankommt, sei keine Zeit für Diskussionen und neue Ideen. In solchen Situationen sei schlicht Gehorsam befohlen. „Das ist die Zeit, in der direktives Führen genau richtig ist“, so Geropp. Die Führungskraft habe das nötige Prozesswissen und gäbe Anweisungen, ohne die Mitarbeiter in ihre Entscheidungen einzubeziehen. „Sie gibt das Kommando und erwartet, dass man ihr Folge leistet.“

Die beste Idee gewinnt

Ganz anders sähe es dagegen bei komplexen Projekten aus – Projekte, in denen die Lösung nicht feststeht, sondern erst noch entwickelt werden muss. „Hier ist vor allem Kreativität gefragt“, ist Geropp überzeugt. Denkprozesse sollen sich bewusst von tradierten Mustern lösen können, um innovative Ideen hervorzubringen. „Steigt die Komplexität, lassen sich Maßnahmen nicht bis ins Kleinste vorweg planen.“ Keine Führungskraft der Welt könne zu jedem Zeitpunkt sämtliche Parameter im Blick haben, um stets die richtigen Entscheidungen zu treffen. „Sie ist auf das eigenverantwortliche Denken und Handeln der Mitarbeiter angewiesen“, so Geropp. Ein solches Umfeld brauche einen kooperativen Führungsstil. Statt klarer Anweisungen sei es jetzt wichtig, zu überzeugen und Orientierung zu geben. „Diskussionen um die beste Lösung sind nicht nur erlaubt, sondern erwünscht.“
Wenn ihn also jemand frage, welcher Führungsstil der bessere sei, dann sei er mit einem klaren Votum für beide Stile dabei. Wie zu führen sei, hänge von der jeweiligen Situation ab. „Es hat nichts Anrüchiges, konsequent durchzugreifen“, so Geropp. „Um die Mitarbeiter in der Eigenverantwortung zu lassen, sollte sich die Führungskraft jedoch, sobald es die Situation zulasse, wieder aus der Direktive zurückziehen.“

Mehr zum Thema: Alarm in der Chefetage: Deutsche Führungskräfte sind verunsichert

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