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DSGVO: So viele Digitalunternehmen wurden schon abgemahnt

DSGVO: Viele Digitalunternehmen rechnen noch mit Abmahnungen. (Foto: Shutterstock)

Abmahnungen im Zusammenhang mit der DSGVO sind offenbar keine Einzelfälle mehr. Einer Umfrage zufolge ist fünf Prozent der Digitalfirmen bereits eine Abmahnung ins Haus geflattert.

Die Umsetzung der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) Ende Mai hat für viel Wirbel gesorgt. Eine Umfrage des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) bei seinen Mitgliedern einige Wochen später zeigt spürbare Auswirkungen der Regelung auf Digitalunternehmen. Demnach haben fünf Prozent der Firmen schon eine Abmahnung erhalten, die sich auf die DSGVO stützt. Weitere 28 Prozent der Befragten rechnen demnach fest mit solchen Abmahnungen.

„In erster Linie hat die DSGVO zu Unsicherheit geführt – oft ist nicht klar, wie die neuen Bestimmungen angewendet werden müssen“, kritisierte BVDW-Vizepräsident Thomas Duhr in einer entsprechenden Mitteilung des Verbands. Problem seien unklare Formulierungen der Verordnung und sich widersprechende Vorgaben, so Duhr. „Jetzt regiert die Unsicherheit, die in diesem Fall eine gesamte Wirtschaft lähmt.“

Wegen DSGVO: Digitalunternehmen rechnen mit Umsatzeinbußen

Die Branche bewertet die Datenschutzregelung jedenfalls eher negativ. 43 Prozent der Digitalfirmen haben der Umfrage zufolge ihre digitalen Aktivitäten wegen der DSGVO eingeschränkt. Mit 56 Prozent mehr als die Hälfte der Unternehmen rechnen demnach mit einer negativen oder sehr negativen Entwicklung des Umsatzes wegen der DSGVO. Nur neun Prozent erwarten eine positive oder sehr positive Umsatzentwicklung. Gut ein Drittel glaubt nicht an Auswirkungen auf den eigenen Umsatz durch die DSGVO.

Der BVDW warnte die EU-Kommission wegen der mutmaßlichen Auswirkungen der DSGVO vor der Realisierung einer „E-Privacy-Verordnung in der aktuell diskutierten Fassung“. Das werde dramatische Folgen für die globale Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen haben, erklärte Duhr. „Hier steht der Technologiestandort Deutschland auf dem Spiel.“

Für die Studie hat der BVDW eigenen Angaben zufolge Ende Juni/Anfang Juli 278 Experten aus Mitgliedsunternehmen des Verbands befragt. Die Firmen stammen vorrangig aus den Bereichen Medien, Technik & Telekommunikation sowie Handel/Retail/E-Commerce.

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10 Reaktionen
SPD ... Komm endlich in die Gänge!

Webseiten von Kleinunternehmen werden aktuell nicht wegen der DSGVO selbst abgeschaltet, sondern wegen dem deutschen Wettbewerbsrecht, das Abmahnungen durch Anwälte und Abmahnvereine ermöglicht. Das Problem haben die anderen EU-Länder nicht in diesem Ausmaß!

Das ist also ein deutsches Problem, das nur durch die deutsche Politik gelöst werden kann. Einen ersten Anlauf (12 Monate DSGVO Abmahnverbot) hatte die SPD leider verhindert.

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Datenschützer

Titus hat allerdings Recht. BDSG hat über Jahrzehnte null Beachtung erfahren und Datenschutz ist ein wichtiges Thema.

Jeder, der seine Webseite aufgrund der DSGVO abschaltet ist einfach nur zu faul oder unwissend etwas zu tun. An sich ist das Thema gar nicht so kompliziert wie alle im Zuge der Panikmache meinen... Kann jeder mit ein paar einfachen Handgriffen und etwas Fleiß schaffen...grade in Bezug auf die Webseite ist wohl echt wenig zu tun, also bitte...

Und die DSGVO betrifft ja nicht nur Deutschland sondern ganz Europa bzw. die ganze Welt, wenn sie in Europa Business macht, es wird also nicht nur Deutschland "ins digitale Mittelalter" versetzt und es ist nicht an der deutschen Politik da etwas zu tun, ganz im Gegenteil. Die DSGVO orientiert sich großteilig am BDSG, wäre eigentlich eine lächerliche Farce jetzt nochmal Kulanz und Aufschub zu gönnen, die 2 Jahre Übergangsfrist bis zum endgültigen Inkrafttreten waren wohl mehr als genug.

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Thomas D.

Ein Freund hat eine kleine Kerzenfabrik UND dreister Weise, trotz Unwissenheit eine Website. Woher soll der sich mit dem ganzen Kram auskennen? Sind ja nicht nur IT-Professionals betroffen, sondern jeder Hobby-Bastler, der AdSense bei sich eingebunden hat.

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Chris

Das Thema DSGVO aka GDPR ist gut gemeint (Schutz der User), aber die Umsetzung und vor allem die Reichweite ist mehr als fragwürdig. Das Internet ist ein globales System. Was bringt es in Europa (wo rund 25-30% aller IP-Adressen registriert sind) einen solch massiven Schutzwall aufzufahren, wohingegen in andere Länder wie China, Indien, Brazilien und eigentlich auch die USA nicht verpflichtet sind solche Schutzmechanismen einzubauen. Und gerade Seiten wie aliexpress.com, banggood.com & Co. über die immer mehr auch hierzulande bekannter werden lachen sich eins ins Fäustchen weil sie schlichtweg solche Regularien nicht benötigen. Das wäre nur effektiv, wenn man ein "Europäisches Internet" hätte. Aber das ist dann nicht so ganz im Sinne des Erfinders. Es zeigt sich halt leider einmal mehr, dass solche Gesetzte von Menschen ins Leben gerufen werden, die das Thema "Internet" nicht so richtig verstanden haben.

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Alexander Schuster

Was auch häufig vernachlässigt wird ist die DSGVO gerechte mobile Kommunikation. Neben den Websites die meiner Meinung nach ja recht zügig für die DSVGO fitgemacht werden konnten und können ein schwieriges Thema. Als wäre das mit der sicheren mobilen Arbeit nicht schon kompliziert genug. Die Kollegen von VS haben mich in ihrem Artikel da gut sensibilisiert und das hier ganz gut zusammengefasst: https://www.virtual-solution.com/dsgvo/

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@Berlin: Beendet diesen Wahnsinn endlich!

Das Thema macht mich wahnsinnig wütend. Viele Kleinunternehmen, die ich kenne, haben ihre Webseiten bis auf Weiteres abgeschaltet, weil findige Abmahnanwälte immer etwas finden. Das Thema versetzt Deutschland zurück ins digitale Mittelalter.

Nun ist die Politik gefragt, diesem Wahnsinn endlich ein Ende zu bereiten! Aktuell versucht die CSU (Markus Söder, siehe https://www.heise.de/tp/features/Bayern-bringt-Gesetz-gegen-DSGVO-Abmahnungen-ein-4096128.html) das Thema anzugehen und wird dabei hoffentlich nicht am Koalitionspartner SPD scheitern.

Jede demokratische Partei, die das Thema ernsthaft angeht, kann bei der nächsten Wahl mit meiner Stimme rechnen.

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Titus von Unhold

Die DSGVO ist noch zu lasch, so wie sie ist. Und die Abmahnungen aus dem Wettbewerbsrecht(!) sind im gewerblichen Bereich weiter begrüßenswert und müssen beibehalten werden. Denn die A...öcher die jetzt ihre Webseiten abschalten haben sich bereits vorher nicht an die geltenden Regelungen des BDSG gehalten. Denn schlussendlich hat sich für Webseitenbetreiber kaum etwas geändert. Datenverarbeitungsvertrag, Datenschutzerklärung und Co mussten schon nach der alten Rechtslage vorhanden sein und wurden auch abgemahnt.

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Dartagnion

So wie sie hier Schreiben, kann man eher davon ausgehen, das Sie selbst fleißig am abmahnen sind.
N

Datenschützer

Titus hat allerdings Recht. BDSG hat über Jahrzehnte null Beachtung erfahren und Datenschutz ist ein wichtiges Thema.

Jeder, der seine Webseite aufgrund der DSGVO abschaltet ist einfach nur zu faul oder unwissend etwas zu tun. An sich ist das Thema gar nicht so kompliziert wie alle im Zuge der Panikmache meinen... Kann jeder mit ein paar einfachen Handgriffen und etwas Fleiß schaffen...grade in Bezug auf die Webseite ist wohl echt wenig zu tun, also bitte...

Und die DSGVO betrifft ja nicht nur Deutschland sondern ganz Europa bzw. die ganze Welt, wenn sie in Europa Business macht, es wird also nicht nur Deutschland "ins digitale Mittelalter" versetzt und es ist nicht an der deutschen Politik da etwas zu tun, ganz im Gegenteil. Die DSGVO orientiert sich großteilig am BDSG, wäre eigentlich eine lächerliche Farce jetzt nochmal Kulanz und Aufschub zu gönnen, die 2 Jahre Übergangsfrist bis zum endgültigen Inkrafttreten waren wohl mehr als genug.

Thomas D.

Und was ist mit den ganzen Informations- und Dokumentationspflichten sowie dem Recht auf vergessen? Betrifft ja auch Kleinstbetriebe, die handgestrickte Puppen verkaufen und sich vom Neffen eine kleine Webvisitenkarte haben basteln lassen.

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