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Aus für Bonaverde: Kaffee-Startup muss Insolvenz anmelden

Bonaverde meldet Insolvenz an. (Bild: Bonaverde)

Das Kaffee-Startup Bonaverde hat Insolvenz angemeldet. Grund sind offenbar Probleme mit der Röst-Mahl-Brüh-Kaffeemaschine. Betroffen ist auch die Kaffee-Flatrate Urban Coffee Club.

2013 hatte Bonaverde per Crowdfunding Geld für eine Röst-Mahl-Brüh-Kaffeemaschine gesammelt. Die Idee kam an und fast zwei Millionen Euro auf verschiedenen Plattformen zusammen. Dazu kam weiteres Geld von Investoren. Allerdings startete die Auslieferung der Maschinen statt wie geplant 2014 erst 2017 – und einige Anleger warten immer noch auf ihr Gerät, wie Gründerszene berichtet. Jetzt haben Probleme mit einem Bauteil Bonaverde offenbar in arge finanzielle Bedrängnis gebracht. Das Startup musste Insolvenz anmelden.

Bonaverde: Finanzielle Probleme wegen Rückrufen

Weil der chinesische Hersteller der von Bonaverde entwickelten Kaffeemaschinen eine Komponente von schlechterer Qualität eingesetzt habe, könne es bei einigen Geräten zu einem Kurzschluss kommen. Durch den könne dann ein unkontrollierter Röstvorgang ausgelöst werden, wie Bonaverde erklärt. Der Fehler war dem Unternehmen laut Gründerszene schon seit März bekannt, dessen ganzes Ausmaß sei aber erst kürzlich klargeworden. Rund 500 Bonaverde-Kaffeemaschinen müssten zurückgerufen werden, was das Startup finanziell offenbar nicht schultern kann.

Weiteres Geld von Investoren werde es auch nicht geben, wie Bonaverde eingestanden haben. Eine Zwischenfinanzierung seitens der Bestandsinvestoren sei wegen des Rückrufs nicht zustande gekommen. Wie der Rückruf der schadhaften Geräte finanziert werden soll, ist nicht klar. Ältere Geräte seien von den Mängeln nicht betroffen, wie Bonaverde versicherte. Insgesamt hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge bisher 5.000 Geräte ausgeliefert.

Kaffee-Flatrate: Urban Coffee Club auch betroffen

Von der Insolvenz betroffen ist auch der erst kürzlich gestartete Urban Coffee Club, der seinen Mitgliedern eine Art Kaffee-Flatrate bietet. Bonaverde-Gründer Hans Stier hatte erst im September angekündigt, seinen CEO-Posten aufzugeben, um sich voll der Kaffee-Flatrate zu widmen. Das alles dürfte jetzt der Vergangenheit angehören. Die 15 Mitarbeiter müssen sich laut Stier wohl einen neuen Job suchen. Einen Plan B habe das Unternehmen jedenfalls nicht, heißt es in der entsprechenden Mitteilung.

Einen kleinen Funken Hoffnung scheint es aber noch zu geben. Sollte die Möglichkeit einer Restrukturierung oder eines Comebacks in greifbare Nähe rücken, wolle Bonaverde – ob unter diesem Namen oder nicht – die bestehenden Crowdfunding-Investoren in die Pläne und die weitere Geschäftsentwicklung einbinden.

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2 Kommentare
dennis
dennis

Eine Insolvenzmeldung unter vielen. Wie fast alle Startups. Warum werden Startups nur immer so gehypt? Sie gehen fast alle pleite.

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Nadine

Man sollte eher auf Qualität, statt Quantität setzen, auch wenn der Produktionsprozess teurer wird. Einigen Startups würde es nicht ganz so schlecht gehen, wenn sie jemanden vom Risikomanagement dort sitzen hätten. Dies hätte man definitiv vermeiden können.

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