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Für mehr Entspannung am Bahnsteig – DB testet intelligentes Soundsystem im Realbetrieb

Bahnsteige effektiv zu beschallen, ist eines der Ziele des Startups Holoplot. (Bild: Shutterstock)

„Akustischer Alptraum“ ade: Die Deutsche Bahn will ihre Bahnsteige mit dem Soundsystem des Berliner Startups Holoplot vom Lärm befreien und für Entspannung sorgen. Getestet wird im chaotischen S-Bahnhof in Frankfurt.

Auf den S-Bahn-Gleisen 103 und 104 im Keller des Frankfurter Hauptbahnhofs testet die Deutsche Bahn ab Mittwoch gemeinsam mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund ihr neues Soundsystem für den Bahnsteig. Dort unten, wo es besonders zu den Stoßzeiten laut zugeht und Züge im Minutentakt stoppen und starten, soll die neue Technologie für weniger Durchsagenlärm sorgen – und somit für effektivere Fahrgastinformation.

Die Innovation stammt vom Berliner Startup Holoplot, das Schallwellen ähnlich einem Lichtstrahl gezielt auf beliebige Punkte im Raum fokussieren kann. Die Durchsagen werden auf diese Weise präzise auf bestimmte Bahnsteigbereiche gerichtet.

Schluss mit Informationschaos

Reisende sollen – egal, wo am Bahnsteig sie sich gerade befinden – nur die für sie relevanten Informationen verständlich vermittelt bekommen. Ansagen für das jeweils gegenüberliegende Gleis sind dann im Idealfall nicht mehr zu hören. Als Gesamtpaket sorge die neue Technologie also für eine bessere Orientierung und eine „insgesamt geringere Geräuschkulisse“, wie das die Deutsche Bahn nennt.

Holoplot sei ein gutes Beispiel dafür, wie digitale Technologien den Kundenservice an Bahnhöfen verbessern, lobt Susanne Kosinsky, beim Konzern verantwortlich für die Bahnhöfe in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

Schon vor einiger Zeit hatte Holoplot das System am Frankfurter Hauptbahnhof und dem Fernbahnhof am Flughafen ausprobiert, allerdings habe es sich damals um „rein technische Akustiktests“ gehandelt, heißt es auf Anfrage von t3n von der Deutschen Bahn.

DB hofft auf „positives Kundenfeedback“

Auf den S-Bahnsteigen will man das Ganze ab sofort und in den kommenden sechs Monaten „im echten Betrieb testen“. 23 Audio-Module seien an elf Standorten installiert. „Bei positivem Kundenfeedback“, wie es heißt, könnten die software-gesteuerten Lautsprecher an weiteren Bahnhöfen zum Einsatz kommen.

Vor zwei Jahren hat Holoplot seine Lösung dem Startup-Förderprogramm der Berliner DB-Mindbox vorgestellt. Dort arbeiten junge Unternehmen und DB-Mitarbeiter gemeinsam an Innovationen auf Basis von digitalen Technologien. Erklärtes Ziel ist es, das Verkehrsmittel Bahn „nachhaltig attraktiver und wettbewerbsfähiger zu machen“.

Dass sein Audiosystem jetzt im Realbetrieb laufe, sei „ein tolles Gefühl“, sagt Roman Sick, der CEO von Holoplot. Schon 2017 hat er in einem Gespräch mit t3n Bahnhöfe als „akustischen Alptraum“ bezeichnet. Im März desselben Jahres hat Holoplot den „Interactive Innovation Award“ in der Kategorie „Music & Audio“ der South by Southwest (SXSW) gewonnen.

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