Portrait

Marketing-Maschine Gary Vaynerchuk: „Keiner hat Snapchat richtig verstanden“

(Foto: Ricky Darko / Heisenberg Media)

Gary Vaynerchuk hat nicht nur Millionen auf dem Konto, sondern auch Millionen Fans. Der Marketing-Guru versteht es, soziale Medien für sich zu nutzen. Ein Gespräch über Snapchat und Mark Zuckerberg.

Gary Vaynerchuk: Selfmade-Millionär mit Marketinggespür

Er ist ein Selfmade-Millionär aus dem Märchenbuch: Gary Vaynerchuk wuchs als Kind weißrussischer Einwanderer in den USA auf. Nach der Schule machte er aus dem Weingeschäft seines Vaters ein Millionen-Imperium – dank E-Commerce. Schon früh setzte er auf einen eigenen Onlineshop, später bewarb er Wein in einem Video-Blog auf Youtube. Mit genau diesen Videos legte er den Grundstein für seine eigene Popularität: Schauten sich anfangs nur einige hundert Menschen die Videos an, so waren es zum Ende hin bis zu 90.000 pro Folge.

Heute verkauft Gary Vaynerchuk nicht mehr Wein, sondern Marketing. Mit seiner Agentur Vayer Media berät er Konzerne in Social-Media-Fragen. Kein Wunder, zählt er doch selbst eine Million Facebook-Fans und 1,3 Millionen Twitter-Follower. Sein derzeit liebstes Spielzeug: Snapchat. Der Marketing-Guru glaubt so sehr an den Erfolg der App, dass er selbst schon in sie investiert hat – wie auch einst in Facebook und Twitter.

Gary Vaynerchuk im Gespräch mit t3n in London. (Foto: Ricky Darko / Heisenberg Media)

Gary Vaynerchuk im Gespräch mit t3n in London. (Foto: Ricky Darko / Heisenberg Media)

Sein Faible für die App hat Vaynerchuk auch deshalb entwickelt, weil sie sich in ihrer Art so stark von allen anderen unterscheidet. „Wenn du heute eine Social-Media-App auf deinem Smartphone öffnest, sehen sie alle gleich aus, ob Instagram, Pinterest, Linkedin, Facebook, Twitter – Bild, Likes, Kommentare“, sagt er im Interview mit t3n. „Snapchat verwendet eine andere Sprache.“ Die App vermittle ein Livestreaming-Gefühl, weil sich die Geschichten über den Tag veränderten.

Schon seit 2013 propagiert er, dass auch Unternehmen die App nutzen sollten. Auch jetzt sei es noch nicht zu spät, Snapchat auszuprobieren. Die Firmen müssten „testen, testen, testen“. „Ich glaube, dass bisher keiner Snapchat so richtig verstanden hat“, sagt der Social-Media-Profi. Deswegen könne man nichts falsch machen. Allerdings müsse man sich auf den „nicht so glänzenden […] Reality-TV-Aspekt“ der App einlassen: Winkel, Licht, Kameraeinstellung müssen egal sein.

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Dass er Apps früh entdeckt, liegt auch an Vaynerchuks Probierfreude. Jeden Morgen scrolle er als Erstes durch den App-Store und schaue sich die beliebtesten Apps an, berichtet er: „Wenn ich eine App interessant finde, dann lade ich sie herunter und versuche, sie zu verstehen.“ Über die Empfehlungen des App-Stores stieß er auch das erste Mal auf Snapchat. Er empfiehlt jedem, früh in soziale Netzwerke zu gehen.

„Ich bin besessen von Facebook.“

Der gelbe Geist macht mittlerweile auch Facebook ordentlich Konkurrenz. Zwar kommt die App nicht ansatzweise auf die Nutzerzahlen von Mark Zuckerbergs Netzwerk. Doch bei den Video-Views kann sie durchaus mithalten: Kommt Facebook auf acht Milliarden Video-Klicks pro Tag, so sind es bei Snapchat bereits sieben Milliarden. Da wundert es wenig, dass Zuckerberg schon vor ein paar Jahren versuchte, die App zu übernehmen – erfolglos. „Das ist definitiv ein Makel für Facebook“, sagt Gary Vaynerchuk. Eine ganze Generation werde Snapchats statt Facebooks Maschinerie füllen.

An die Zukunft des blauen Giganten glaubt er trotzdem: „Ich bin besessen von Facebook“, so der Marketing-Experte. Zuckerberg habe besser als jeder andere verstanden, wie das Spiel um die Aufmerksamkeit funktioniere. Die Variable, auf die der Facebook-Gründer baue, seien menschliche Emotionen. „Natürlich ist er auch ein Techie, aber er verfügt über mehr Psychologie und emotionale Intelligenz, als die Welt weiß“, so Vaynerchuk.

Wie Gary Vaynerchuk die Zukunft von Google einschätzt, wen er wirklich bewundert und warum er als Unternehmen seine Produkte einfach kostenlos an alle Kunden verschicken würde, hat er uns im Interview in unserer neuen Ausgabe, der t3n 45, erzählt. Um das ganze Interview zu lesen, bitte hier klicken.

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2 Kommentare
Kev

Ich sag mal so: Staubsaugervertreten ist auch Marketing

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David

„Mit seiner Agentur Vayer Media“

Ich schätze das soll „VaynerMedia“ heißen :)

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