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Snapdragon vs. Exynos: Samsung will seine eigenen Prozessoren an Dritte verkaufen

Samsung Galaxy S9 und S9 Plus. (Foto: t3n.de)

Samsung könnte die Smartphone-Prozessor-Branche künftig massiv umgestalten: Die Südkoreaner wollen ihren Exynos-Chip auch an Dritte verkaufen und damit dem Chipriesen Qualcomm die Stirn bieten.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters aus Samsung-Kreise erfahren hat, befindet sich der südkoreanische Tech-Riese in Verhandlungsgesprächen mit zahlreichen Smartphone-Herstellern, um sie mit den hauseigenen Exynos-Chips zu versorgen. Damit positioniert sich das Unternehmen direkt gegen den Prozessor-Branchenprimus Qualcomm, deren Chips in nahezu jedem aktuellen Smartphone verbaut sind.

Samsung: Mit Exynos-Chips gegen Qualcomms Snapdragon

Samsung generiert einen Großteil seines Umsatzes nicht mit Smartphones wie etwa dem Galaxy S9 (Test), sondern mit Speichermodulen, Kamera-Sensoren und Displays. Dieses Feld versucht das Unternehmen künftig mit dem Verkauf der eigenen Exynos-Chips an Dritte zu erweitern, berichtet Reuters unter Berufung auf den leitenden Samsung-Manager Inyup Kang.

„Wir sprechen mit allen OEM.“

Bislang hatte Samsung nur einen Kunden für die Prozessoren: den chinesischen Smartphone-Hersteller Meizu. Laut Kang, Chef der Prozessor-Sparte, spreche das Unternehmen derzeit mit allen Herstellern (OEM). Da es sich um langfristige Verträge handeln dürfte, wären entsprechende Verhandlungen nicht in wenigen Tagen oder Wochen erledigt. Daher sollen erste Kunden für die Exynos-Chips Kang zufolge erst in der ersten Hälfte 2019 bekannt gegeben werden.

Der Samsung Exynos 9810 ist das Herz des Galaxy S9. (Bild: Samsung)

Der Zeitpunkt für die Öffnung des Prozessor-Geschäfts kann nicht passender sein. Denn die US-Regierung hat US-Unternehmen untersagt, Produkte an den chinesischen Hersteller ZTE zu verkaufen, die daraufhin ihr Geschäft praktisch einstellen mussten. Für ZTE dürften Samsungs Prozessoren ein Ausweg sein. Aber auch andere Hersteller könnten sich von Qualcomm abwenden, die beinahe eine Monopolstellung im Smartphone-Prozessormarkt innehaben.

Samsung Exynos für weitere OEM könnte den Prozessormarkt in Bewegung bringen

Für ZTE dürften Samsungs Prozessoren ein Ausweg aus dem Dilemma sein. Zwar hat Donald Trump mittlerweile via Twitter zugesichert, ZTE dabei zu helfen, die Probleme schnell aus der Welt zu schaffen. Für ZTE und weitere Hersteller wäre eine Diversifizierung ihrer Zulieferer dennoch ein Weg, sich aus der Abhängigkeitsspirale zu befreien.

Nicht nur für ZTE dürfte Samsungs Einstieg in den Prozessormarkt spannend sein. Auch andere Unternehmen könnten sich von Qualcomm abwenden, sofern die Preise besser als beim US-Chiphersteller ausfallen.

Das Samsung Galaxy S9 (Plus) wird in den USA mit Qualcomm-Chips ausgeliefert – in Europa mit Exynos-Prozessor . (Foto: t3n.de)

An dieser Stelle sei zu erwähnen, dass Samsung und Qualcomm seit Jahren eine enge Partnerschaft verbindet. Qualcomm lässt in Samsungs Werken seine Chips fertigen, in Samsung-Smartphones ist je nach Region kein Exynos- sondern ein Qualcomm-Prozessor verbaut. In puncto Ausstattung und Leistung sind sich die aktuellen High-End-Chips – der Exynos 9810 und der Snapdragon 845 – recht ähnlich. Inwiefern sich diese Partnerschaft 2019 ändert, bleibt abzuwarten.

Abgesehen vom Smartphone-Prozessor-Business, das sich kontinuierlich abschwächt, plant Samsung auch eine Expansion in weiterer Technologie-Zweige. Laut Kang will Samsung sich in den Bereichen 5G-Funk und Automotive weiter ausbreiten. Ohne Unternehmen zu nennen, sagte Kang, dass Samsung für mehrere Autohersteller Chips für autonomes Fahren entwickle. Im Januar hieß es, dass Samsung Exynos-Prozessoren an Audi liefert.

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