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Gegen Schleichwerbung: Online-Petition fordert bessere Kennzeichnung für Influencer-Marketing

(Bild: HORIZONT)

Seit Monaten diskutiert die Influencer-Szene über Schleichwerbung: Noch immer tummeln sich viele User, die ihre werblichen Postings nicht ausreichend kennzeichnen. Eine Petition soll Abhilfe schaffen.

Das zumindest bescheinigt eine Online-Petition der Szene, die nun mehr Transparenz und ein Gesetz fordert. In der Branche trifft sie auf gemischte Gefühle. Auf der Internetplattform Open Petition ist seit etwa einer Woche eine Petition online, die es auf Schleichwerbung beim Influencer-Marketing abgesehen hat und mehr Transparenz sowie eine bessere Kennzeichnung fordert.

Unter anderem heißt es darin, dass Kürzel wie #ad für Werbung oder #sp für Sponsoring nicht ausreichen würden – die Kennzeichnungen müssten darüber hinaus gehen. Zudem sollten Influencer, die sich nicht an diese Kennzeichnungsregeln halten, mit Geldbußen bestraft werden. Entsprechende Stellen müssten dies künftig kontrollieren.

Das Ziel für Influencer-Marketing: Eine einheitliche Regelung vom Gesetzgeber

Hinter der Aktion steckt weder ein Werbungtreibender, noch eine Agentur oder ein Influencer selbst, sondern – und das macht die Petition so interessant – eine ganz gewöhnliche Social-Media-Nutzerin. Laura Gutmann heißt die Initiatorin, sie ist 23 Jahre alt und Studentin im Versicherungsbereich. Mit Marketing und Social Media hat die Stuttgarterin, wie sie selbst sagt, beruflich nichts zu tun. Als regelmäßige Nutzerin der gängigen sozialen Netzwerke störe sie sich aber an den vielen Postings, die einen werblichen Hintergrund verschleiern würden. „Instagram hat sich mittlerweile zu einer reinen Werbeplattform entwickelt“, sagt Gutmann.

Diesen Frust habe sich die Studentin mit der Online-Petition von der Seele schreiben wollen, sagt sie. Gleichzeitig wolle sie die Influencer-Szene zum Nachdenken bewegen. „Ich muss auf den ersten Blick sehen können, dass es sich bei einem Posting um einen Beitrag kommerzieller Natur handelt“, so Gutmann. Wie sie in ihrer Petition ausführt, würden die gängigen Hinweise zur Werbekennzeichnung nicht ausreichen. Auf der sicheren Seite sei man, wenn der Beitrag mit dem Hashtag #werbung gekennzeichnet wird. Eine einheitliche Regelung vom Gesetzgeber soll dafür her.

Branche muss sich an bestehende Bestimmungen halten

In der Branche trifft Gutmanns Online-Petition auf gemischte Gefühle. Matthias Bannert, Gründer und CEO der Influencer-Agentur bOOst.me, warnte schon vor Schleichwerbung in sozialen Medien: „Viele Influencer agieren in der Arbeit für Marken zu naiv.“ Deshalb unterstütze Bannert auch die in der Petition geäußerte Forderung nach strengerer Kennzeichnung, wie er gegenüber HORIZONT Online erklärt. „Allerdings glaube ich nicht, dass dafür eine Gesetzesänderung notwendig ist. Die Branche muss sich einfach an die bestehenden Bestimmungen halten. Das betrifft sowohl die Influencer als auch Agenturen und Unternehmen.“

In die gleiche Kerbe schlägt auch das Berliner Medienunternehmen Divimove, das über 1200 Influencer in Europa betreut. Mehr Klarheit über die Regulierung ist wünschenswert, richtet Sprecher Stephan Schilling aus. „Wir klären sowohl unsere Influencer als auch Markenpartner über die Kennzeichnungspflicht auf“, sagt er. Einer optimalen Lösung zuträglich sei laut Schilling eher eine Studie, die sich damit beschäftigt, welche Kennzeichnungen in der jungen Zielgruppe eigentlich gewünscht sind bzw. welche sie überhaupt erkennen würden.

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