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Wer das Gehalt für gute Zwecke ausgibt, ist länger glücklich

Geld macht glücklicher, wenn Anderen damit geholfen wird. (Foto: Shutterstock-Halfpoint)

Die Freude am Gehalt hält länger an, wenn das Geld – zumindest in Teilen – für andere Menschen ausgegeben wird. Zu dem Ergebnis kamen zwei US-Forscher.

Das erste selbst verdiente Geld. An das Hochgefühl, das damit einhergeht, erinnern sich noch viele Menschen – sei es im Rahmen des Ferienjobs, des Azubigehalts oder des ersten richtigen Lohns. Ganz ähnlich verhält sich das beim ersten Bonus. Auch hier ist die Freude groß. Aber wer erinnert sich noch an den zweiten Lohn oder darauffolgenden Bonus? Geschweige denn an alles, was danach kommt? Die Freude, die bei einem erstmaligen Geldsegen empfunden wird, sinkt zunehmend, je häufiger sich die Zuwendung wiederholt. Dafür gibt es auch einen Fachbegriff: Wissenschaftler sprechen von der „hedonistischen Tretmühle“, wenn sie den Effekt meinen, der nicht nur bei Geld, sondern auch bei anderen Geschenken eintritt.

Teile des Gehalts spenden: Prosoziales Verhalten macht glücklich

Je häufiger das Geschenk kommt, desto weniger freuen die Empfänger sich darüber. Dahinter steht eine einfache Erklärung: Die schwindende Erregung hat den Sinn, dass Menschen sich wieder neuen Zielen widmen. Was sich natürlich positiv auf die persönliche Weiterentwicklung auswirken kann, drückt zunächst erst einmal auf das Glücksempfinden. Die US-Amerikaner Ed O’Brien und Samantha Kassirer haben deshalb untersucht, ob dieser Gewöhnungs­effekt auch dann eintritt, wenn Personen ein Geldgeschenk nicht für sich selbst, sondern für andere ausgeben. Die Erkenntnis: Die Freude über das Geld hält länger an, da es tatsächlich glücklich mache, anderen Menschen zu helfen. Spenden bringt sozusagen Spaß.

„Je häufiger das Geschenk kommt, desto weniger freuen Empfänger sich darüber.“

Um dem Effekt auf den Grund zu gehen, wurden mehrere Versuche gestartet. Zwei Versuchsgruppen bekamen Geldgeschenke. Die eine Hälfte der Teilnehmer musste das Geld für sich selbst ausgeben, die andere Hälfte für einen guten Zweck – und das über einige Tage hinweg. Auf einer Skala sollten sie ihr Glücksgefühl beschreiben. Das nahm bei der ersten Gruppe stetig ab, während es bei der zweiten Gruppe gleich groß blieb. Im zweiten Testlauf lösten beide Gruppen jeweils zehn Aufgaben, die, richtig beantwortet, mit einem Bonus honoriert wurden. Die eine Hälfte spendete ihren Gewinn, die andere behielt ihn. Hier zeigte sich, dass die Freude über die Bonuszahlung auf beiden Seiten sank, bei den Spendern allerdings weniger stark.

Beide Studien legen den Wissenschaftlern zufolge nahe, dass die durch eine positive Erfahrung empfundenen Glücksgefühle bei wiederholtem Erleben potenziell abnehmen. Der Effekt wirkt jedoch weniger stark und Menschen bleiben glücklicher, wenn ihre Handlungen zum Wohle anderer Personen beitragen. Dahinter könnte der Wunsch nach Zugehörigkeit stehen, der jedoch durch egoistisches Verhalten weniger befriedigt wird. Sicher sind die Forscher sich da aber noch nicht. Ebenfalls denkbar sei, dass Menschen es schneller als langweilig empfinden, täglich das Gleiche zu kaufen, als täglich einen Geldbetrag zum Wohle anderer auszugeben. So oder so: Prosoziales Verhalten fördert offensichtlich das Glücksgefühl.

Übrigens, auch dieser Beitrag könnte dich interessieren: Mit welchem jährlichen Gehalt wärst du am glücklichsten – 30.000 Euro, 60.000 Euro oder 120.000 Euro? Forscher haben herausgefunden, ab wann das Glücksempfinden stagniert. Lies auch: „Die ideale Summe – So viel Gehalt macht uns wirklich glücklich“

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Ein Kommentar
Andy Gudera

Ich denke, es kommt auch immer auf die Motivation an, aus der heraus welche Summe gespendet wird, „echter“ Altruismus ist leider eher selten.

https://42thinking.de/2019/08/effektiver-altruismus/

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