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Gehaltsstudie 2018: Nur die Hälfte der Arbeitgeber gleicht Überstunden aus

Jeder Fünfte macht mehr als zehn Überstunden die Woche. (Foto: Shutterstock-Marvent)

Das Karriere-Netzwerk Xing hat unter seinen Mitgliedern eine umfangreiche Einkommensstudie durchgeführt und gibt nicht nur Einblicke in die Gehaltsstruktur. Auch der Umfang von Überstunden ist Thema.

Jeder zweite Deutsche ist unzufrieden mit seinem Gehalt und mehr als drei Viertel sprechen sich für einen transparenten Umgang mit Gehältern aus. Zu dem Ergebnis kam Xing im Rahmen der Gehaltsstudie 2018. Das Unternehmen hat rund 12.000 Mitglieder des Karriere-Netzwerks befragt. Die Umfrage zeigt zudem, dass die Flexibilität mit Blick auf Arbeitszeiten und Home Office unter den so genannten Wissensarbeitern zunimmt – und leider auch vermehrt Überstunden an der Tagesordnung sind. Ein Fünftel der Befragten macht demnach mehr als zehn Überstunden pro Woche. Das Ranking der Top-Verdiener mit akademischem Abschluss führen Angestellte der Unternehmensentwicklung an, Schlusslicht bilden Arbeitnehmer in der Administration.

Höhe der Gehälter variiert zwischen Branche, Tätigkeit und Region

Diese Gehaltsstudie zeigt: 57 Prozent der Deutschen meinen, zu wenig zu verdienen. Jeder Fünfte macht mehr als zehn Überstunden die Woche. (Foto: Shutterstock-IgorStevanovic)

Wo lässt sich am meisten verdienen? Und wo ist das Gehaltsniveau vergleichsweise niedrig? Die durchgeführte Studie gibt Einblick in die durchschnittlichen Gehälter von studierten Fach- und Führungskräften nach Branche und Tätigkeitsfeld, Region, Unternehmensgröße und Alter in Deutschland. Am besten verdienen Befragte im Banken- und Finanzdienstleistungssektor. Sie kommen im Durchschnitt auf 83.371 Euro. In der Versicherungsbranche liegt das Jahresgehalt bei 82.554 Euro. In der Beratung und Consulting bei 75.956 Euro. Ob ein Angestellter mehr oder weniger verdient, hängt dann vor allem mit seinem Tätigkeitsbereich zusammen. Unternehmen lassen sich bestimmte Leistungsträger mehr kosten als andere.

An der Spitze stehen Angestellte in der Unternehmensentwicklung mit einem Bruttogehalt von rund 115.000 Euro. Auf Platz zwei finden sich Arbeitnehmer im Bereich der Finanzen und Controlling. Hier beträgt das durchschnittliche Jahresgehalt 81.544 Euro. Darauf folgen Berufstätige mit einem jährlichen Einkommen von 81.432 Euro im Vertrieb und dem Handel. Am unteren Ende der Gehaltsskala liegen Jobs in der Administration mit 53.442 Euro. Doch nicht nur die Branche und Tätigkeit, sondern auch die Region sind ausschlagend dafür, wie viel in der Lohntüte steckt. Besonders gut schneiden Angestellte demnach in Hessen ab. Ihr Durchschnittsgehalt liegt rund 8 Prozent über dem Mittelwert. Sachsen-Anhalt markiert das Schlusslicht mit 23 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

Gehaltsstudie zeigt, dass Überstunden an der Tagesordnung sind

Interessant ist, dass 57 Prozent der Befragten unzufrieden mit ihrem Gehalt sind. Das ist mehr als jeder Zweite. Von ihnen sind 38 Prozent der Ansicht, unter dem Marktdurchschnitt zu verdienen. Ein weiteres Drittel denkt, dass ihre Leistungen und vor allem Zusatzleistungen nicht entsprechend vergütet werden. Vor allem Überstunden sind oft nicht vergütet. Ein Sechstel vergleicht sich mit den Kollegen und ist der Meinung, trotz gleicher Arbeit weniger zu verdienen. Diese Zahlen machen deutlich, warum das Thema der transparenten Gehälter für viele Arbeitnehmer immer wichtiger wird. Allein die Studie unter den Xing-Befragten hat ergeben, dass sich mehr als drei Viertel einen offenen Umgang mit den Gehaltsstrukturen vom Arbeitgeber wünschen.

Die Studie zeigt außerdem, dass die räumliche und zeitliche Flexibilität für Arbeitnehmer zunimmt: Knapp die Hälfte der Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit an, von zu Hause zu arbeiten. 87 Prozent der Befragten nehmen dieses Angebot an und arbeiten zeitweise im Home-Office. Diese Flexibilität beugt jedoch Mehrarbeit nicht vor: Überstunden sind gelebte Praxis. 82 Prozent der Befragten geben an, mehr zu arbeiten, als im Arbeitsvertrag festgehalten ist. Ganze 19 Prozent der Befragten macht nach eigener Aussage sogar mehr als zehn Überstunden wöchentlich. Nur die Hälfte der Arbeitgeber gleicht die Überstunden jedoch aus: 54 Prozent der befragten Xing-Mitglieder gaben an, ihre Mehrarbeit werde durch Freizeit oder monetär kompensiert.

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