Analyse

Gehaltsvergleich: Was Werber wirklich verdienen

(Bild: Shutterstock / Jack Frog)

Schon bevor der Beruf überhaupt angetreten wird, spielt das Gehalt eine zentrale Rolle. Unter Wert verkaufen möchte sich kaum jemand. Doch was verdienen Werber in den verschiedenen Karrierestufen?

Die Chefs der GWA-Agenturen haben die Nase voll: Wieder einmal publiziert ein Portal, in dem Fall Gehalt.de, eine Studie zu Gehältern in Agenturen. Der Tenor: Nur wenige verdienen überhaupt angemessen und gut. Und wieder einmal müssen die Dienstleister um ihr Image als Arbeitgeber fürchten. Diesem Effekt soll nun die Veröffentlichung eines Gehaltsvergleichs entgegenwirken, der auf den Zahlen basiert, die die Mitglieder des Gesamtverbands Kommunikationsagenturen (GWA) jährlich melden. „Die Ergebnisse des GWA-Gehaltsvergleichs zeigen deutlich, dass Deutschlands führende Agenturen auch führend bei der Vergütung ihrer Mitarbeiter sind. Damit zeigen die Verbandsmitglieder, dass sie versuchen, ihrem Anspruch, faire Arbeitgeber zu sein, gerecht zu werden“, sagt GWA-Vorstand Christian Rätsch.

Agenturen können mithalten – falls sie dem Verband angehören

Laut der Erhebung des GWA, die die Gehaltsangaben zu 4.484 Stellen berücksichtigt, liegen die Durchschnittsgehälter in den Bereichen Kreation und Beratung deutlich über 50.000 Euro brutto pro Jahr. Damit können die Agenturen – zumindest die, die dem Verband angehören – durchaus mit anderen Branchen mithalten. So zahlen die im Gehaltsreport von Stepstone berücksichtigten Unternehmen mit bis zu 500 Beschäftigten ihren Fach- und Führungskräften durchschnittlich zwischen rund 49.700 und 58.300 Euro Bruttojahresgehalt.

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Studie: GWA

Strategen werden laut den GWA-Zahlen im Laufe ihrer Karriere mit 67.015 Euro brutto pro Jahr am besten bezahlt, gefolgt von Konzeptioneren (56.224 Euro) und Beratern (53.733 Euro). Am schlechtesten kommen danach Mitarbeiter in der Produktion und Administration während ihres Berufslebens weg. Sie müssen sich mit 46.663 beziehungsweise 47.836 Euro zufriedengeben.

Der Blick auf die Details, die in die Berechnung der genannten Mittelwerte pro Bereich einfließen, zeigt, dass die Bezahlung der Agenturmitarbeiter mit den verschiedenen Karrierestufen schwankt. So vergüten die Dienstleister ihre Junioren mit durchschnittlich rund 32.000 Euro, während Werber in leitenden Positionen fast 90.000 Euro mit nach Hause nehmen können. Über ein Gehaltsplus gegenüber 2012 können sich aber die Mitarbeiter auf allen Karrierestufen freuen.

Schwankungen zwischen den Karrierestufen

Schwankungen gibt es auch auf den einzelnen Karrierestufen und in den Bereichen, die der GWA vorgibt, um die Daten seiner Mitglieder strukturiert einzusammeln und ausweisen zu können. „Unsere Daten zeigen ein viel detaillierteres Bild der Wirklichkeit als alle bisherigen Studien zu Gehältern in Werbeagenturen, die sich häufig nur auf einige wenige und unscharf definierte Jobtitel beziehen“, ist sich Rätsch sicher. So verdient ein Viertel der Werber, die als Management Supervisor beziehungsweise Geschäftsleiter tätig sind, 69.600 Euro oder weniger brutto pro Jahr. Zugleich fließen bei weiteren 25 Prozent (oberes Quartil) 10.2000 Euro oder mehr Bruttojahresgehalt aufs Konto. Der Median liegt bei 85.600 Euro.

Die Auswertung der Junioren-Positionen zeigt: Wer bei einer GWA-Agentur sein Berufsleben startet, gehört weder zu den Top- noch zu den Flop-Verdienern unter den Einsteigern. So erhält jeweils ein Viertel der Agenturjunioren maximal 27.720 beziehungsweise mindestens 36.000 Euro brutto pro Jahr. Der Median, also der Wert genau in der Mitte der Datenverteilung, liegt hier bei 31.800 Euro. Damit befinden sich die Junioren beispielsweise über dem Gehaltsniveau von Zeitschriftenvolontären, die im 1. Ausbildungsjahr laut Tarifvertrag ab dem vollendeten 22. Lebensjahr mit Urlaubsgeld rund 25.000 Euro brutto pro Jahr verdienen. Allerdings gibt es natürlich Branchen, die Einsteigern in Bereichen wie IT oder Forschung und Entwicklung deutlich mehr bezahlen.

Offen lässt der GWA, was die Chefs verdienen: Die Gehälter von Geschäftsführern werden nicht veröffentlicht.

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Ein Kommentar
Jan

Hier wurde ja schon mal eine Studie repräsentiert. Nach meiner Erfahrung trifft diese Studie schon eher die Realität.

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