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„Gehirn-Supercomputer“ mit einer Million Prozessorkernen jetzt erstmals eingeschaltet

Supercomputer Spinnaker. (University of Manchester)

Der größte neuromorphe Supercomputer ist am Wochenende erstmals in Betrieb genommen worden. Die Maschine verfügt über eine Million Prozessoren und kann 200 Millionen Aktionen pro Sekunde durchführen.

Nach 20 Jahren Konzeption und fast zwölf Jahren Konstruktion ist am Wochenende der weltgrößte neuromorphe Supercomputer erstmals eingeschaltet worden. Die Spinnaker (Spiking Neural Network Architecture) genannte Maschine verfügt über eine Million Prozessorkerne und kann mehr als 200 Millionen Aktionen pro Sekunde ausführen, wie die University of Manchester in einem entsprechenden Artikel schreibt.

Supercomputer-Spinnaker

Spinnaker-Maschine: Der neue neuromorphe Supercomputer soll die Vorgänge im Gehirn simulieren. (GIF: University of Manchester)

Insgesamt sollen in den vergangenen Jahren 15 Millionen Pfund (17 Millionen Euro) in das Projekt geflossen sein, das zunächst vom Engineering and Physical Sciences Research Council und jetzt vom European Human Brain Project gefördert wurde. Das Besondere: Anders als herkömmliche Computer simuliert die Spinnaker-Maschine die parallele Kommunikationsarchitektur des menschlichen Gehirns und sendet Milliarden kleinster Informationsfetzen gleichzeitig an Tausende verschiedene Ziele.

Supercomputer soll bald eine Milliarde biologische Neuronen in Echtzeit simulieren

Geplant ist langfristig, dass der neue Supercomputer eine Milliarde biologische Neuronen in Echtzeit simulieren kann. Diesem Ziel wähnen sich die Forscher jetzt einen Schritt näher. Allerdings entsprechen eine Milliarde Neuronen gerade einmal einem Prozent der Größe des menschlichen Gehirns. Dieses besteht laut den Forschern aus 100 Milliarden Neuronen, die über eine Billiarde Synapsen verbunden sind.

Obwohl die Leistung des menschlichen Gehirns mit Spinnaker also nicht annähernd erreicht werden kann, rechnen die Forscher damit, dass sie mit dem Supercomputer die Funktionen des Gehirns besser verstehen können. So sollen extrem umfangreiche Echtzeitsimulationen möglich sein, die keine andere Maschine derzeit bewältigen kann.

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10 Kommentare
Thomas Heisterhagen
Thomas Heisterhagen

Im entsprechenden Artikel ist von 200 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde die Rede. Es heißt dort 200 Millions Miĺlions ….

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Jj
Jj

Winziger Fehler : es ist von 200 Billionen Aktionen pro Sekunde die Rede

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Andreas
Andreas

Nicht 200 Millionen Aktionen, sondern 200 Millionen Millionen (Billionen) Aktionen pro Sekunde.
200 pro Prozessor und Sekunde wären ein bisschen wenig…

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Jörn Brien

Vielen Dank für die Hinweise, ist geändert!

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264b0941af5317ab

Im Einleitungstext müsste es auch noch geändert werden ;)

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Alex
Alex

Bisch du der König von Internet?

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BTC-expert
BTC-expert

Lasst mal für 10min bitcoin farmen 4fun

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Artur B.
Artur B.

Jede Grafikkarte ist dafür besser geeignet.

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theuserbl
theuserbl

Der Mensch hat fast 90 Milliarden Nervenzellen und fast ebensoviele Gliazellen. Durchs Lernen werden zusätzliche Verbindungen im Gehirn geknüpft und durch z.B. Alkohol sterben Nervenzellen ab.
Der Computer versucht nun dieses extrem komplizierte Gebilde zu simulieren.

Der Fadenwurm Caenorhabditis elegans hat immer genau 302 sehr primitive Nervenzellen. Das OpenWorm-Projekt (http://openworm.org) versucht diese zu simulieren. Bisher ohne Erfolg, da man die Grundlagen noch immer nicht richtig verstanden hat.
Gleiches Problem hat Neurokernel (https://neurokernel.github.io/) die das Gehirn einer Fruchtfliege simulieren wollen.

Da wird also der zweite (oder besser: siebte oder achte) Schritt vor dem ersten gemacht.

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Mensch 2.0
Mensch 2.0

Kapiert ihr nicht, dass ihr kein Platz in einer rationalen Welt habt, dass das rationale Denke die Krankheit ist ?

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