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Digitale Wirtschaft

Gema vs. YouTube: Aktuelles Urteil könnte Videoanzahl stark reduzieren

(Foto: Rego - d4u.hu / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

Mit Spannung wurde das für heute angekündigte Urteil im Urheberrechtsstreit Gema vs. YouTube erwartet. Jetzt hat das Hamburger Landgericht das Urteil in erster Instanz gesprochen: YouTube unterliegt der Gema und muss einen Teil der beanstandeten Videos löschen.

Gema vs. YouTube: 7 von 12 Titeln müssen gelöscht werden

Das Hamburger Landgericht hat ein Urteil im Streit zwischen Gema vs. YouTube gefällt: Der Klage wurde bei sieben von zwölf Beispielen stattgegeben und die Titel müssen nun von YouTube entfernt werden. Gleichzeitig setzten die Richter für Zuwiderhandlungen ein Ordnungsgeld in Höhe von 250.000 Euro oder Ordnungshaft an. Ob eine der beiden Seiten gegen das Urteil in Berufung gehen wird, ist noch nicht bekannt.

Gema vs. YouTube: Die Videoplattform hat eine erste Niederlage einstecken müssen. (Foto: Rego - d4u.hu / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

Die Hintergründe im Kurz-Überblick

Dem heute gesprochenen Urteil des Hamburger Landgerichts wurde bereits im Vorfeld viel Bedeutung zugesprochen. Der Konflikt zwischen der Video-Plattform von Google und der Verwertungsgesellschaft der deutschen Künstler und Musiker schwelt bereits seit geraumer Zeit. Der Grund: Die Gema hat es bislang nicht geschafft, einen Vertrag mit der Google-Tochter YouTube abzuschließen, mit dem die Lizenzgebühren für die Verwertung von Musik innerhalb der bei YouTube verfügbaren Videos geregelt wird.

Spätestens seit 2009 schaukelt sich der Konflikt immer weiter hoch, denn zuvor gab es zumindest eine vorläufige Vereinbarung zwischen der Gema und YouTube. Während die Gema der Ansicht ist, dass YouTube nicht die notwendigen Lizenzen besitzt, um die jetzt vor Gericht beanstandeten zwölf Titel auf der Plattform zur Ansicht zur Verfügung zu stellen, sieht sich YouTube als Betreiber einer Plattform nicht in der Lizenzpflicht.

Gema vs. YouTube: Der Konflikt ist noch nicht gelöst

Die hohen Erwartungen an das heute verkündete Urteil aus Hamburg kommen nicht von ungefähr. Die Niederlage in erster Instanz dürfte für YouTube große Auswirkungen haben. Die von der Gema angeführten zwölf Titel sind nur als Beispiele anzusehen und dürften eine ganze Welle weiterer Beanstandungen nach sich ziehen, sollte das Urteil rechtskräftig werden. Diese weiteren Fällen müssten dann aber erneut verhandelt werden, was den Konflikt stark in die Länge ziehen könnte.

Eine Einigung, wie sie die Gema beispielsweise mit Spotify erzielt hatte, ist in Richtung YouTube so schnell nicht zu erwarten. Im Grunde verlangt die Gema von der Google-Tochter Lizenzgebühren für Inhalte, die von den YouTube-Nutzern und nicht vom Betreiber der Plattform selbst hochgeladen wurden. Um den Rechte-Inhabern entgegen zu kommen, hatte YouTube das Content-ID-System entwickelt. Damit können Rechteinhaber ihre geschützten Werke identifizieren und entweder eigenhändig löschen oder sie mit Werbung versehen freigeben. Diese Werbe-Einnahmen würden dann aber komplett an der Gema vorbeilaufen.

Zudem hatte die Gema die Funktionsfähigkeit von Content-ID bezweifelt. Zu viele Inhalte würden von diesem System nicht erfasst, etwa Live-Mitschnitte oder Karaoke-Versionen. Google hielt dagegen und verwies darauf, dass die Gema nicht die Originaltitel als Referenzmuster bereitgestellt habe und ohne Referenz sei Content ID nicht in der Lage Titel zu sperren.

Mit diesen beiden Positionen zogen die Kontrahenten vor das Hamburger Landgericht und die Gema konnte sich vorerst durchsetzen.

Wie es nun weitergeht, scheint völlig offen zu sein. Eine Revision von YouTube ist möglich, sicher ist das aber keinesfalls. Wer sich schon jetzt über die YouTube-Meldungen „Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar“ aufgeregt hat, dürfte das in Zukunft vielleicht sogar noch sehr viel öfter tun.

Weiterführende Links zum Thema Gema vs. YouTube:

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13 Reaktionen
Mavo

Ich denke auch nicht, dass Deutschland ohne die GEMA kulturell verarmt. Musikportale wie Jamendo machen das ja bereits eindrucksvoll vor. Wenn man bedenkt, dass durch jede öffentliche Party Leute wie Rihanna oder Justin Bieber unterstützt werden (auch wenn deren Titel keiner hören will) - das muss echt nicht sein.

Geht es beim Singen nicht in erster Linie um den Ruhm? In dem Fall ist YouTube als kostenlose Werbeplattform doch ideal! Zum reinhören ist die Qualität ganz okay und wer hochqualitative Aufnahmen will, kauft danach das Album auf Amazon und iTunes.

NIELSON

Wer ist hier wessen Marionette?

EVERYBODY IS YOUTUPE

http://www.youtube.com/watch?v=YPeTvgkY9xs

Andreas

Stellt ein Künstler Musik ins Internet ohne Abgaben zu bezahlen bescheißt er andere Künstler. Es ist nur Konsequent, dass die GEMA auch hier Abgaben fordert. Zudem fordern sie nicht die Abgaben vom Künstler, sondern von Google, der auch die Einnahmen macht.
Im übrigen gehen 85% des Umsatz an die Künstler. Das sind übliche Kosten die für die Verwaltung anfallen. Aussagen die Künstler hätten nichts davon sind Blödsinn.

Und der Anteil der Werbeeinnahmen die Google in Aussicht stellt sind lächerlich. Die GEMA kann sich damit nicht zufrieden geben.

Saarpirat

@Markus Willner: Ist nur eine Frage der Zeit bis die GEMA die Ärzte CD sperren lässt, weil sie von YouTube ja keine Gebühren dafür bekommt... Soviel zum Thema "im Interesse des Künstlers"!!

Saarpirat

@Ulli Pesch: Du denkst hier falsch... die Künstler gehen in dem Fall ja nicht leer aus. Die könnten ja an den Werbeeinnahmen beteiligt werden. Funktioniert ja in den USA auch. Wieso dann nicht auch hier in DE? Scheinbar geht es der GEMA hier nur um die eigenen Interessen und nicht um die Interessen der Künstler, sonst würde sie einem solchen Deal ja nicht im Weg stehen.

Außerdem: die Zukunft im Musikgeschäft sieht so aus: http://www.youtube.com/watch?v=Njuo1puB1lg

T.Parrish

Ach noch was holt euch den IP Hider ... und ihr könnt es trotzdem sehen von wegen nicht im land erhältlich

T.Parrish

Das die mit dieser Aktion wiederum genau den Künstler ins Fleisch schneiden die sie angeblich Beschützen wollen ist den Geld geilen Assgeier die sowieso die Künstler nichts zahlen. Genau wie GEZ ... aber jeder beschwert sich aber keiner geht auf die Strasse .

Andreas

Natürlich bemüht sich die GEMA Geld aus YouTube zu holen. Seit Jahren wird darum gestritten, wie viel Google zahlen muss.
Hier ging es nur darum, dass YouTube mitverantwortlich für die Inhalte sind und nicht nur der Nutzer. Und solange die GEMA und YouTube sich nicht einigen werden die Videos natürlich gelöscht. Oder soll die GEMA bis zur Einigung zusehen, wie Google weiterhin mit frmden Inhalten Geld verdient und nichts abgibt?
Die Bayernpartei sollte sich dagegen mal klar machen, dass kostenlos keine zukunftsträchtige Vermarktung ist.

sabrina

Was mich auch wundert ist, dass die GEMA sich nicht mehr darum bemüht, Geld aus Youtube rauszuholen. Nur sperren lassen bringt doch im Endeffekt auch nichts. Ein paar ganz interessante Gedanken dazu: http://landesverband.bayernpartei.de/2012/bayernpartei-gegen-das-gema-monopol

Vielleicht sollten sich die Rechteinhaber mal Gedanken machen, ob die GEMA ihre Rechte noch ausreichend wahrnimmt. Aber Konkurrenz gibt's ja nicht.

Andreas

Dieses GEMA-Gebashe geht mir ziemlich auf die Nerven. Bestimme Kritik ist ja gerechtfertigt, aber das sollte nicht zum Grundsatz werden. Die GEMA ist wichtig als Interessenvertretung und handelt meiner Meinung gegenüber YouTube richtig.
Google verdient mit fremden Inhalten Geld und möchte dieses Geld nicht weiter geben. Stattdessen schieben sie den schwarzen Peter weiter an den Nutzer.
Ich begrüße dieses Urteil. Es kommt den Künstlern und dem YouTube-Nutzer zu Gute. Jetzt sollten sich nur mal endlich die GEMA und Google einigen und vor allem Google muss endlich mal bereit sein Inhalte fair zu vergüten. Andere Plattformen zeigen wie es funktioniert und können nicht die Einnahmen wie Google vorweisen.

fischstäbchen

Kapitalistenschweine. Geht garnicht sowas.... Fick die GEMA
zur not funktionieren ja solche seiten. http://anonymouse.org/anonwww_de.html

404Geek

YEAH Gema,
oder die Videos der Kindergartenkinder, die in der Öffentlichkeit Lieder singen. Damit auch die schön brav zahlen müssen.
Ick sag nur:
Innovativ, Flexible, Interessenvertretend, Wirtschaflich - dies alles seid Ihr nicht, liebe Gema.
Wie lange soll das bloß so weiter gehen???

Dominik

Ich frage mich, was genau sich die GEMA davon hofft. Wenn die Forderungen zu hoch sind, wird YouTube sie nicht zahlen. Die User werden (zumindest ohne Proxy) die Videos nicht mehr sehen. Schneiden sie sich nicht ins eigene Fleisch?

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