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Geofencing könnte E-Scooter für Kommunen erträglicher machen

Techniken wie Geofencing könnten E-Scooter sozialverträglicher werden lassen. (Foto: t3n)

Geofencing könnte helfen, gängige Probleme mit E-Scootern zu lösen. Wildes Parken oder zu schnelles Fahren könnten so verhindert werden.

Achtlos abgestellte oder durch Fußgängerzonen „rasende“ E-Scooter sorgen für Probleme. Viele Kommunen überlegen jetzt, mit Nutzungsuntersagungen zu reagieren, was natürlich das härteste Mittel im Umgang mit den elektrischen Kleinstfahrzeugen ist.

GPS und Geofencing können Probleme mit E-Scootern lindern

Dabei gibt es gerade bei E-Scooter-Verleihern, nicht bei den Einzelnutzern, gute technische Möglichkeiten, dieser Probleme Herr zu werden. So könnte etwa per Geofencing, also in per GPS festgelegten Gegenden, die Beendigung des Leihvorganges technisch unterbunden werden. Ebenso könnten E-Scooter gedrosselt werden, sobald sie in ein entsprechend gekennzeichnetes Gebiet einfahren, etwa in eine Fußgängerzone oder auf einen Gehweg. Bislang nutzen die Verleiher die Drosselung per Geofencing bereits, um das Ausfahren aus dem Verleihgebiet zu erschweren.

E-Scooter: Automatische Drosselung soll Voraussetzung für Betriebserlaubnis werden

Mit einer Rahmenvereinbarung (PDF) zwischen den Kommunen, vertreten durch den Deutschen Städtetag und den Deutschen Städte- und Gemeindebund, und den E-Scooter-Verleihern Voi, Circ, Tier und Lime wollen die Unterzeichner die Bedürfnisse eines Gemeinwesens mit denen der Verleiher und denen der Leihenden in Einklang bringen. So sollen Sicherheit und Ordnung gewährleistet bleiben, ohne allzu stark in den E-Scooter-Betrieb eingreifen zu müssen.

Die Unterzeichner der Rahmenvereinbarung fordern das Bundesverkehrsministerium entsprechend dazu auf, bei künftigen Betriebserlaubnissen für Verleih-E-Scooter zumindest die automatische Drosselung zur Voraussetzung zu machen. Das Ministerium hatte bereits bestätigt, die entsprechende Softwarelösung prüfen zu wollen.

Wildes Parken der E-Scooter soll technisch, aber auch mit Anreizen unterbunden werden

Auch mit dem Problem des unkoordinierten Parkens der Scooter beschäftigt sich das Papier. Auch hier sehen die Initiatoren Geofencing als Teil der Lösung. So könnte das Verfahren etwa „bestimmte Gebiete wie denkmalgeschützte Bereiche oder Orte, an denen die Verkehrssicherheit besonders gefährdet ist, von den Fahrzeugen frei … halten …, indem der Leihvorgang dort nicht beendet werden kann.“

Zusätzlich sieht die Rahmenvereinbarung vor, Bonussysteme zu entwickeln, die Nutzer dafür belohnen, sich um „umfeldgerechtes Abstellen der E-Tretroller“ zu bemühen. Das könnten am ehesten dezentrale Sammelstellen sein. Die Anbieter verpflichten sich zudem, E-Scooter, die in gefährdender oder behindernder Weise abgestellt wurden, schnellstmöglich zu entfernen, sowie ein entsprechendes Beschwerdemanagement einzurichten.

Die Rahmenvereinbarung, die von den beiden deutschen kommunalen Spitzenverbänden, gezeichnet wurde, darf als Beleg dafür gewertet werden, dass die kommunale Ebene dem Transportmittel grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber steht.

t3n meint:

Ich bin im tschechischen Prag erstmals mit E-Scootern im Stadtbild konfrontiert worden. Und ich fand es schlimm. Die Dinger standen wirklich an den unmöglichsten Orten. Wer nicht aufpasste, durfte durchaus gern darüber stolpern. Ich hatte nicht den Eindruck, dass sich hier irgendjemand strukturierte Überlegungen zu einer sozialverträglichen Gestaltung des Betriebs gemacht hatte.

Mittlerweile wundert mich das gar nicht mehr. Denn die E-Tretroller kosten die Verleiher bloß zwischen 100 und 400 Dollar im Einkauf. Die haben sich so schnell amortisiert, dass es sich faktisch nicht lohnt, sie als schützenswerte Investition zu betrachten. Umso wichtiger ist es daher, dass Kommunen ihre Infrastrukturen als schützenswert betrachten und diesen Aspekt gegenüber den Verleihern zum Zuge bringen.

Dieter Petereit

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