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Analyse

Geschickter Schachzug: Warum die Bahn das deutsche Breitbandnetz mit ausbauen will

Deutsche Bahn. (Foto: Elpisterra / Shutterstock.com)

Die Deutsche Bahn will dem Bund beim flächendeckenden Breitbandinternet-Ausbau helfen und bietet die Kabelschächte in Schienennähe an. So ganz uneigennützig ist das Angebot aber nicht.

„Broadband“ ist der Projektname einer Idee, mit der die Bahn dazu beitragen könnte, dass in Deutschland flächendeckend Glasfasernetz verfügbar ist. Der Vorschlag klingt nach einer Win-win-Situation: Die Bahn hat 33.400 Kilometer Schienentrassen, die dank ohnehin vorhandener Kabelschächte Raum für Glasfaserkabel bieten, ohne dass die Bagger anrücken müssen. 18.000 Kilometer davon verfügen bereits über Glasfaser, der Rest könnte in den nächsten Jahren damit versorgt werden. Im Umkehrschluss will die Bahn vom Bund 3,5 Milliarden Euro, was erst einmal eine ordentliche Summe ist, die aller Wahrscheinlichkeit nach weit mehr als kostendeckend ist. Würde der Bund solche Längen Glasfaserkabel allerdings selbst verlegen (und über weite Strecken wären eben keine passenden Leerrohre verfügbar), würde das den Steuerzahler deutlich teurer kommen und wohl auch länger dauern.

Breitband-Ausbau entlang der Bahn eine Win-win-Situation?

Wenn Bahnchef Richard Lutz mit der Bundesregierung einen solchen Deal aushandelt, schwingt dabei aber immer noch ein anderer Punkt mit: Die Bahn selbst wird in den nächsten Jahren aufgrund der Digitalisierung ihrer Strecken Bedarf an zuverlässigem Internet haben – und dürfte folglich selbst ein gesteigertes Interesse hieran haben. Einen hohen finanziellen Bedarf hat Richard Lutz kürzlich ja bereits angekündigt: Der Bahnchef kämpft wie kein anderer vor ihm um die Digitalisierung des Bahnverkehrs – ein Unterfangen, das rund 35 Milliarden Euro kosten könnte, so beziffern es vorsichtige Schätzungen.

Nicht zuletzt käme aber eine flächendeckende Glasfaserinfrastruktur bei Einsatz entsprechender Distributionstechnik (Funkmasten) auch den Fahrgästen zugute, die insbesondere im Fernverkehr immer häufiger leistungsfähiges Internet einfordern. Einerseits könnte die Bahn selbst hier punkten, andererseits wäre das Potenzial aber auch für die Mobilfunkprovider gegeben. Wer einmal als Pendler im ländlichen Raum Bahn gefahren ist, kann sich nach einiger Zeit anhand der Funklöcher orientieren.

Unklar ist dabei aber, zu welchen Konditionen die Mobilfunkprovider die Leitungen nutzen könnten. Eine Alternative, wenn der Bund die Bahn nicht unterstützt, könnte daher ein privatwirtschaftliches Engagement sein, das die Bahn zusammen mit der Investmentbank Morgan Stanley ebenfalls auslotet.

Breitband-Netz: Bundesregierung braucht Erfolgsmeldungen

Auch für die Bundesregierung könnte das Projekt dazu beitragen, endlich mal größere Erfolge beim Breitbandausbau vermelden zu können. In den letzten Monaten war bekannt geworden, dass selbst die bereitgestellten Budgets für den Internetausbau nur schleppend abgerufen werden. Zwar schmücken sich Politiker parteiübergreifend mit der Forderung nach flächendeckendem schnellen Internet, doch sieht die Realität insbesondere außerhalb der Metropolregionen deutlich anders aus.

Das Projekt wird offenbar eher hinter verschlossenen Türen diskutiert – weder die Bahn noch die Bundesregierung gaben gegenüber dem Handelsblatt hierzu konkrete Statements ab. Unklar ist offenbar sowohl, inwieweit die Forderung der Bahn auf sonstige finanzielle Bedarfe des Unternehmens angerechnet wird als auch die Frage, inwieweit und zu welchen Konditionen die Bahn ihre Leitungen in Zukunft vermieten will.

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Eine Reaktion
Marcel

Gotte vergib Ihnen, denn Sie wissen nicht was Sie tun. Die haben doch damals Ihre Leitungen an Arcor abgetreten. Heute wieder neu ausbauen. Muss man nicht verstehen.

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