Interview

Getaway-Gründer: „Frank Thelen hat mich enttäuscht“

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Der hat nie danach gefragt. Es war gar nicht notwendig zu sagen, ob man tatsächlich an einem Deal interessiert ist oder nicht. Aber um Missverständnisse zu vermeiden: Wir haben uns für die Präsentation natürlich schon sehr viel Mühe gegeben.

t3n.de: Allerdings musstest du für den Auftritt ein Investmentangebot vorlegen. 800.000 Euro für 20 Prozent. War das jetzt komplett aus der Luft gegriffen?

Nein. Das war kein unrealistisches Angebot, wenn auch keines, das ich mit Investoren außerhalb der Sendung diskutiert hätte. Allerdings besitzen die Angebote bei „Die Höhle der Löwen“ sowieso keine Verbindlichkeit. Selbst Deals, die in der Sendung zustande kommen, scheitern ja oft noch im Nachhinein. Insofern spielt es keine so große Rolle, welches Angebot man vor den Löwen aufruft.

t3n.de: Was wäre denn gewesen, hätte einer der Löwen tatsächlich ein Angebot gemacht? Hättest du es ausgeschlagen?

Nein, das wäre ja Quatsch. Aber ich sage zu einem Angebot als Gründer eben auch nicht sofort ja oder nein. Ein Investment wäre mit Blick auf Netzwerke und Kontakte zu Reichweitenpartnern aber zumindest diskutierbar gewesen. Ein Fuhrpark baut sich ja nicht von alleine auf – schon gar nicht mit Geld alleine.

t3n.de: Einen Deal gab es am Ende trotz Lob von den Löwen nicht. Vor allem die Absage von Frank Thelen und Carsten Maschmeyer, die ja beide im Mobilitätsmarkt aktiv sind, dürfte dich überrascht haben. Wie erklärst du dir das?

Mit Getaway wollen wir den Mobilitätsmarkt komplett umkrempeln. Das kostet viel Geld. Und so ein Investment schüttelst du nicht mal eben aus dem Ärmel.

t3n.de: Die von dir aufgerufene Summe hätten Frank Thelen und Carsten Maschmeyer doch locker stemmen können.

Es geht nicht um die 800.000 Euro in der Sendung. Die Begründung von Frank Thelen war zum Schluss, dass er das Produkt zwar gut findet, das Geschäftsmodell für ihn aber auf Dauer einen zu hohen Finanzierungsbedarf hat. Wir reden da von Millionen.

t3n.de: Geht es konkreter?

Daimler ist bei dem US-Carsharinganbieter Turo kürzlich mit 92 Millionen Euro in der Series-D eingestiegen. Du brauchst für so ein Geschäftsmodell also neben Business-Angels auch Großinvestoren, die später viel Geld nachlegen. Das verwässert aber auch die Anteile von Ursprungsinvestoren aus der Frühphase. Ich denke das war auch das K.O.-Kriterium für Frank. Wenn dir 20 Prozent an einem Onlineshop gehören, bringst du dich persönlich mehr ein, als wenn du 0,05 Prozent an einer großen Plattform hältst. Trotzdem hat mich seine Begründung auch enttäuscht.

t3n.de: Wieso?

Ich hatte den Eindruck, als würde ihm der Mut fehlen, den er selber von anderen Gründern einfordert. In einem Interview mit Gründerszene hat er moniert, in Deutschland werde zu wenig auf Plattformen gesetzt. Dabei seien es nachhaltige Geschäftsmodelle und wir sollten nicht vor den hohen Investitionen zurückschrecken. Die Amerikaner seien uns weit voraus. Wir hätten viel Nachholbedarf und so weiter. Mit Blick auf mein Produkt hat mich seine Begründung irritiert. Dasselbe gilt auch für seine Aussagen zur Automobilindustrie in Deutschland.

t3n.de: Was meinst du genau?

In einem Interview mit Wired vor der Sendung hat Frank moniert, der deutschen Automobilindustrie fehle es an Innovationskraft. Es gebe kein Elektroauto, das den Namen verdiene. Deutschland hinke bei der Digitalisierung im Vergleich zu Amerika hinterher. Mich haben die Aussagen eigentlich ermutigt, weil ich dachte: Wir sind eine Plattform, wir sind ein deutsches Unternehmen, wir sind dabei, ein von Elon Musk skizziertes Problem schon jetzt zu lösen. Dass er dann in der Sendung zurückschreckt, habe ich nicht erwartet. Allerdings hat er mir nach der Aufzeichnung  auf die Schulter geklopft und gesagt, ich solle weitermachen. Das hört man natürlich gerne.

t3n.de: Lag die Absage nicht vielleicht auch einfach an der Unternehmensbewertung? Carsten Maschmeyer ist angesichts der 200 Nutzer, die sich zum Zeitpunkt der Aufzeichnung bei Getaway registriert haben, die Kinnlade aus dem Gesicht gefallen.

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5 Kommentare
ASK

Hallo Daniel Hüfner, danke für deine Zusammenfassung über die Show „Höhle der Löwen“ und das anschließende Interview. Ich persönlich finde das Thema sehr spannend und fand die Ideen und Vorstellungen von Edgar Scholler auch sehr interessant. Beste Grüße! Michael Keulemann, ASK Steuerberatung

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Konsr
Konsr

Ein großes Problem hat das Konzept!
Ich soll alone mein Schlüssel im auto lassen?
Das ist doch ein Paradies für Dieben!

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Jenser
Jenser

Was ich mich an den ganzen Start-ups stört, ist das häufig Ideen kopiert werden. Manchmal werden auch Probleme geschaffen um das Produkt als Lösung zu verkaufen. Getaway ist für mich nur eine Kopie von Drivy mit der Ergänzung der Carsharing- Hardware. Der Einbau ist natürlich mit Nachteilen verbunden – Kosten, Beschädigungen durch die Befestigung, erleichterter Diebstahl. Was man auch nicht vergessen darf: Gehen andere auch so sorgsam und gut mit den Auto um? Wahrscheinlich nicht. Eventuell kommt auch mal eine gesetzliche Regelung um Taxi- und Mietwagenunternehmen zu schützen. Aus meiner Sicht ist das ein weiteres überbewertetes Start-up aus dem Start-up-Hype

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Martin Steiner
Martin Steiner

Ich finde den Text – „Frank Thelen hat mich enttäuscht“ total falsch!

Ich kann keinen Grund entdecken wieso oder warum er enttäuscht haben soll!!

———- solche falsche Aussagen bringen mich auf die P…..

————-stooni

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