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Gewinne statt Wachstum? Investoren wollen von Startups schwarze Zahlen sehen

(Foto: Shutterstock)

Nach dem geplatzten Wework-IPO und der negativen Aktien-Performance von verlustreichen Firmen wie Uber oder Lyft schauen Tech-Investoren bei Startups jetzt stärker auf schwarze Zahlen.

Expansion um jeden Preis – diese Wachstumsstrategie könnte bei Startups bald zu einem Verlust des Interesses von Investoren führen. Denn nach dem geplatzten Börsengang von Wework und der Kursrückgänge der Aktien von Uber oder Lyft – alles Firmen mit hohen Verlusten – scheint sich die Stimmung bei den Investoren zu drehen, wie CNBC berichtet. Jetzt wollen Tech-Investoren bei Startups mehr darauf achten, dass diese möglichst bald profitabel sind, wie auf dem Web Summit in Lissabon zu hören war.

Startup-Strategie: Wachstum versus Gewinne

Die Debatte zwischen den Verfechtern von Wachstum und jenen von Gewinnen sei in den vergangenen Monaten eskaliert, wie Unternehmer und Investoren CNBC sagten. Dazu beigetragen habe, dass Anleger die Finanzdaten von Startups, die auf privaten Märkten zu haushohen Bewertungen aufgestiegen sind, im Rahmen der Börsenpläne genauer unter die Lupe genommen haben. Zuvor hatten schon die Aktien von Tech-Firmen, die langfristig keine Gewinne machen, nachgegeben. Experten befürchten eine Überbewertung.

So ist die Bewertung von Wework vor dem Hintergrund des gescheiterten Versuchs, auf das Börsenparkett zu gehen, von 47 auf nur noch acht Milliarden US-Dollar geschrumpft. Die Uber-Aktie hat innerhalb weniger Monate rund ein Drittel ihres Werts eingebüßt. Für das abgelaufene dritte Quartal musste der Fahrdienstleister Verluste in der Höhe von 1,2 Milliarden Dollar melden – bei einem Umsatz von 3,8 Milliarden Dollar.

Vision Fund treibt Bewertungen von Startups

Einige Investoren machen nicht zuletzt den 100 Milliarden Dollar schweren Vision Fund des japanischen Tech-Konzerns Softbank für die offenbar zu hoch bewerteten Startups verantwortlich. Softbank hatte zuletzt Wework, in das es zuvor sehr viel Geld gesteckt hatte, für 9,5 Milliarden Dollar übernommen und damit wohl vor der Pleite bewahrt. Die milliardenschweren Abschreibungen auf die Wework-Investitionen hatten Softbank den ersten Quartalsverlust seit 14 Jahren beschert.

Allerdings wiesen Investoren und Startup-Vertreter beim Web Summit darauf hin, dass es auch in der Vergangenheit schon unumgänglich gewesen sei, einen rentablen Business-Plan zu haben. Es sei wichtiger, dass ein junges Unternehmen nachweisen könne, wie es in Zukunft Geld verdiene, als dass es jetzt schon schwarze Zahlen schreibe. Einige der erfolgreichsten Tech-Startups hätten Jahre gebraucht, bis sie profitabel geworden seien, sagte etwa Rytis Vitkauskas von Lightspeed Venture Partners.

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