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Die Gig-Economy spielt wirtschaftlich eine kleinere Rolle als gedacht

Ein Deliveroo-Fahrer in Berlin. (Foto: Deliveroo)

Sie arbeiten als Fahrradkuriere, Essenszusteller, Zimmermädchen. Doch die Gig-Economy, also das Abarbeiten von Aufträgen durch geringfügig Beschäftigte, ist wirtschaftlich kaum relevant.

Die Gig-Economy ist zumindest zurzeit noch kleiner als erwartet. Das hat jetzt eine Studie der amerikanischen Zentralbank (Fed) ermittelt. Unter dem Stichwort versteht man das Abarbeiten kleinerer Aufträge, die – meist im Zusammenhang mit einer Auftragsplattform à la Uber oder Deliveroo – an Selbstständige oder geringfügig Beschäftigte vergeben werden.

Gig-Economy oft nur Nebenverdienst

Die Studie der US-Notenbank (Fed) zeigt jetzt, dass das Phänomen doch kein so großes ist wie oft berichtet – oder zumindest keines, das ein nennenswertes Einkommen generiert: So gaben drei von zehn Amerikanern an, dass sie im Monat vor der Umfrage Erfahrungen mit Gig-Economy-Aufträgen gemacht haben. Aber nur fünf Prozent der Anbieter erwirtschafteten auf diese Weise mehr als die Hälfte des Familieneinkommens. Für die meisten, so die Studie weiter, stelle das keinen richtigen Job dar, sondern eher ein Hobby oder eine Möglichkeit, das eigene Einkommen zu erweitern. Für den deutschen Markt, den die Studie ja nicht betrachtet hat, dürfte noch die Rolle als Studentenjob oder Zweitjob während der Ausbildung hinzukommen.

Der typische Gig-Jobber arbeitet laut der Fed gerade einmal fünf Stunden monatlich auf diese Weise. In mehr als drei Vierteln der Fälle macht der Verdienst keine zehn Prozent am Gesamteinkommen aus. Ob das damit zu tun hat, dass die Gigs so schlecht bezahlt sind oder dass sich die Gig-Economy einfach noch nicht wirklich am Markt durchgesetzt hat, ist unklar. Bemerkenswert ist aber die Rolle, die der Nebenverdienst einnimmt: Die Hälfte der Befragten erklärte, dass für sie das zusätzlich eingenommene Geld „einigermaßen wichtig“ oder „sehr wichtig“ sei.

Auch wenn die Studie die Situation in den USA widerspiegelt und nicht direkt auf die europäischen Verhältnisse übertragen werden kann, bleibt der Stellenwert der Gig-Economy damit hinter dem zurück, was die Medienberichterstattung nahelegt. Ob die Gig-Economy einfach den Markt noch nicht wirklich erreicht hat oder ob es sich dabei nur um ein Hype-Thema handelt, ist unklar.

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Eine Reaktion
Felix

Das ist an Zynismus nicht mehr zu überbieten:

Weil die Beschäftigten in geringfügiger Beschäftigung, Teilzeit, Mindestlohn-Arbeitsverhältnissen oder auch noch darunter, arbeiten und somit kein wirtschaftlich (Konsum messbar) relevantes Einkommen erzielen können, wird das gesamte volkswirtschaftliche Verhältnis als unbedeutend bewertet.

Sobald diese Vertragsverhältnisse nicht mehr erlaubt sind und ein wirtschaftlich relevantes Vollzeit-Arbeitsverhältnis mit Stundenlöhnen von über 11,00 Euro erzielt wird, sieht die Bilanz auch volkswirtschaftlich "bedeutend" aus.

Will die tn3-Redaktion so "dankbare" Anzeigenkunden generieren? (Amazon z.B.)

Aber wenn man das Problem so klein redet, kann man die Sklavenhaltung weiter rechtfertigen.

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