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Gigafactory: So reagiert der größte deutsche Autobauer auf die Berliner Tesla-Fabrik

Gute Laune: Elon Musk und VW-Chef Diess bei der Verleihung des goldenen Lenkrads – an Musk. (Foto: picture alliance/Jörg Carstensen/dpa)

Tesla will eine Fabrik in der Nähe von Berlin eröffnen. Damit wagt sich Elon Musk in das Herzland des Automobils vor. Was sagt der größte deutsche Autobauer dazu?

In der Berliner und Brandenburger Politik sind natürlich alle begeistert davon, dass Elon Musk eine Gigafactory in Brandenburg in der Nähe von Berlin bauen will. 7.000 neue Jobs könnte das bringen – und jede Menge Prestige für Berlin. Einer Stadt, der oft vorgeworfen wird, dass sie dem Rest des Landes nur auf der Tasche liege.

Die Konkurrenz im Vorgarten

Mit der Ankündigung fährt Elon Musk mit seinen Elektroautos aber auch ins Herz der deutschen Industrie. VW, BMW und Daimler haben einen ihrer größten Konkurrenten jetzt direkt im Vorgarten. Und diesmal geht es nicht darum, wer günstiger sowieso schon ausoptimierte Verbrennungsmotoren baut. Der Erfolg von Tesla in den USA hat VW gezwungen, die eigene Strategie zu überdenken.

Elon Musk und VW-Chef Diess verstehen sich

Offiziell will sich natürlich niemand dazu äußern. Gerade für die Wolfsburger ist das Verhältnis zu Tesla aber besonders spannend: Ausgerechnet VW-Chef Herbert Diess war im Publikum, als Elon Musk die Gigafactory in Deutschland ankündigte. Und Diess wirkte auch nicht besonders überrascht, als er direkt nach der Ankündigung auf die Bühne gebeten wurde. Er freute sich sogar ein bisschen: „Ich bin froh, dass Elon zu uns zieht“, sagte Diess und kündigte an: „Wir werden dich wachsam halten.“ Man hatte fast den Verdacht, die beiden verstehen sich zu gut, als Elon sagte: „Offensichtlich werden die besten Autos der Welt in Deutschland gemacht.“

Tesla Model Y in Bildern
Tesla Model Y. (Bild: Tesla)

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„Wir stehen vor dem Systemwechsel in die Elektromobilität.“

VW will sich – abgesehen von Diess auf der Bühne – nicht offiziell zur Gigafactory in der Nähe Berlins äußern. Inoffiziell erfährt man aber eine ganze Menge. Es klingt, als hätten die Wolfsburger das Gefühl, mit ihrer ID-Reihe auf das richtige Pferd gesetzt zu haben. „Das bedeutet, wir stehen vor dem Systemwechsel in die Elektromobilität“, heißt es aus VW-Kreisen.

1 bis 2 Jahre Vorsprung vor Tesla – mit dem E-Auto-Werk in Zwickau

Stört es da nicht etwas, dass Tesla der Marktführer bei Elektroautos in Deutschland ist? In den VW-Kreisen gibt man sich gelassen – Tesla verkaufe circa 9.000 Autos pro Jahr in Deutschland. VW verkauft 6.000 Elektroautos. Der wirkliche Start stehe noch bevor. Und während Tesla erst anfängt, die Fabrik aufzubauen, habe VW ja schon eine Elektroautofabrik in Zwickau. Ein bis zwei Jahre Vorsprung vor Tesla, weil die Fabrik schon steht, so interpretiert man das in Wolfsburg. Und die Fabrik in Zwickau sei auf 330.000 Autos pro Jahr ausgelegt. Dazu gäbe es bereits 37.000 Vorbestellungen des ID 3. Das sind andere Kategorien als 9.000 Autos. Im nächsten Jahr soll die Fabrik ausgelastet sein.

Die Antwort auf Tesla: E-Auto entwickeln, Fabrik bauen, Produktion hochfahren, fertig

Es klingt so, als habe man in Wolfsburg das Gefühl, eine Antwort auf Tesla gefunden zu haben: eigenes E-Auto entwickeln, Fabrik bauen, Produktion hochfahren, fertig. Bleibt abzuwarten, ob die Mobilitätskonzepte der Zukunft wirklich so einfach werden.

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