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Analyse

GitHub über die Zukunft: Microsoft muss sich der Community verpflichten

V.l.n.r.: Ehemaliger GitHub-CEO Chris Wanstrath, Microsoft-Chef Satya Nadella und der neue GitHub-CEO Nat Friedman. (Foto: Microsoft)

Microsoft-Mann Nat Friedman startet diese Woche als CEO bei GitHub. Als die Übernahme bekannt wurde, waren die Stimmen aus der Community häufig negativ. Das erhofft sich GitHub von der Zukunft.

Im Juni war es offiziell: Microsoft übernimmt GitHub für 7,5 Milliarden Dollar. Der Aufschrei vieler Entwickler war groß. Einige zogen ihre Repositories sogar direkt zu anderen Git-Hostern wie GitLab. Jetzt, kurz vor Halloween, ist die Übernahme abgeschlossen und Nat Friedman besetzt den Posten als neuer GitHub-CEO. Auf der eigenen Entwicklerkonferenz Universe äußert sich GitHub gegenüber t3n zu Microsoft.

Nat Friedman wird zum GitHub-CEO

Nat Friedman ist der neue CEO bei Github. (Bild: Github)
Nat Friedman ist der neue CEO bei GitHub. (Bild: GitHub)

Nat Friedman ist seit Kindheitstagen Entwickler und beschäftigte sich bereits seit den 90er Jahren mit Open Source. Neben Ximian wurde er vor allem als Mitgründer und CEO der Entwickler-Software Xamarin bekannt, mit der sich Cross-Platform-Apps schreiben lassen. Als Xamarin 2016 ebenfalls von Microsoft übernommen wurde, stieg Friedman bei dem Software-Konzern zum Vice President Developer Services auf. Bis jetzt: Nun übernimmt der zweifache Unternehmensgründer das Ruder bei GitHub.

In einem Blog-Beitrag stellt sich Friedman nicht nur selbst vor, sondern äußert sich auch zur Milliarden-Übernahme: „Ich glaube, dass Microsoft der perfekte Partner für GitHub ist. [...] Millionen von Menschen sind auf GitHub angewiesen, um zu lernen, wachsen und großartige Dinge zu bauen. Ich bin entschlossen, diese Möglichkeit weiteren Millionen auf der Welt zur Verfügung zu stellen.“ Auf der anderen Seite zeigt sich der neue GitHub-CEO jedoch auch verständnisvoll gegenüber der „gesunden Skepsis“ der Community und stellt zwei Dinge klar: „GitHub wird unabhängig als Community, Plattform und Unternehmen agieren“, und „GitHub wird seine Produkt-Philosophie beibehalten“.

GitHub: Microsoft hat die Energie eines Startups

„Microsoft hat die Energie eines hungrigen energischen Startups.“

Auf die Frage, welche Rolle denn Microsoft in GitHubs Zukunft genau spielen würde, antwortet Julio Avalos, Chief Strategy Officer, gegenüber t3n sehr ausführlich. „Als Chris [Wanstrath] und ich ihr Büro im Zuge der Gespräche das erste Mal besuchten, war ich überwältigt davon [...] wie sich die Energie in Bezug auf das Zurückgeben und Interagieren mit der Open-Source-Community anfühlte.“ Avalos spricht dabei weiter über den Wandel, den Microsoft in den letzten Jahren durchlebt hat: „Microsoft hat seinen Weg als Entwickler-Firma wiederentdeckt. Bill Gates war ein Entwickler. [...] Microsoft hatte selbst auch Erkenntnisse. Sie haben sehr offen mit uns über die 90er und frühen 2000er Jahre gesprochen, und eingestanden, dass sie auch einige Technologien im Bereich Mobile und Internet verpasst haben. Ich war beeindruckt von einem Fast-Billionen-Dollar-Unternehmen: Microsoft hat die Energie eines hungrigen energischen Startups.“

„Sonst hätten wir den Deal nicht gemacht.“

Der Wandel scheint für GitHub ein sehr wichtig Aspekt zu sein. „Ich kann nicht für die Zukunft sprechen, aber was ich gesehen habe, ist sehr positiv. Sonst hätten wir den Deal nicht gemacht.“ Er sieht auch einige Vorteile für GitHub selbst. So würde Microsoft den Plan beschleunigen, Software-Entwicklung einfacher und leichter zugänglich zu machen – vor allem international. Doch auch wenn GitHub die Größe und Energie von Microsoft für sich nutzen könne, betont Avalos mehrfach, dass GitHub eine „unabhängige Einheit“ sei und auch bleibe. „Wir glauben ihnen. Wir glauben ihnen in Bezug auf die Open-Source-Community. [...] Ich bin sehr optimistisch für die Zukunft.“

Repository-Umzüge nicht spürbar

Einige Entwickler hatten ihre Repositories umgezogen. Ein beliebtes Ziel war GitLab. Doch spürbar sei das für GitHub nicht gewesen, sagt Avalos. Es seien stattdessen mehr Registrierungen nach der Ankündigung erfolgt. Weiter betont Avalos, dass Microsoft sich der Community verpflichten müsse. Denn falls das nicht geschehe, sehe er keinen Sinn in der Übernahme, weil Microsoft dann die Community verlöre. Der einzige sinnvolle Anreiz des milliardenschweren Deals – auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht – sei für Microsoft das Beschleunigen des eigenen Engagements für die Open-Source-Community.

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