Analyse

So sorgt die Glamour Shopping Week in 7 Tagen für Millionenumsätze

(Screenshot: Glamour)

Shopping Events wie Black Friday und Cyber Monday sorgen seit einigen Jahren für Mega-Reichweiten und Umsatzrekorde – die Glamour Shopping Week hat aber eine noch längere Erfolgsgeschichte vorzuweisen.

Für den Verlag Condé Nast ist der Event absoluter Auflagenbringer, einige der insgesamt 147 Partner-Händler verzeichnen innerhalb von sieben Tagen Millionen-Umsätze. Eine App soll das Event nun digitaler machen – und verzeichnet erste, durchaus ansehnliche Erfolge.

Auch aus eigenem Interesse schauen wir immer wieder darauf, wie Publisher abseits von Display-Ads, Native Advertising und Content Recommendation Geld verdienen. Im ersten Teil unserer kleinen Artikelserie zu dem Thema nehmen wir die Glamour Shopping Week und die Commerce-Strategie der Glamour unter die Lupe.

Print profitiert, aber online wartet das Potenzial

Die Glamour Shopping Week geht 2017 in ihr zehntes Jahr – laut Verlag Condé Nast dank 147 Partner-Shops mit einem neuen Rekord. Das Prinzip der Shopping Week ist einfach: Fashion-, Beauty- und Lifestyle-Brands werden „Partner“, bezahlen den Verlag dafür, bei den Werbemaßnahmen rund um die Shopping Week aufzutauchen und gewähren Glamour-Leserinnen mit der Glamour Shopping Card – die in der Zeitschrift steckt oder in der App gekauft werden kann – exklusive Rabatte. Schnäppchenjäger können online oder in über 11.000 stationäre Läden von der Aktion profitieren.

Für Glamour ergeben sich gleich mehrere Vorteile durch die Aktion: Die Auflage explodiert zweimal im Jahr auf über 580.000 Exemplare (die typische verkaufte Auflage liegt bei knapp über 200.000). Außerdem werden die Print-Anzeigen direkt mit an die Partner verkauft. Eine ganze Seite kostet laut Listenpreis 33.600 Euro plus 1.200 Euro Teilnahmegebühr, eine halbe Seite schlägt mit 19.430 Euro und 600 Euro Teilnahmegebühr zu Buche. Doch das eigentliche Wachstumspotenzial liegt natürlich im digitalen Bereich. Die Glamour-Shopping-Week-App kletterte bei der letzten Aktion im Herbst 2016 auf den zweiten Platz der iTunes-App-Charts in Deutschland – davon will der Publisher jetzt das ganze Jahr über profitieren.

Verkäufe über die App

Die App zur Glamour Shopping Week ging im Frühjahr 2016 an den Start. Nach Angaben des Verlags gab es während der letzten Shopping Week 29.000 In-App-Käufe, davon hätten 26.000 Nutzer den Vollpreis von 2,99 Euro für das ePaper des Magazins inklusive der Shopping Card bezahlt. Insgesamt hätte die Glamour-Shopping-Week-App eine Millionen Visits und 5,6 Millionen Page Impressions im Monat rund um den Shopping-Week-Zeitraum verzeichnet. Die App dient während der Rabatt-Aktion als Shopfinder in den Städten, als Angebots-Finder für die Online-Shops und als Inspirations-Quelle für die Nutzer.

„Für ein Fazit ist es zu früh, aber mit der Nutzerentwicklung in der aktuellen Saison sind wir sehr zufrieden – bis jetzt sind knapp 20 Prozent der App-User neue Nutzer. Den Peak erreichen wir dann voraussichtlich mit dem Start der Glamour Shopping Week am 1. April. Vor allem die Samstage sind besonders wichtige Shopping-Tage, an denen wir in unseren Heat Maps sehen, dass die App sehr intensiv genutzt wird“, sagt Krischan Lehmann, Director Digital Condé Nast.

Monetarisierung durch Spezial-Platzierungen

Innerhalb einer Art Newsfeed können Partner ihre Angebote in der Glamour-App platzieren.

Aber nicht nur mit Digital-Verkäufen monetarisiert der Verlag die App- und Online-Reichweite. Brand-Partner der Shopping Week können mehrere gesonderte Platzierungen innerhalb der App kaufen. Da wären zum einen die „Upgraded Offers“, hier können Partner in der App und auf der Webseite ihre Angebote mit Bildergalerien und Videos versehen.

Das Angebot kostet 7.000 Euro plus 500 Euro Produktionskosten. Außerdem orientiert sich die Glamour bei der Auflistung der Schnäppchenangebote an Google und verkauft „Sponsored Listings“ – allerdings nicht auktionsbasiert, sondern zum Festpreis. Wer im Shopfinder ganz oben auf der Liste der nächstliegenden Geschäfte auftauchen will, muss 8.000 Euro bezahlen. Wer in der Online-Angebots-Ansicht auf Platz 1 will, zahlt 6.000 Euro. Da die Angebote nach Kategorien wie Fashion und Beauty aufgeteilt sind, gibt es mehrere Listen und potenzielle Verdienstmöglichkeiten. Händler, die in einer zweiten Kategorie oben landen wollen, zahlen 4.000 Euro.

Andere Angebote, die Glamour den Partnern macht, sind drei Push-Notifications für 10.000, die als eine Art Chat-Nachricht an die App-Nutzer gesendet werden und zwei Sponsored Posts auf der Facebook-Seite der Glamour Shopping Week (42.000 Fans) für 3.600 Euro. Als weitere Möglichkeiten, um Aufmerksamkeit während der Shopping Week zu erzielen, kommen Banner-Platzierungen hinzu sowie eine Logo-Integration im Newsletter.

Condé Nast selbst bewirbt die Shopping Week auf allen Kanälen: Mit TV-Spots erreiche man 3,4 Millionen Zuschauer, hinzu kämen Aufsteller, Plakate und Deko in den 11.000 Stores in den Innenstädten. Seit 2016 feiert Glamour sogenannte Club Nights während der Shopping Week, „um das Markenerlebnis über das Thema Shopping hinaus zu intensivieren.“ Auf den Partys haben Brand-Partner die Möglichkeit, sich der Zielgruppe zu präsentieren.

Schnäppchen-Portale kapern die Shopping Week

Die große Aufmerksamkeit für die Rabatt-Aktion zieht vor allem Schnäppchenportale magisch an. Beim Marktführer Mydealz ist der Beitrag zur Shopping Week einer der beliebtesten des Monats. Hier wie auch auf Portalen wie Schnäppchenfuchs oder Rabatt-Meile sind alle Online-Rabatt-Codes der Shopping-Week-Partner bereits jetzt zu lesen. Damit bekommt jeder Nutzer online die Rabatte auch ohne eine Shopping Card aus der Glamour. Für die Portale sind diese Beiträge vor dem Start der Shopping Week absolute Klickbringer.

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