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Gloryfy: „Die Höhle der Löwen ist ein Klacks im Vergleich zur realen Welt“

Gloryfy-Gründer Christoph Egger. (Foto: Gloryfy)

Gloryfy will den Brillenmarkt mit unzerbrechlichen Fassungen umkrempeln.  Das Unternehmen aus Österreich erzielt schon Millionenumsätze – doch der Kampf gegen die Industrie ist hart.

Das Vorhaben von Christoph Egger ist ambitioniert. „Die Höhle der Löwen ist ein Klacks im Vergleich zu dem, was einen in der realen Welt erwartet“, sagt der Österreicher im Gespräch mit t3n.de. Mit seiner Firma Gloryfy will es Egger gleich mit einer Großindustrie aufnehmen: „80 Prozent des weltweiten Brillenmarktes“, sagt er, „liegen in der Hand eines einzigen Konzerns.“ Gemeint ist der italienische Hersteller Luxottica, zu dem etwa die Marken Oakley und Ray Ban gehören. „Für uns ist das ein Kampf wie David gegen Goliath, den wir allerdings gerne annehmen“, sagt Egger. Am Abend will er in der Höhle der Löwen neue Investoren für seine Firma gewinnen.

Gloryfy entwickelt unzerbrechliche Brillen

Die Brillen von Gloryfy bestehen aus einem besonders flexiblen Polymer-Kunststoff. Gläser und Fassungen sollen dadurch unzerbrechlich sein. (Foto: Gloryfy)
Die Brillen von Gloryfy bestehen aus einem besonders flexiblen Polymer-Kunststoff. Gläser und Fassungen sollen dadurch unzerbrechlich sein. (Foto: Gloryfy)

Gloryfy produziert Brillen, die nicht kaputt gehen können. „Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal“, versichert Egger. Die Sehhilfen bestehen aus besonders flexiblen Kunststoff, sodass Gestell und Gläser problemlos verbogen werden können. Auch sollen die Fassungen einem Hammer oder sogar einer 1,5 Tonnen-Presse Stand halten. Sollte sich etwa der Bügel doch einmal ablösen, könne dieser durch eine Art Baukastensystem problemlos wieder an den Rahmen angesteckt werden. Eine kontinuierliche Belüftung verhindere zudem das Beschlagen der Linsen. Vor allem Sportler zählt Egger deshalb zu seiner Zielgruppe. An zwei Standorten in Österreich beschäftigt Gloryfy inzwischen knapp über 30 Mitarbeiter.

Alles begann mit einem Unfall

Auf die Idee zur Gründung des Unternehmens kam Egger 2004 durch einen Skiunfall. Ein Freund zog sich wegen einer gebrochenen Brille eine Augenverletzung zu. „Das war der Impuls für die Idee einer unzerbrechlichen Brille“, sagt Egger. Wissenschaftler bescheinigen der Idee durchaus Potenzial: Laut einer US-Studie sollen 90 Prozent der Augenverletzungen im Sport durch Schutzmaßnahmen vermeidbar sein.

Erfahrung als Unternehmer brachte Egger bereits mit. Zuvor hatte der gelernte Einzelhandelskaufmann mit BWL-Studium bereits eine Werbeagentur gegründet, und eine Handyhalterung aus Silikon vermarktet. Mit Erfolg: „In drei Jahren habe ich eine Million Stück verkauft und kam so erstmalig mit der Kunststoffproduktion in Kontakt“, sagt Egger. 2005 verkaufte Egger schließlich die Marke und das Patent für die Handyhalterung und konzentrierte sich fortan auf die Entwicklung von Gloryfy.

„Wir hatten einen Berg Schulden angehäuft“

„Es stand der Plan, das Projekt zu stoppen und die Schulden in den nächsten zehn Jahren mit der Werbeagentur zurückzuzahlen.“

Ein allerdings schwieriges Unterfangen: Das Unternehmen stand bereits mehrfach vor dem Aus. Nachdem Egger anfangs im Gebäude seiner Werbeagentur ein provisorisches Labor eingerichtet hatte, kamen schnell Zweifel an der Umsetzbarkeit einer unzerbrechlichen Brille auf. Die stetigen Tests zehrten stark an der Kapitaldecke des Unternehmens.

Besonders prekär wurde die Lage dann aber 2010, als Gloryfy die bis dahin nur als Prototypen entwickelten Sonnenbrillen in eine Serienproduktion überführen wollte. Verzögerungen bei der Entwicklung hätten die Bücher des Unternehmens schwer belastet. „Das Geld aus dem Verkauf von der Handyhalterungs-Marke war schon längst aufgebraucht und ein Berg an Schulden hatte sich bei der Bank angehäuft“, sagt Egger. „Es stand der Plan, das Projekt zu stoppen und die Schulden in den nächsten zehn Jahren mit der Werbeagentur zurückzuzahlen.“ Erst einem Techniker aus Deutschland sei schließlich der technische Durchbruch zu verdanken gewesen.

Gloryfy will nach Deutschland

Glaubt man dem Unternehmer, entwickeln sich die Brillen inzwischen zu einem Verkaufsschlager. Seit 2011 habe er rund 200.000 Exemplare verkauft, sagt Egger. Für das laufende Jahr rechne er mit einem Umsatz von leicht über drei Millionen Euro. Konkrete Zahlen will er zwar nicht nennen, allerdings reiche dies wohl für einen „leichten Gewinn im fünfstelligen Bereich.“ Im kommenden Jahr soll der Umsatz bei rund vier Millionen Euro liegen.Dass die Umsätze auf dem Papier eher stagnieren, sei Egger zufolge allein der bisher fehlenden Internationalisierung geschuldet.

Zwar betreibt Gloryfy auch einen Onlineshop mit Warenkörben von durchschnittlich 150 Euro. Dieser sei jedoch nicht die Vertriebsstrategie des Unternehmens. „Wir wollen die vielen Tausenden Optiker und Sporthändler ansprechen“, sagt Egger. Allein in Deutschland gebe es 12.000 Optiker. Gerade deswegen will der Österreicher am Abend mindestens einen Investor aus der Höhle der Löwen als strategischen Partner gewinnen. 500.000 Euro im Tausch für fünf Prozent seiner Anteile bietet Egger feil. Das ist ambitioniert, doch der Unternehmer gibt sich vor der Sendung zuversichtlich: Bei der Gründung von Gloryfy hätte er auch keinen Plan B gehabt.

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2 Reaktionen
David

Leider sieht man jeden Dienstag die gleichen 6 Fehler bei den meisten Gründern.

Fortschritt kommt beim Kunden an

Na ja. Das das im April (?) schon aufgezeichnet wurde, sollte man auch nicht vergessen.
Seitdem sind im Supermarkt die Produkte jede Woche zu finden und am gleichen Tag auch auf TV-Shopping-Kanälen (oder einem davon).
Die Löwen sind also besser und schneller am Markt als Rot-Grün dessen Bezahlbar Breitband Bundesweit bis heute auch nach 15 Jahren nicht steht.
Nennt doch mal drei Erfolge der hier bejubelten FDP. War die nicht sogar gegen Mindestlohn ?

Früher war der Markt auch in der Hand von Wintel. Wenn Softbank ARM herunterwirtschaftet, wie es Google mit den meisten Aufkäufen und Projekten macht, damit das kleine Volk den Vorteil niemals kriegt (NEST ! CO2 Klima-Anlagen-Kosten, Stromverbraucht, Elektro-Autos brauchen Strom der von den Klima-Anlagen gefressen wird, In USA gibts sogar wie im Sozialismus Strom-Abschaltungen !) oder Projekt ARA oder Fiber oder Glass welches sogar existierte!.
Wenn Softbank also ARM herunterwirtschaftet, müssen wir wieder Stromfressendes WINTEL kaufen.

In Vielen Märkten gibts nur eine Hand Voll Anbieter. Die Chip-Ausrüster waren 4. Einer kaufte den anderen. Jetzt sind es nur noch 3.
Dort aber herrscht Wettbewerb. Auch bei Festplatten. Denn jede Meldung über bessere Festplatten kann man für 199 Euro 2-3 Jahre später bei Amazon als echte Festplatte kaufen.
Jede Jubelmeldung hier von besseren Akkus und besseren Solarzellen hingegen verschwindet wieder ungesehen und die doppelte Ladegeschwindigkeit, doppelte Haltbarkeit, doppelte Kapazität usw. gibts bis heute nicht.

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