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Go-Meister tritt wegen KI Alphago zurück

KI Alphago für Go-Spieler unschlagbar. (Bild: Shutterstock/Tatiana Belova)

Go-Meister Lee Se-dol, der lange Jahre als bester Go-Spieler der Welt galt, ist zurückgetreten. Der 36-Jährige machte die Google-KI Alphago mitverantwortlich für diesen Schritt.

Im März 2016 trat der damals als stärkster Go-Spieler der Welt geltende Lee Se-dol in Seoul gegen die von Deepmind entwickelte Go-KI Alphago an – und verlor vier der fünf Partien. Der Sieg der künstlichen Intelligenz gilt als ein wichtiger Meilenstein für die Weiterentwicklung maschinellen Lernens. Die südkoreanische Go-Vereinigung verlieh dem Computerprogramm den 9. Dan Professional und lobte, dass Alphago mit seiner Art des Spiels „fast in göttliche Bereiche“ vorgestoßen sei.

Alphago trägt Mitschuld an Lee-Rücktritt

Ein Jahr nach Lee Se-dol schlug Alphago den Chinesen Ke Jie, der ebenfalls als zu diesem Zeitpunkt weltbester Go-Spieler bezeichnet wurde. Lee Se-dol kann immerhin für sich verbuchen, dass er der einzige menschliche Go-Spieler ist, der jemals ein Spiel gegen Alphago gewinnen konnte. Offenbar nur ein schwacher Trost, denn Lee hat nach 24 Jahren als Aktiver seinen Rücktritt als Profi-Spieler erklärt. Gegenüber der Nachrichtenagentur Yonhap erklärte der 36-jährige Südkoreaner, dass die Stärke der Go-KI zumindest eine Mitschuld trägt.

Lee, der seit dem Sommer kein offizielles Spiel mehr bestritten hat, findet sich auf der aktuellen Liste der Top-Go-Spieler allerdings auch nur noch auf Rang 54. Ganz vorn steht derzeit der ebenfalls aus Südkorea stammende Park Jung-hwan. Aber Lee meint, dass er selbst dann keine wirkliche Nummer eins wäre, wenn er sich zurück an die Spitze des internationalen Go-Rankings spielen würde. Er wisse dann trotzdem immer, dass es da ein Ding gäbe, das man nicht schlagen könne.

Seinen legendären Sieg in einem der vier Spiele gegen Alphago führt Lee dann auch auf einen Software-Fehler zurück. Nur so habe sein – allerdings von vielen immer noch gefeierter – Spielzug zum Erfolg führen können. Lee selbst, so erzählte er Yonhap, sei nach dem Verlust der ersten drei Spiele gegen Alphago sehr frustriert gewesen. Positiv überrascht war er dagegen, dass es kaum Kritik an seiner Spielweise gab.

Go-KI: Schaukampf gegen Alphago-Rivalen

Zum Abschluss seiner Karriere will Lee sich im Dezember noch einmal einer Go-KI stellen, nämlich der südkoreanischen Software Handol. Die 2018 entwickelte KI hat in den vergangenen Monaten schon die fünf besten südkoreanischen Go-Spieler bezwungen. Lee will sich daher eher eine Art Schaukampf mit der KI liefern – im ersten Spiel bekommt er einen Zwei-Steine-Vorsprung. Abhängig von der Entwicklung der Partie wird es dann auch in den anderen Spielen Vorteile für Lee geben.

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