Interview

Godaddy-Chef: „Wir planen weitere Übernahmen“

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t3n.de: Für mehr Transparenz im Unternehmen habt ihr Diversity-Zahlen veröffentlicht. Welche genau?

Wir haben bekanntgegeben, in welchen Bereichen wie viel Prozent Männer und Frauen bei uns arbeiten, außerdem Prozentsätze, wer wie viel in welchem Bereich verdient. Wir bemühen uns, mehr Frauen in technischen Berufen und generell im Unternehmen einzustellen. Durch die Veröffentlichung der Zahlen wollen wir Transparenz im Unternehmen schaffen und damit auch neue Arbeitnehmer gewinnen. Auch wenn die Daten nicht immer optimal sind, schätzen Mitarbeiter diese Transparenz. Auch weitere große Unternehmen ziehen nach und veröffentlichen inzwischen solche Zahlen.

t3n.de: Wie schafft ihr es, auch bei so vielen Mitarbeitern agil zu bleiben?

Transparenz ist für Blake Irving ein wichtiger Faktor, um gute Arbeitnehmer zu finden und zu halten. (Foto: Blake Irving)

Das Wichtigste ist, dass die Firmenwerte auf Agilität ausgelegt sind. Auch mit unseren insgesamt knapp 7.000 Mitarbeitern muss jeder zu Fehlern stehen und sie fixen. Wenn Continious-Integration und -Development genutzt werden, können Entwickler ihre Aufgaben gut erledigen.

In manchen Teilen des Unternehmens sind wir natürlich auch noch nicht so agil, wie ich mir das wünschen würde, in anderen sind wir dafür sehr agil. Früher gab es bei uns auch noch mehr „Wasserfall-Entwicklung“, also lange Planungs- und Entwicklungsphasen. Heute haben wir ein- bis zweiwöchige Sprints, ich würde aber auch gern jeden Tag Code releasen. Wenn der Code live ist, ist es wichtig zu schauen, wie er performt, A/B-Tests zu machen und neue Energie in guten Code zu stecken.

t3n.de: Talentierte Mitarbeiter zu finden ist schwierig, gerade mit der Visa-Problematik in den USA. Das merkt ihr wahrscheinlich auch, oder?

50 Prozent der Studenten in den USA kommen aus Ländern außerhalb der USA und sind sehr talentiert. Ihr Studenten-Visum, das schon nicht leicht zu bekommen ist, läuft aber mit dem Abschluss ab, sodass wir sie dann nicht in den USA einstellen können. Das ginge mit H1-B-Visas. Die sind allerdings limitiert und somit schwer zu bekommen. Wir verlieren somit potenzielle Mitarbeiter, die dann zurück in ihr Heimatland gehen.

Von Seiten der Regierung heißt es oft, passende Arbeitnehmer würden sich auch in den USA finden. Aber gerade wenn es um Sachen wie künstliche Intelligenz oder Machine Learning geht, ist es enorm schwierig, die richtigen Leute in den USA zu finden.

t3n.de: Wo du gerade künstliche Intelligenz ansprichst: Ist das auch ein wichtiges Thema für den Hosting-Bereich?

Durchaus. Ein denkbares Szenario ist zum Beispiel Social-Network-Posts und Newsfeeds zu scannen und anhand der Daten zu beurteilen, wie viel eine Domain wert ist. Wird beispielsweise viel über einen Prominenten berichtet, steigt der Wert einer Domain, die den Namen beinhaltet. Das ist wie bei Fußballvereinen, bei denen Spieler einen höheren Marktwert bekommen, wenn sie viele Tore schießen.

Genau dieses Szenario nutzen wir schon im Testbetrieb und es gibt viele andere, in denen künstliche Intelligenz dem Hosting helfen wird.

t3n.de: Ist künstliche Intelligenz also auch ein bisschen mit einem Musik-Mashup zu vergleichen, ein Mix aus unterschiedlichen Technologien?

Künstliche Intelligenz ist ein Mashup aus unglaublich vielen Technologien, die man auf ein bestimmtes Problem ansetzt. Es ist wie ein Mix aus europäischer Musik mit afrikanischen Rhythmen. Man produziert im Grunde Jazz.

t3n.de: Vielen Dank für das Gespräch.

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