News

„Das Warten auf Godot hat ein Ende“: Elon Musk gräbt jetzt Tunnel unter Los Angeles

Elon Musks Turbo-Tunnel. (Screenshot: The Boring Company)

Mit seiner Tunnelbohrmaschine Godot hat der Unternehmer angefangen, einen Tunnel unter Los Angeles zu graben. Elon Musk will damit ein dringendes Problem in der Stadt angehen: Staus.

Ganz nebenbei hat sich Elon Musk am Donnerstagmorgen als Literaturkenner geoutet. „Das Warten auf Godot hat ein Ende“, schrieb der Unternehmer auf Twitter. Eine Anspielung auf ein Theaterstück von Samuel Beckett, in dem zwei Landstreicher eine Person namens Godot treffen wollen, die aber nie erscheint. Mit Godot ist im Fall von Musk allerdings kein Mensch gemeint, sondern eine Maschine. Eine Tunnelbohrmaschine.

Elon Musk bohrt einen Tunnel

 „Die Maschine hat das erste Segment vollendet.“

Mit diesem Gerät will er unterirdische Wege bauen, die den überirdischen Verkehr entlasten. Schon im April hatte er den Start seiner Boring Company – ein Wortspiel aus langweilig und bohrend – angekündigt. Den ersten Durchbruch hat der US-Entrepreneur nun offenbar geschafft. „[Die Maschine] hat mit dem Bohren begonnen und das erste Segment vollendet“, schreibt Musk weiter. Gegenüber Bloomberg hatte der Spacex-Gründer im April verkündet, dass man unter den Parkplätzen des Spacex-Geländes zu graben anfangen würde.

Wenn er allerdings wirklich ganz Los Angeles mit Tunnel unterführen will, braucht Musk eine offizielle Erlaubnis. Diese hat er noch nicht. Er sei aber in „vielversprechenden“ Gesprächen mit dem Bürgermeister der Stadt, schrieb der US-Unternehmer am vergangenen Sonntag auf Twitter. Dabei äußerte er auch subtile Kritik an der Bürokratie: Die Genehmigung zu ergattern, sei schwieriger, als die Technologie zu entwickeln.

Elon Musk will langfristig ganz Los Angeles mit einem Tunnel-System versehen. (Bild: The Boring Company)

Musk will bis zu 30 Tunnel unter der vielbefahrenen Straße Interstate 105 in Los Angeles bauen. Die unterirdischen Gänge sollen Autos, Fahrrädern und Fußgängern Ausweichmöglichkeiten geben. Elektrische Fahrzeuge sollen sich nach Angaben des Unternehmers auf Schlitten fortbewegen können – mit bis zu 200 Kilometern pro Stunde. Selbst der Hyperloop könne unter der Erde fahren, so Musk. Ob sich diese Vision erfüllen lässt, darauf müssen wir, anders als auf Godot, aber noch warten.

Mehr zum Thema:

 

Zur Startseite
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

8 Kommentare
Achim Trumpfheller
Achim Trumpfheller

Ich weiß, es ist sooo schön, ständig Anglizismen zu verwenden, aber da, wo es ein unkompliziertes deutsches Wort gibt, darf man es schon auch verwenden. Im Deutschen heißt „Entrepreneur“ einfach „Unternehmer“ …

Antworten
Lisa Hegemann
Lisa Hegemann

Danke für den Kommentar. Den Text hast du aber nicht sonderlich genau gelesen. Im Artikel steht drei Mal „Unternehmer“ und einmal „Entrepreneur“. Beste Grüße aus der t3n-Redaktion!

Antworten
Isi Oz

Die Übersetzung von „Entrepreneur“ ist nicht „Unternehmer“!

“ (…) Im Englischen beschreibt das ursprünglich französische Wort Entrepreneur eine Persönlichkeit, die bereit dazu ist, hohe Verantwortung und hohes Risiko zu tragen. Es geht beim dem Wort Entrepreneur also nicht nur um die stumpfe Übersetzung zum Unternehmer, sondern auch um Charakter, eine gewisse Lebenseinstellung und die Fähigkeit immer wieder neue Innovationen hervorzubringen.“ (Quelle: https://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/entrepreneur)

Antworten
Ralf
Ralf

Er fängt schon mal an, hat aber noch keine Baugenehmigung! Das kann man vielleicht machen, wenn man eine Gartenlaube baut, aber einen Tunnel unter eine ganze Stadt? Hierzulande braucht die Planung für ein unterirdisches Kabel schon etliche Jahre und kostet Milliarden. Und die Bauern fordern schon Entschädigungen. Aber Elon Musk baut schnell Mal einen Tunnel um einen Stau zu entgehen? Und er bringt 1 Millionen Menschen zum Mars? Was muss man eigentlich noch behaupten um als Größenwahnsinnig zu gelten?

Antworten
jupra
jupra

Größenwahn hat man ihm schon ein paar Mal vorgeworfen. Space-X, Tesla, hyperloop. Und alles ist Realität oder im Fall von hyperloop sehr vielversprechend. Manchmal braucht mal einfach Leute, die am schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn wandern (vielleicht auch mal von der einen Seite auf die andere springen und wieder retour).

Space-X ist vielleicht s e h r visionär, aber alles andere löst echte, aktuelle Probleme.

Antworten
Werner
Werner

=> Mit Godot ist im Fall von Musk allerdings kein Mensch .

Mit ‚Godot‘ war nie ein Mensch gemeint!
Das Wort ‚Godot‘ beinhaltet schon die wirkliche Suche.(..)
Mehr Info: https://de.wikipedia.org/wiki/Warten_auf_Godot

Antworten
Lisa Hegemann
Lisa Hegemann

Danke für den Literatur-Nachhilfekurs. ;) Allerdings steht in dem von Ihnen verlinkten Wikipedia-Beitrag genau das: „…auf eine Person namens Godot zu warten“. Mir ist bewusst, dass der Begriff mittlerweile übertragend verwendet wird, aber in dem Stück ist es tatsächlich nicht so eindeutig. Von „nie“ würde ich daher nicht sprechen.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung