News

Goldman Sachs schafft jahrzehntealten Dresscode ab

Goldman Sachs lockert die Kleidervorschriften. (Foto: Shutterstock)

Goldman Sachs lockert seine Kleidervorschriften – Mitarbeiter der Investmentbank müssen künftig nicht mehr in Anzügen zur Arbeit erscheinen, heißt es in einem internen Schreiben.

Langärmeliges Hemd und Krawatte für Männer, Hosenanzug mit einfarbiger Bluse für Frauen – dieser strikte Dresscode gilt seit Jahrzehnten in den spiegelverglasten Bürogebäuden der Banken. Doch damit soll bald Schluss sein.

Als eine der ersten Institute hat Goldman Sachs jetzt die Kleidervorschriften gelockert. Künftig sollen alle Mitarbeiter selbst entscheiden dürfen, welche Klamotten sie morgens anziehen. „Goldman hat eine breite und diverse Kundenbasis in der ganzen Welt und wir wollen, dass sich alle unseren Kunden mit unseren Teams wohlfühlen“, teilte der Vorstand um CEO David Solomon in einem internen Schreiben mit. Freie Kleiderwahl war bislang nur Angestellten aus der IT-Abteilung möglich.

Goldman-Chef appelliert an Urteilsvermögen

Mit dem Vorstoß will Goldman Sachs als Arbeitgeber attraktiv bleiben. Vor allem Berufsanfänger schätzen die laxen Kleidervorschriften, wie sie beispielsweise bei Tech-Firmen im Silicon Valley üblich sind. Dass künftig alle 28.000 Mitarbeiter von Goldman Sachs in Kapuzenpulli und Sneakers zur Arbeit erscheinen, ist jedoch unwahrscheinlich. Bankchef Solomon will sicherstellen, dass sich auch weiterhin adrett gekleidet wird. „Lässige Kleidung ist nicht jeden Tag und für jede Gelegenheit angemessen“, heißt in dem Schreiben. Man vertraue auf das Urteilsvermögen der Mitarbeiter, „sich so zu kleiden, wie es zu den Erwartungen der Kunden passt“.

Goldman Sachs ist nicht die erste Bank, die ihren Dresscode unternehmensweit lockert. Bereits vor drei Jahren hatte Amerikas größte Bank, JP Morgan, einen ähnlichen Schritt unternommen. In Deutschland hingen im vergangenen Jahr auch einige Sparkassen den „Spießer-Schlips“ an den Nagel.


t3n meint:
Goldman Sachs schafft den Dresscode ab? Eher ein PR-Coup. Statt den Kulturwandel auch bei der Kleiderwahl nach dem „Trial & Error“-Prinzip der Tech-Branche zu beschleunigen, erhebt die Chefetage schon vorab drohend den Zeigefinger.
Unglücklich gewählt ist vor allem die Formulierung, Mitarbeiter sollten sich „so kleiden, wie es zu den Erwartungen der Kunden passt“. Was sind denn die Erwartungen der Kunden? Richtig: Anzug und Krawatte.
Daniel Hüfner

Mehr zum Thema:

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

7 Kommentare
Alexander W.

Hallo Herr Hüfner,

ich mag t3n wirklich, aber der Artikel ist mega schlecht und völlig falsch interpretiert (…den Kunden angemessen…, Sie sollten wissen wie das gemeint ist und nicht so kleinlich sein). Ausserdem ist das wohl nicht die Meinung von t3n sondern von Ihnen, oder?

Außerdem ist das keine Information wert. Was hat man für einen Nutzen oder für neues Wissen wenn man diesen Artikel über den Dresscode von Goldman gelesen hat? Gähn.

Außerdem ist er schlecht recherchiert. Sie haben ein Bild für den Header genutzt, auf dem Lloyd Blankfein, der frühere Chef von Goldman gezeigt wird. David Solomon sieht dann doch anders aus. Die Bildunterschrift weist aber auf David Solomon hin. Da haben Sie schlampig gearbeitet, was nicht gerade von gutem Journalismus spricht. Super schlecht!!!

Vielleicht sollte der Artikel qualitativ nochmal überarbeitet werden.

Schönen Abend!

Antworten
Daniel Hüfner

Hallo Alexander,

Danke für den Hinweis mit dem Artikelbild. Das darf natürlich nicht passieren, es ist ausgetauscht.

Zum restlichen Teil Deiner Kritik: Es handelt sich bei diesem Artikel um eine gewöhnliche Nachricht, wie sie auch andere Medien zu diesem Thema veröffentlicht haben. Das kannst Du informativ finden oder eben nicht – zumindest scheint Dich das Thema ja so interessiert zu haben, dass Du Dir die Mühe für diesen Kommentar gemacht hast. :-)

Bei t3n meint handelt es sich um einen gängigen Kurzkommentar, wie er klar gekennzeichnet unter vielen unserer Artikel steht. Wie hier in diesem Artikel bin auch ich als Autor der Meinung angegeben. Das Schöne an Meinungen: Man kann sie teilen oder eben nicht. Offensichtlich bist Du anderer Meinung als ich. Und das ist in Ordnung.

Beste Grüße

Daniel

Antworten
Christiane Dierks

Guten Abend Herr Hüfner,
ich habe in den letzten Jahren mehrere große Sparkassen und Banken dabei begleitet, eine neuen Dresscode einzuführen, so auch die Hamburger Sparkasse. Intererssant daran: das emotionale Thema Kleidung (unsere zweite Haut) ist für viele Menschen nicht so leicht zu verändern. Die Krawatte weglassen schon, – aber dann? Bei den Frauen ist es noch extremer, die Orientierungslosigkeit groß.
Mein Empfehlung zu dem Thema: Dresscode für die verschiedenen Trageanlässe definieren und als Teil des Leitbilds mit veröffentlichen. Entwickelt wird bei mir der Dresscode übrigens immer MIT den Mitarbeitern. Falls Sie mal Interesse an dem Thema haben, freue ich mich über einen Austausch. Beste Grüße,

Christiane Dierks

Marco H.
Marco H.

Ja der liebe Dresscode. Hier übrigens eine schöne Ansicht über die verschiedenen Dresscodes https://www.blacksocks.com/ch/de/dresscode Ist wohl kaum anzunehmen, dass jetzt die Goldman Leute auf Casual wechseln.

Antworten
NOWIS
NOWIS

Ich habe gegen Dresscodes nichts einzuwenden. Im Gegenteil: Durch die Berufsuniform fällt mir die Unterscheidung von Freizeit und der Rolle, die ich auf der Arbeit habe, wesentlich leichter. Natürlich ermahnt der Arbeitgeber die Mitarbeiter, nicht ab sofort in Hotpants am Empfang zu stehen. Der Kulturwandel ist auch bei den altehrwürdigen Institutionen angekommen. Spannend. Frage: Weshalb? Bänker in Fußball-Trikot verkaufen Finanzprodukte: Wird jetzt alles gut?

Antworten
Alexander W.
Alexander W.

Hallo Daniel,

klar hat mich der Artikel interessiert, ich dachte einfach da kommt dann etwas mehr als nur eine Einschätzung und Gossip-News. Die kann man natürlich unnötig finden oder nicht. Von t3n bin ich eben gewohnt, sagen wir mal, informativere News die einen echten Mehrwert bieten zu erhalten. Hinzu kam noch, dass man sich nicht die Mühe gemacht hat das richtige Bild zu einem Bankenchef von einer der größten Privatbanken auszuwählen.

Das hat dann doch ein faden Beigeschmack auf die Sinnhaftigkeit und Qualität. Aber es wurde ja nun ausgetauscht.

Trotzdem danke für deine Antwort und den Artikel.

Viele Grüße

Alex

Antworten
Alexander W.

Hallo Daniel,

klar hat mich der Artikel interessiert, ich dachte einfach da kommt dann etwas mehr als nur eine Einschätzung und Gossip-News. Die kann man natürlich unnötig finden oder nicht. Von t3n bin ich eben gewohnt, sagen wir mal, informativere News die einen echten Mehrwert bieten zu erhalten. Hinzu kam noch, dass man sich nicht die Mühe gemacht hat das richtige Bild zu einem Bankenchef von einer der größten Privatbanken auszuwählen.

Das hat dann doch ein faden Beigeschmack auf die Sinnhaftigkeit und Qualität. Aber es wurde ja nun ausgetauscht.

Trotzdem danke für deine Antwort und den Artikel, ich werde t3n natürlich weiterlesen. :-)

Viele Grüße

Alex

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.